Viele Menschen merken es ab der Lebensmitte: Die Kraft lässt nach, die Erholung dauert länger, das Fett bleibt hartnäckig. Doch ab wann genau geht es mit der Fitness wirklich bergab? Schwedische Forscher haben jetzt den Punkt gefunden, an dem der Körper messbar abbaut.
Ab 35 geht es bergab
Das Ergebnis der Langzeitstudie des Karolinska-Instituts in Stockholm ist eindeutig: Schon ab Mitte dreißig lassen Ausdauer und Muskelkraft spürbar nach. Und ab dem 40. Lebensjahr beschleunigt sich dieser Prozess deutlich. Der Grund: Der Körper baut Muskeln ab und die Kraftwerke der Zellen arbeiten weniger effizient. Spätestens im sechsten Lebensjahrzehnt ist dieser Prozess so stark, dass Gesundheit und Selbstständigkeit leiden können.
Leistungsgipfel mit Mitte 20
Für die Untersuchung wurden 427 Frauen und Männer, alle Jahrgang 1958, von ihrem 16. bis 63. Lebensjahr regelmäßig getestet. Dabei prüften die Forscher Ausdauer, Muskelkraft und Sprungkraft. Ergebnis: Die maximale aerobe Kapazität und Muskelausdauer wurden zwischen 26 und 36 Jahren erreicht. Danach fiel die Leistung zunächst moderat – um 0,3 bis 0,6 Prozent pro Jahr.
Ab 40 beschleunigt sich der Abbau
Ab 40 nimmt der Abbau Fahrt auf. In den 50ern und 60ern verlieren wir dann sogar zwei bis 2,5 Prozent pro Jahr. Bei der reinen Muskelkraft lag der Höchstwert bei Männern mit 27 Jahren, bei Frauen bereits mit 19 Jahren. Danach sank die Kraft ähnlich deutlich. Insgesamt verloren die Teilnehmer bis zum 63. Lebensjahr 30 bis 48 Prozent ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit. Gemessen wurde dies im Sargent-Sprungtest, einem Krafttest zur Messung der Bein- und Sprungkraft.
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Warum manche fitter altern
Bemerkenswert: Die Unterschiede zwischen Gleichaltrigen nahmen mit jedem Jahrzehnt zu. Manche 60-Jährige blieben topfit, andere bauten massiv ab. Die Forscher konnten zeigen: Die Leistungsunterschiede bei Ausdauer und Muskelkraft wuchsen bis zum 63. Lebensjahr um das 25-Fache – ein klarer Hinweis darauf, wie unterschiedlich der Alterungsprozess verläuft.

