An diesem Tag sollten Sie knuddeln, was das Zeug hält. Denn Knuddeln und Kuscheln sind gesund!
Heute, am 21. Januar, ist es wieder so weit: Der jährliche Weltknuddeltag findet statt. Ein Feiertag mit großer Bedeutung. Denn laut Forschern wird immer wieder bestätigt, dass Berührungen nicht nur die Seele stärken, sondern auch physisch helfen und vor Krankheiten schützen. Warum Kuscheln uns so guttut und was passiert, wenn man zu wenig berührt wird, lesen Sie hier.
Berührungen beruhigen den Herzschlag
Für Psychologin und Autorin Anke Precht gehören Kuscheleinheiten genauso ins Gesundheits-Repertoire wie der tägliche Apfel. „Sie sind für uns Menschen essenziell! Ein Handschlag, ein Wangenkuss, eine kurze Umarmung, ein Schulterklopfer. Diese Berührungen lösen das Gefühl von Geborgenheit und Glück aus“, erklärt die Expertin.
Wer in den Arm genommen wird, fühlt im besten Fall Vertrauen, Zuneigung, Sicherheit und Trost: Das ist gut für die Psyche und damit auch für das körperliche Wohlbefinden. Schon bei einer kurzen Berührung wird außerdem das „Glückshormon“ Oxytocin freigesetzt. Es gibt uns das Gefühl von Sicherheit, beruhigt und baut Stresshormone ab. Das reduziert nicht nur Ängste, sondern stärkt auch das Immunsystem.
Körperkontakt ist ein menschliches Grundbedürfnis
Apropos: Umarmungen aktivieren den frontalen Vagusnerv, längster der zwölf Hirnnerven. Dieser ist fast an der Funktion jedes inneren Organs beteiligt und wirkt als Stress- und Angstbremse. Ist er aktiv, sind wir augenblicklich entspannter und gelöster. „Herzschlag und Atmung werden ruhiger, der Kopf klarer. Fällt ein Kind hin und schrammt sich das Knie auf, läuft es weinend zur Mutter. Sie streicht ihm über die Stirn, das Kind beruhigt sich – der Vagusnerv hat seine Arbeit getan“, so Precht.
Wie lange sollte eine Umarmung dauern?
Jeder Mensch hat sein eigenes Empfinden, wie nah er jemanden an sich heranlässt. Es gibt jedoch auch objektive Faktoren, die Hinweise auf die ideale Umarmung geben. So wiesen Forscher der japanischen Toho University durch Überwachung der Herzfrequenz Neugeborener nach, dass die Umarmung eines Elternteils mit „mittlerem Druck“ am besten beruhigt, und zwar sowohl die Babys als auch die Eltern. Länger als 20 Sekunden dauerte die Knuddelei aber nicht, berichteten die Forscher. Dann wurden die Kinder unruhig.
[–>Umarmungen müssen offenbar nicht lang sein. Durchschnittlich 3,17 Sekunden haben Wissenschaftler der schottischen University of Dundee gestoppt, als sie während der Olympischen Sommerspiele 2008 spontane Umarmungen zwischen Athleten und ihren Trainern, Konkurrenten und Unterstützern unter die Lupe nahmen.
Was passiert, wenn man zu wenig kuschelt?
Zu wenig Körperkontakt kann zu schlechter Laune, schlechtem Schlaf und Verdauungsproblemen führen. Ohne Berührungen produzieren Menschen zu wenig Hormone, die ein Wohlgefühl auslösen sollen. Auf Dauer können fehlende Berührungen krank machen, zu Depressionen oder zu anderen psychophysischen Belastungen führen.
Zu wenig Körperkontakt kann bei Menschen zu Depressionen führen
Was tun, wenn man niemanden zum Kuscheln hat?
Fast 17 Millionen Deutsche leben allein, was nicht automatisch heißt, dass sie keinen festen Partner für gesundheitsfördernde Umarmungen haben. Wer tatsächlich auf sich gestellt ist, kann andere Wege zu mehr Wohlbefinden suchen.
Man kann unter anderem Übungen machen, wie die Duschcreme beim nächsten Duschen sehr langsam auf die Haut aufzutragen oder sich sanft über beide Arme zu streichen. Beides regt die Nervenfasern an, die uns ein gutes Gefühl vermitteln sollen.
Kuscheln mit dem Hund kann auch schon helfen
An der Hochschule im schwedischen Skövde wurden positive Effekte beim Kuscheln mit Hunden festgestellt, was sicher auch mit Katzen funktioniert. Und auch langsames, genussvolles Essen kann den Oxytocin-Ausstoß erhöhen, das glauben zumindest die schwedischen Forscher.

