–>
Klare Worte nach der Pleite! Deutschland verliert das zweite Vorrundenspiel bei der Handball–Europameisterschaft gegen Serbien mit 27:30, gibt eine 17:13-Halbzeitführung im zweiten Durchgang aus der Hand. Durch die Pleite wird die dritte Gruppenpartie gegen Spanien am Montag (20.30 Uhr/ZDF und Dyn) zu einem Endspiel.
Nach Spielende muss sich DHB-Star Juri Knorr (25) Frust von der Seele reden. Der Spielmacher steht gegen die Serben zu Beginn auf der Platte, belebt das Offensivspiel mit seinem Tempo. Nach der Pause bleibt er jedoch lange auf der Bank und kommt erst gegen Ende wieder auf den Platz.
Der Mittelmann: „Ich hatte ein sehr gutes Gefühl. Ich weiß nicht, ich stand nicht so viel auf der Platte in der zweiten Halbzeit. Ich fand, wir hatten alles im Griff und verlieren dann den Faden.“ Lag der Einbruch in der zweiten Halbzeit an der Unerfahrenheit mehrerer junger Spieler? Seine Antwort: „Ich finde nicht, weil all die Leute, die in den letzten Jahren dabei waren, sehr häufig in diesen Situationen waren. Ich sollte nicht so viel sagen.“
Macht er dann aber doch. Und äußert Unmut über taktische Änderungen von Bundestrainer Alfred Gíslason (66). Knorr: „Wir müssen diesen Frust jetzt mitnehmen und in Energie umwandeln. Und auch in die Begeisterung, die wir in der ersten Halbzeit haben. Wir haben die Serben niedergerannt und dann ändern wir alles. Das verstehe ich nicht.“
Handball-Europameisterschaft: Der deutsche Kader
Torwart Andreas Wolff (34, THW Kiel) wurde 2016 als Teil der „Bad Boys“ Europameister
mehr
Quelle: WITTERS
01 | 18
Was den Aalborg-Profi ebenfalls stört: Sekunden vor Schluss liegt das DHB-Team mit zwei Treffern hinten, das Spiel ist so gut wie verloren. Gíslason lässt seine Mannschaft dennoch offensiv verteidigen. Deutschland kassiert einen weiteren Treffer, verliert schlussendlich mit drei Toren Unterschied.
Knorr: „Es geht um jedes Tor, wir müssen den letzten Angriff verteidigen und nicht rauslaufen. Das verstehe ich nicht. Aber das müssen wir als Team hinkriegen und das müssen wir knallhart ansprechen und jeder muss sich an die eigene Nase fassen. Das schaffen wir nur gemeinsam.“
[–>Auch die Bankspieler nimmt er dabei in die Pflicht: „Jeder darf frustriert sein, jeder sollte frustriert sein, wenn er auf der Bank sitzt, aber trotzdem alle anderen unterstützen, und wenn man reinkommt, bereit sein. Julian (Köster, Anm. d. Red.), Golli (Johannes Golla, Anm. d. Red.) oder sonstwer können nicht 60 Minuten durchspielen, das geht nicht.“
Viel zu verarbeiten bis zum Gruppen-Endspiel gegen Spanien in weniger als 48 Stunden …

