Stellen Sie sich vor, etwas so Langes wie ein Linienbus gleitet lautlos durchs Meer – und jagt alles, was ihm begegnet. Kein Albtraum, sondern Realität der Urzeit. Denn genau so lebte einst Palaeophis colossaeus, eine gewaltige Seeschlange, die heute nur noch als Fossil existiert, wie PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet.
Größer als jede heutige Schlange
Belegt ist das Tier durch einzelne Wirbelknochen. Und die haben es in sich. Ihre enorme Größe lässt auf eine Körperlänge zwischen 8,1 und 12,3 Metern schließen. „Palaeophis colossaeus ist eine sehr große Schlange mit Wirbeln, die größer sind als bei jeder bekannten heute lebenden Art“, erklären die Autoren einer Studie aus dem Jahr 2018, in der die Art beschrieben wurde.
Die fossilen Überreste der Meeresschlangen stammen von zwei Fundstellen im Nordosten Malis. Im Paläogen, vor etwa 66 bis 23 Millionen Jahren, war dieser Teil Afrikas teilweise von einem flachen Meeresarm bedeckt. Heute befindet sich dort die Sahara.
Palaeophis colossaeus als Spitzenjäger
Doch die Fossilien bleiben fragmentarisch, vollständige Skelette fehlen. Nach allem, was man weiß, könnte die Seeschlange bis zu 12,3 Meter lang gewesen sein. Selbst kleinere Funde sprechen noch für mindestens 8,1 Meter Körperlänge.
Die Forscher halten es für möglich, dass sie an der Spitze der Nahrungskette stand. War der Schädel der Schlange zudem stark beweglich, „könnte die Größe der aufgenommenen Nahrung so groß gewesen sein, dass nahezu jede bekannte zeitgenössische Art verzehrt werden konnte“, schreiben die Autoren. Dafür würden große Fische wie Haie oder krokodilähnliche Reptilien, sogenannte Dyrosaurier, infragekommen.
Heute leben nur noch kleine Verwandte
Für heutige Schwimmer eine beruhigende Nachricht: Solche Giganten sind längst ausgestorben. Heute erreichen Arten wie die Gelbe Seeschlange (Hydrophis spiralis) „nur“ bis zu drei Meter. Doch selbst Palaeophis colossaeus war nicht die größte Schlange, die je lebte. Diese Rolle nimmt wohl mit bis zu 13 Metern Titanoboa ein.

