Wenn der Kamin lodert, aber der Raum kalt bleibt, ist die Enttäuschung groß. Statt Kuschelwärme macht sich Frust breit. Doch warum wird ein Kaminofen manchmal einfach nicht richtig heiß?
Kamin- und Speicheröfen heizen unterschiedlich
„Kaminöfen brauchen eine gleichmäßige, saubere Verbrennung, Speicheröfen hingegen kurze, heiße Abbrände mit ausreichend Energie“, erklärt Schornsteinfegerin Iris Dohmen gegenüber myHOMEBOOK (gehört auch zu Axel Springer).
Der Kaminofen steht frei im Raum, ist per Rohr an den Schornstein angeschlossen und gibt die Wärme direkt ab. Der Speicherofen dagegen ist fest mit Gebäude und Kaminabzug verbunden. In seinem Inneren stecken Schamottsteine.
„Speicheröfen werden nicht besonders heiß, da sie die Wärme sanft und gleichmäßig abgeben. Der Ofen arbeitet korrekt, wirkt dann allerdings subjektiv ‚zu kühl‘“, so Dohmen.
„Grundsätzlich kommen bei einem nicht optimal verbrennenden Ofen viele Faktoren zusammen“, sagt die Expertin. Falscher Brennstoff, fehlerhafte Luftzufuhr oder schlicht die falsche Bedienung.
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Zu großer Raum, zu kleiner Ofen
Manchmal ist der Grund ganz banal. „Möglicherweise ist der Ofen zu klein für den zu beheizenden Raum“, erklärt Dohmen. Hohe Decken können das Problem noch verstärken, weil die Wärme nach oben entweicht.
Als Faustregel gilt: Pro Quadratmeter Fläche braucht es etwa 0,1 Kilowatt Ofenleistung. Ein Raum mit rund 40 Quadratmetern benötigt also ungefähr vier Kilowatt.
Holz entscheidet über Hitze
Auch der Brennstoff spielt eine entscheidende Rolle. Weiches Holz wie Birke, Fichte oder Kiefer brennt schnell und eignet sich zum Anzünden. Harthölzer wie Buche, Eiche oder Esche brennen langsamer und liefern mehr Wärme.
„Wenn das Holz zu feucht ist, also mehr als 20 Prozent Restfeuchte aufweist, oder die Scheite zu klein sind, entsteht keine ordentliche Verbrennung“, betont Dohmen. „Ein zusätzlich verschmutzter Brennraum verschlechtert die Ofenleistung darüber hinaus.“
Die Folge: Hitze und Rauch stauen sich, der Abzug funktioniert schlechter. Der Kaminofen bleibt zu kühl, beim Speicherofen heizen sich die Schamottsteine nicht ausreichend auf.
Fehler beim Anheizen
Häufig liegt es auch an der Bedienung. „Beim Anzünden braucht es selbstverständlich eine größere Menge an Sauerstoff von außen“, sagt Dohmen. „Wenn das Feuer ordentlich brennt, sollte die Luftzufuhr von außen reduziert werden, um ein zu schnelles Abbrennen zu verhindern.“
Auch wenn alles passt, kann der Kaminabend scheitern. „Bei Nebel oder Hochdrucklagen entsteht kein richtiger Zug im Kaminschacht“, unterstreicht Dohmen. Dann bleibt es trotz Feuer im Ofen spürbar kühler.

