In einer ersten öffentlichen Stellungnahme nach dem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz von der »schwersten Wahlniederlage seit Jahrzehnten« für seine Partei gesprochen. »Das Ganze wird Konsequenzen haben müssen«, sagte Merz auf einer Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin.
Das Ergebnis habe man »in dieser Form nicht erwartet«, sagte der Kanzler. »Wir sind alle zutiefst schockiert.« Dennoch müsse die Wahl nun akzeptiert werden – »das sind die Regeln unserer Demokratie«. Allerdings habe sich mit der gestrigen Wahl etwas verändert, »nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern in ganz Deutschland«. Das Wahlergebnis habe auch Auswirkungen auf die internationale Lage.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) sagte, seine Partei habe keinen Regierungsauftrag mehr. »Wir sind Opposition«, sagte er. »Der Regierungsauftrag liegt jetzt bei der AfD.« Die Entscheidungen und Geschicke, wie es in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren weitergehe, lägen jetzt beim Landtag.
Die AfD lag bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag vorläufigen Ergebnissen zufolge deutlich vor der regierenden CDU, verfehlte aber eine absolute Mehrheit. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei konnte ihr Ergebnis auf 43,8 Prozent der Stimmen mehr als verdoppeln. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Schulze kamen nur noch auf 17,2 Prozent. Ihr Wert wurde damit halbiert.
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