Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) – In Deutschland könnte es bald einen Flughafen weniger geben. Denn: Die Bundeswehr prüft den Kauf des Airports Rostock-Laage. Schon heute betreibt die Armee vor Ort einen Militärflugplatz, jetzt will das Verteidigungsministerium von Boris Pistorius (65, SPD) diesen womöglich ausbauen – auf Kosten des zivilen Betriebs.
Das Ministerium habe sich im Dezember 2025 mit einem Schreiben an die regionalen Beteiligten sowie Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (51, SPD) gewandt, teilte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Montag mit. Man habe die Adressaten „über die Entscheidung in Kenntnis gesetzt, dass der Erwerb der direkt an den militärischen Flugplatz Laage angrenzenden Grundstücksanteile und baulichen Anlagen/Einrichtungen geprüft wird“. Zuvor hatte die „Ostsee-Zeitung“ berichtet.
Spektakel aus vergangenen Zeiten: Im Jahr 2006 rollt die Air Force One des damaligen US-Präsidenten George W. Bush (80) in Rostock-Laage zur Startbahn. Er hatte die damalige Kanzlerin Angela Merkel (71, CDU) besucht
Flughafen hat nur noch eine Direktverbindung
Fakt ist, dass schon heute kaum noch zivile Maschinen aus Laage abheben. Im Flugplan des Airports sind für den restlichen Januar keine Starts verzeichnet. Im Februar gibt es an gerade einmal zwei Tagen Flüge: Beide gehen in die türkische Millionen-Stadt Antalya. Es ist die einzige Verbindung, die Rostock-Laage bis Ende September anbietet.
In Laage befindet sich das taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ mit mehr als 900 Soldaten. Hauptaufgabe des Luftwaffengeschwaders ist die Ausbildung aller Eurofighter-Piloten der Luftwaffe. Mit der Alarmrotte übernimmt das Geschwader regelmäßig zeitlich begrenzt zudem die Aufgabe der Sicherung des deutschen Luftraums.
Ein Eurofighter landet nach einem Übungsflug am Militärflugplatz Rostock-Laage (Archivfoto)
„Die veränderte Sicherheitslage erfordert einen deutlichen Aufwuchs der Streitkräfte, der insbesondere auch infrastrukturelle Bedarfe“, erklärte die Sprecherin. Bundesweit würden zahlreiche Liegenschaften geprüft. „Dies betrifft auch den Fliegerhorst Rostock-Laage.“ Die entsprechende Prüfung sei „fortgeschritten, zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht abgeschlossen“.
Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (43, Linke) erklärte: „Aus unserer Sicht sollte der zivile Betrieb fortgeführt werden. Falls der Bund seine Prüfung mit einem anderen Ergebnis beendet, wäre ein Aus des zivilen Flugbetriebs ein Verlust für die Region Rostock.“

