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Diesen bitteren Moment hat er noch ganz genau vor Augen. Standard-Übung zum Abschluss der Trainingseinheit. „Ich bin auf den kurzen Pfosten eingelaufen, hochgesprungen, etwas unglücklich auf dem linken Bein gelandet – und patsch“, erinnert sich Lars Lokotsch (30) an den Muskelbündelriss, den er sich unmittelbar vor dem Rückrundenstart in der 2. Liga zuzog. Die ärgerliche Folge: Bis zu acht Wochen Zwangspause!
Preußen-Stürmer im Pech! So ackert Lokotsch fürs Comeback.
Ausgerechnet jetzt trifft es die „Schwarz-Weiß-Grünen“ besonders hart. Denn Lokotsch ist bereits der fünfte von sieben Offensivspielern, auf die Cheftrainer Alexander Ende (46) vorerst verzichten muss. Die lange Verletztenliste: Malik „Batman“ Batmaz (25/Kreuzbandriss), „Schweden-Oscar“ Vilhelmsson (22/muskuläre Probleme), Joshua Mees (29/Beinentzündung) und Leon Tasov (21/Faserriss).
Eine verdammt knifflige Situation für die „Schwarz-Weiß-Grünen“. Das weiß auch Lokotsch (Marktwert: 350.000 Euro). Trotzdem verbreitet der Stürmer Zuversicht aus voller Überzeugung: „Wenn man sieht, wie viele Chancen wir zuletzt gegen Karlsruhe rausgespielt haben, glaube ich fest an uns. Wir müssen nur mal wieder in Führung gehen, damit die nötige Ruhe reinkommt“, sagt der wuchtige Angreifer (1,90 m), der gerade zum Ende der Hinrunde so richtig in Fahrt gekommen war.
Nur schwer zu stoppen! In 16 Liga-Spielen erzielte Lars Lokotsch zwar nur ein Tor, bereitete aber drei weitere für Preußen vor
Und jetzt? Zuschauen … „Das tut am allermeisten weh. Auf der Tribüne zu sitzen und nicht eingreifen zu können, ist eine echte Qual“, gibt Lokotsch ehrlich zu. Umso härter und konzentrierter arbeitet er an seinem Comeback. Bis zu vier Stunden Reha täglich! Das volle Programm: Massagen, Wärme-, Strom- und Rotlichttherapie, dazu Lymphdrainagen. Außerdem Krafttraining für Oberkörper und das gesunde rechte Bein – damit dort die Muskulatur nicht ebenfalls abbaut.
Zudem geht’s einmal pro Woche – wenn möglich – in die Start-Rehazentrale nach Gremmendorf. Erst vier Minuten bei Minus 80 Grad in die Eiskammer, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern. Danach Sauerstofftherapie in der Druckkammer: 100 Prozent reiner Sauerstoff unter Überdruck. Mit dem Effekt, dass der Körper bis zu 20-mal mehr Sauerstoff aufnimmt als bei normaler Atmung. Lokotsch schwört drauf: „Danach fühle ich mich richtig gut und kann bestens schlafen.“
Einmal pro Woche gönnt sich Preußen-Stürmer Lars Lokotsch – wenn möglich – eine Sauerstofftherapie
Dabei kam seine Verletzung ohne Vorwarnung – völlig aus dem Nichts. „Ich musste selbst erst einmal nachschauen, wann ich zuletzt einen Faserriss oder ähnliche muskuläre Probleme hatte. 2019 muss das gewesen sein – damals spielte ich noch für Rödinghausen. Seitdem bin ich stets verschont geblieben.“
Bis jetzt. Braucht Preußen nun einen neuen Knipser? „Ich glaube schon,“ denkt Lokotsch sogar weiter als bis zu seinem eigenen Comeback, „für den Verein ist es wahrscheinlich sinnvoll, sich in der laufenden Transferphase noch einmal umzuschauen und vorne zu verstärken.“
Dass dadurch auch für ihn der interne Konkurrenzkampf härter wird – Nebensache! „Das Wichtigste sind die Mannschaft und unser Klassenerhalt. Wir wollen mit Preußen unbedingt in der 2. Liga bleiben“, stellt er klar.
Und dafür ist Lokotsch jede Hilfe recht…

