–>
München – Stolz hält er seine Ausbildungsurkunde in den Händen. Ashti ist jetzt ausgebildete Fachkraft für Service und Gastronomie. Es ist ein Moment, der für ihn alles bedeutet. Denn der Weg dorthin war lang – und zeitweise schien er endgültig versperrt.
Der gebürtige Iraker (22) lebte und arbeitete in München, sprach gut Deutsch, absolvierte eine Ausbildung im traditionsreichen Augustiner am Platzl und zahlte Steuern. Doch im November 2023 kam der Schock: Sein Antrag auf Asyl wurde nach drei Jahren Bearbeitungszeit abgelehnt. Ashti Abdi musste Deutschland verlassen.
Junger Mann musste in den Irak ausreisen
Die Entscheidung sorgte für großes Unverständnis. Kollegen, Gäste und Freunde konnten nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet ein junger Mann gehen musste, der sich integrieren wollte und als angehende Fachkraft dringend gebraucht wurde. „Ashti war einer meiner besten Mitarbeiter“, sagte sein Chef Oliver Wendel damals zu BILD. Trotzdem blieb kein Spielraum – die Ausreise war Pflicht.
Während andere straffällig werden und dennoch bleiben dürfen, musste Ashti gehen. Doch sein Arbeitgeber gab ihn nicht auf. Denn es gab eine legale Möglichkeit zur Rückkehr: das beschleunigte Fachkräfteverfahren. Vom Irak aus beantragte Ashti mit Unterstützung seines Chefs vom Augustiner am Platzl ein Arbeitsvisum für Deutschland.
Nach sechs Monaten kam der erlösende Anruf
Es folgten Monate des Wartens. Ashti lebte in einem kleinen Zimmer in Erbil, fernab von Freunden, Arbeitsplatz und Perspektive. Dann, nach rund einem halben Jahr, kam der erlösende Anruf vom Konsulat: Er darf mit einem Visum wieder nach Deutschland einreisen. „Das war für mich der glücklichste Moment“, erinnert sich der 22-Jährige. Am nächsten Tag flog Ashti wieder zurück nach Bayern.
Am 2. Mai 2024 kam Ashti am Flughafen München an und wurde vom Gastwirtepaar Barbara und Oliver Wendel freudig begrüßt
Am Flughafen in München warteten sein Chef, Freunde und Kollegen. Die Erleichterung war riesig. Ashti kehrte zurück, setzte seine Ausbildung fort – und schloss sie inzwischen erfolgreich ab. „Wir sind sehr froh, ihn wieder bei uns zu haben. Die ganze Anstrengung hat sich gelohnt“, sagt Oliver Wendel heute.

