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Ein hartes Stück Arbeit, und dann wird es auch noch nass!
Tennis-Star Alexander Zverev (28) hat bei den Australian Open in Melbourne die 3. Runde erreicht. Der Hamburger schlägt den Franzosen Alexandre Muller (28) 6:3, 4:6, 6:3, 6:4 und trifft am Freitag auf den Briten Cameron Norrie (30).
Gegen die Nummer 52 der Welt erwischt er in Down Under den bislang kältesten Tag des Turniers. Nur um die 20 Grad sind es, als beide Spieler um 19.04 Uhr Ortszeit auf den Platz kommen. Dazu bläst ein kräftiger kalter Wind. Bedingungen, die Zverev überhaupt nicht mag. Doch das merkt man ihm gerade in den ersten eineinhalb Sätzen nicht an. Die Begegnung scheint ein frühes Ende zu nehmen, so dominant ist die Nummer 3 der Welt.
[–>Unnötige Regenunterbrechung
Dass es für die Protagonisten dann aber fast zu einer Nachtschicht wird, liegt einerseits an Zverev, aber auch dem Veranstalter. An Zverev, weil der beim Stand von 6:3, 3:0 den Sack nicht zumacht und sich die Partie durch den 4:6 verlorenen zweiten Satz unnötig in die Länge zieht. Am Veranstalter, weil jeder in Melbourne weiß, dass Regen kommt, aber dennoch bei offenem Dach in der John-Cain-Arena gespielt wird.
Die Quittung folgt auf dem Fuß: Beim 4:2 im dritten Durchgang fängt es an, wie aus Kübeln zu schütten. Ehe das Dach beginnt, sich zuzuschieben, dauert es weitere Minuten, und ehe Wischpersonal kommt, um den Court trocken zu bekommen, vergeht nochmals Zeit. Insgesamt 37 Minuten ist die Partie unterbrochen. Das war vermeidbar.
Alexander Zverev lässt sich kurz behandeln, kann dann aber weiterspielen
Muller ist bei „Only Fans“
Bevor der Regen kommt, zeigt der Olympiasieger von 2021 zwei Gesichter. Bis zum 3:0 im zweiten Satz hat er seinen Kontrahenten, der nicht nur mit Preisgeld und Sponsoren seinen Lebensunterhalt bestreitet, sondern auch beim Erotik-Portal „Only Fans“, fest und sicher im Griff. Was dann passiert, ist schwer verständlich. Fünf Spiele in Folge gehen an den Franzosen. Zverev kommt mit seinem Schläger offenbar nicht zurecht, deutet das immer wieder an, wenn er mit seiner Box spricht. Entweder geraten die Bälle zu lang, oder sie landen im Netz. 37 leichte Fehler hat er gesammelt, bevor es nass wurde.
Nach Wiederbeginn fährt er den dritten Satz sicher 6:3 nach Hause. Nun scheint alles in geordneten Bahnen zu laufen. Zverev schafft das schnelle Break im vierten Durchgang. Aber dann: Beim Stand von 2:1, 15:0 ruft er plötzlich nach dem Physio. Warum, ist von außen nicht ersichtlich. Umgeknickt ist er bei dem Punkt nicht, aber im linken Knöchel spürt er offenbar etwas. Er bekommt beim Seitenwechsel wenig später lediglich eine Schmerztablette. „Die hat gereicht. Eine medizinische Auszeit habe ich nicht gebraucht. Es ging dann gut weiter“, so der dreimalige Grand-Slam-Finalist.
Mit Becker-Faust in die nächste Runde: Alexander Zverev
Die Stimmung auf den Rängen der mit Tribünen überbauten Radrennbahn ist derweil prächtig. Sogar La Ola schwappt durch die Arena. Zverev ist gehandicapt, aber er verwandelt seinen dritten Matchball nach 3:04 Stunden zum 6:4. Die Erleichterung war groß. „Das Match war auf ganz hohem Niveau“, sagt Zverev und verlässt glücklich die Arena.

