Friedrich Merz auf der BVB-Tribüne
Hier eben nicht der Kanzler aller Deutschen
Eine Kolumne von
Peter Ahrens
Der Bundeskanzler hat ein Spiel seines Lieblingsklubs Borussia Dortmund besucht – und doch das späte Siegtor verpasst. Mit seinem Bekenntnis zu Schwarz-Gelb ist Friedrich Merz zumindest konsequent.
Zur Merkliste hinzufügen
Artikel anhören (2 Minuten)
2 Min
Link kopieren
Weitere Optionen zum Teilen
Link kopieren
Bild vergrößern
Bundeskanzler Friedrich Merz (Mitte) bei einem BVB-Spiel neben Vereinspräsident Hans-Joachim Watzke: Entscheidend ist, was hinten rauskommt
Foto: Noah Wedel / IMAGO
if (typeof(Event) === ‘function’) {window.dispatchEvent(new Event(‘POLYGON_DOM_LARGEST_CONTENTFUL_PAINT_READY’));}
Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.
SPIEGEL plus
Zu meinen Artikeln
Der Artikel ist freigeschaltet und in Ihrem Konto jederzeit einsehbar.
von 4 Artikeln verfügbar
Da saß er nun auf der Dortmunder Tribüne, neben ihm sein alter sauerländischer Kumpel Hans-Joachim Watzke, über der Schulter ein schwarz-gelber Fanschal, was zum Anzug seltsam unpassend aussah. Andererseits bewies Friedrich Merz bei seinem Stadionbesuch am Wochenende bei der Partie gegen den FC St. Pauli einen Instinkt, wie ihn nur Politiker haben können.
Nach 80 Minuten, beim Stand von 2:2, verließ Merz vorzeitig seinen Platz, vermutlich weil er wusste: Das drehen die Jungs noch, der Dortmunder Sieg ist sicher wie einst die Rente aus Sicht von Norbert Blüm. Er verpasste dadurch zwar die wilde Nachspielzeit, die entscheidende Szene, Dortmunds dramatischen Elfmetersieg, aber am Ende galt die alte Devise von Parteifreund Helmut Kohl: Entscheidend ist, was hinten rauskommt. Drei Punkte für den BVB.
Bild vergrößern
Gerhard Schröder als Aufsichtsrat bei Hannover 96
Foto: Peter Steffen / dpa
Fanschal-behängte Bundeskanzler im Stadion, das ist nichts Neues. Gerhard Schröder beherrschte die Kunst, so ungefähr jeden Fußballverein, der einen Moment lang nicht aufpasste, als seinen persönlichen Lieblingsklub zu annektieren, gern auch inklusive Fanschal-Besuch. Energie Cottbus, Hannover 96, Borussia Dortmund, Mainz 05, ganz egal.
Zenit St. Petersburg war erstaunlicherweise nicht dabei, diese Vorliebe hat Schröder erst später entdeckt.
Videobeweis im Fußball: Die verlorene Würde der Schiedsrichter
Ein Kommentar von Peter Ahrens
Erfolglose niederländische Trainer in der Bundesliga: Die geniale Oranje-Strategie
Eine Kolumne von Peter Ahrens
FC Bayern unter Vincent Kompany: Spiel mit dem Feuer
Eine Kolumne von Danial Montazeri
Von Angela Merkel gibt es ebenfalls Bilder mit Cottbus-Fanschal (Ostkanzlerin!), ansonsten aber wollte sie die Kanzlerin aller Deutschen sein. Und das geht eben nicht mit Klubschal, es kann und darf dann nur die Nationalmannschaft sein. Vermutlich haben ihr die Bilder ihres ungelenken Jubels bei der WM 2006 die meisten Sympathien ihrer Kanzlerinnenzeit eingebracht.
Friedrich Merz dagegen ist ehrlich: Er ist bekennender Fan eines Vereins. Und somit – natürlich nur beim Fußball – nicht der Kanzler aller Deutschen.
= $appBridge.minAppNavigationHomepageVersion ? $publish(‘APP_NAVIGATION’, { targetId: ‘homepage’ }) : window.location.href = $el.href”>
= $appBridge.minAppNavigationHomepageVersion? $publish(‘APP_NAVIGATION’, { targetId: ‘homepage’ }) : window.location.href = $el.href”>
Startseite

