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Im dänischen Herning beginnt der EM-Ernst für unsere Handballer mit Portugal. Portugal? Da war doch was! Viertelfinale 2025 bei der WM in Oslo. Deutschland verlor unglücklich, ließ viele Chancen liegen. Weltklasse-Torwart Andreas Wolff (34/THW Kiel), der 22 Paraden hatte, war anschließend wütend und benötigte lange, um nach dem Spiel seine Emotionen herunterzukühlen. Erst lehnte er sitzend am Pfosten, dann stand er auf und brüllte seinen Ärger und seine Enttäuschung heraus.
Vor dem Hauptrundenstart heute gegen Portugal (15.30 Uhr, ARD und Dyn live) ordnet er die Partie anders ein. „Ich denke, man kann das Spiel vom letzten Jahr aus Sicht des einen oder anderen Laien neu bewerten, weil viele danach meinten, gegen Portugal könne man nicht verlieren. Aber spätestens nach dem Spiel gestern haben sie gezeigt, wozu sie in der Lage sind.“ Ein 31:29 gegen Top-Favorit Dänemark.
Handball-EM: DHB-Team mit Rückenwind
Auch die DHB-Auswahl geht mit Rückenwind in die Hauptrunde. Nach dem überzeugenden Auftritt gegen Spanien, der rund sieben Millionen TV-Zuschauer an den Bildschirmen fesselte, startet das Team mit der bestmöglichen Ausgangsposition. Zwei Punkte im Gepäck, Selbstvertrauen im Kopf. Vier Spiele warten noch (Portugal, Norwegen, Dänemark und Frankreich), jedes davon ein Endspiel auf dem Weg zur Medaille.
Handball-Bundestrainer Alfred Gíslason (66) hatte sich ursprünglich auf einen anderen Gegner eingestellt. „Wir haben alle damit gerechnet, dass Dänemark der nächste Gegner sein würde, und dann gab es die erste Niederlage seit Ewigkeiten und zu Hause.“ Der portugiesische Erfolg zwang zum schnellen Umschalten, kostete ihn aber einige Stunden. „Wir wissen, dass die Portugiesen mittlerweile eine sehr, sehr gute Mannschaft sind“, sagt Gíslason. Die Entwicklung sei seit Jahren deutlich, der Sieg gegen Dänemark verdient. „Ich denke, dass die Dänen teilweise ein bisschen geschockt waren, weil bei den Portugiesen mehr zusammenlief.“
[–>Wolff sieht Deutschland vor der Revanche gut vorbereitet. „Wir haben einen sehr breiten Kader, in dem alle 18 Mann gebraucht werden.“ Grundlage sei eine „sehr, sehr starke Abwehr mit viel Variabilität“, die bereits in der Vorrunde getragen habe. Im Angriff gebe es zwar Phasen der Unberechenbarkeit, doch „letztendlich ist sehr, sehr viel Potenzial da“.
Handball-Europameisterschaft: Der deutsche Kader
Torwart Andreas Wolff (34, THW Kiel) wurde 2016 als Teil der „Bad Boys“ Europameister
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Quelle: WITTERS
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Über Portugal spricht der Nationaltorwart mit großem Respekt. Die Costa-Brüder hebt er hervor, die trotz ihres jungen Alters das Geschehen lenken. Dazu kommen Außenspieler Areia, starke Torhüter sowie die Kreisläufer Frade und der gesperrte Iturriza („absolute Maschinen“), die körperlich schwer zu kontrollieren seien. Für Wolff ist Portugal eine geschlossene Einheit aus jungen und erfahrenen Spielern – ein Team mit genau dem Spirit, den auch Deutschland bei der Handball-EM zeigen will.
Auch abseits des Feldes passt der Eindruck zum DHB-Team. Das Teamessen im nahegelegenen Restaurant „Evald“ habe gutgetan. „Sehr, sehr gut“, sagt Wolff über den gemeinsamen Abend. Ein kurzer Moment zum Durchatmen – bevor es gegen Portugal ernst wird.

