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Spanien oder ab nach Hause! Der Tag der Entscheidung beginnt für die deutschen Handballer früh. Im Team-Quartier in Silkeborg läuft bei Kapitän Johannes Golla (28/Flensburg) & Co. seit dem Morgen der Countdown zum Vorrunden-Finale gegen Spanien am Abend (20.30 Uhr, ZDF und Dyn live). Hotel, Halle, Abläufe – alles bekannt. Doch heute zählt nur eines: Überleben bei dieser Handball-EM.
Zwischen 9 und 9.45 Uhr trifft sich das Team zum Frühstück. Klare Struktur, selbe Abläufe, nichts Zufälliges: Joghurt, Körner, Müsli, frisches Obst. Dazu Brötchen, Rührei, Wurst und Käse. Einer der Ersten ist meist Golla. Der zweifache Familienvater ist früh wach, früh fokussiert.
Um 11 Uhr folgt die Aktivierung im Gym, danach eine kurze Besprechung. Das Mittagessen ist exakt getaktet: Suppe, Spätzle, Pasta mit Bolognese, Geflügel, Gemüse, Salat. Kein Schlemmen, kein Risiko. Schärfe ja – aber kontrolliert. Wie spanische Tapas: klein, präzise, wirkungsvoll. Alles ist auf den Abend ausgerichtet.
Die deutschen Handballer müssen sich heute als Einheit präsentieren und gegen Spanien deutlich gewinnen, andernfalls droht die vorzeitige Heimreise
Am späten Nachmittag wird es ernst. Um 17.45 Uhr ein letzter Snack, um 18.20 Uhr geht es mit dem EHF-Bus zur rund 40 Kilometer entfernten Jyske Bank Boxen in Herning. Ab diesem Moment ist der Kopf voll – Fokus auf Spanien.
Der Gegner bringt internationale Erfahrung auf die Platte, im Tor steht unter anderem Sergey Hernandez (30/Magdeburg), in der Daikin Handball-Bundesliga der Schlussmann mit den meisten Paraden. Erinnerungen an zuletzt zwei Siege bei den Olympischen Spielen 2024 helfen heute nur bedingt. Denn jetzt zählt nur dieses eine Spiel.
[–>Die Ausgangslage ist klar. Verliert Deutschland, droht das Vorrunden-Aus. Es wäre die schlechteste EM-Platzierung der Geschichte. Platz 10 aus dem Jahr 2010 ist bislang das schwächste Abschneiden, 2014 war der DHB gar nicht qualifiziert. Ein frühes Scheitern käme einer historischen Blamage gleich – elf Monate vor der Heim-WM.
Der weltweit größte Handballverband stünde vor einem sportlichen Scherbenhaufen. Der Anspruch war hoch. Heute Abend entscheidet sich, ob die deutschen Handballer weiter am Tisch sitzen – oder ob ihnen die spanischen Tapas bitter im Magen liegen.

