Oranienburg (Brandenburg) – Es ist der Horror für jeden Autofahrer, wenn er eine Brücke durchfährt: Ein Gegenstand wird heruntergeschleudert und trifft das Auto!
Das ist Tamara W. (29) aus Oranienburg passiert! Unbekannte haben auf dem nördlichen Berliner Ring (A10) eine Eisscholle von einer Fußgängerbrücke auf ihren Golf geworfen.
„Plötzlich gab es einen Knall, die Scheibe splitterte und ich konnte praktisch nichts mehr sehen“, erzählt sie. Die junge Frau steht noch immer noch unter dem Eindruck des Beinah-Unglücks.
Ich sah Schatten von Menschen auf der Brücke
Sie ist jetzt, knapp eine Woche danach, zurückgekehrt an den Ort, an dem sie, wie sie sagt, ihren „zweiten Geburtstag“ erlebt hat – die Fußgängerbrücke kurz vor der Ausfahrt bei Birkenwerder, die hier über die stark befahrene Autobahn führt. Ein Gang, der ihr sichtlich schwerfällt: „Ich hätte tot sein können, wer tut so etwas bloß?“
Eine Eisscholle hat die Frontscheibe des Golfs zerstört, als sie damit unter der Brücke durchgefahren war
Rückblick, Freitag, 9. Januar, um 18.53 Uhr. „Alles war okay, bis ich kurz vor der Brücke Schnee auf der sonst freien Fahrbahn gesehen habe.“ Sie habe sich noch einen Wimpernschlag lang gefragt, woher der kommt. Doch dann gab es im nächsten Moment schon einen ohrenbetäubenden Knall und die rechte Seite der Frontscheibe war zersplittert. „Ich konnte nichts mehr sehen. Ich hatte Panik. Schaute kurz nach oben. Sah dort ein paar Schatten von Menschen im Halbdunkel. Dann lenkte ich den Wagen im Blindflug von der mittleren Fahrspur nach rechts auf den Standstreifen.“
Sie zittert, wenn sie daran denkt. „Ich hatte wirklich Todesangst. Angst, dass mir gleich ein Laster, oder ein Auto in den Wagen kracht.“
Todesangst auf dem Standstreifen
Alles, was sie noch tun konnte: „Warnblinker an, und hoffen, dass ich gesehen werde.“ Unter Schock rief sie dann die Polizei.
Die notierte später in ihrem Bericht: „Beim Durchfahren der Brücke bei km 174,1 wurde durch bisher unbekannte Täter eine Eisscholle von der Brücke auf die Fahrbahn geworfen. Die Eisscholle traf die Frontscheibe des Golfs und beschädigte diese.“
Autobahn-Horror: Blick in den Innenraum von Tamara W.’s Golf, nachdem die Eisscholle in die Frontscheibe gekracht war
Auf Bildern, die Tamara W. direkt nach dem Anschlag machte, ist zu sehen, was hätte passieren können und wie viel Glück sie hatte. „Da muss ein Schutzengel mitgefahren sein“, sagt sie. Denn: Wäre die Scholle links in der Scheibe eingeschlagen, wäre sie „verloren gewesen“, ist sie sicher.
Im Schritttempo fuhr sie dann den Wagen vom Standstreifen die Ausfahrt hoch und rettete sich auf die nächste Tankstelle. Auch heute noch, zehn Tage später, stellt sie sich immer wieder die Frage: „Warum passiert mir das?“
Polizei ermittelt gegen unbekannt
Die Polizei ermittelt nun gegen unbekannt wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Die Beamten untersuchten den Tatort auf der Brücke – an einen Zufall glauben sie nicht: „Sie sagten mir sofort: Von der Brücke kann keine Eisscholle herunterfallen, oder herunterrutschen.“
Nach dem Anschlag musste der Golf abgeschleppt werden
Tamara W. ist tapfer, sie setzt sich auch schon wieder ans Steuer. Doch seitdem fährt die Angst mit: „Ich hoffe, dass man die Brücke sichert, dass man hier keine Gegenstände mehr herunterwerfen kann.“
An die Täter appelliert die junge Frau: „Bitte denkt daran, das ist kein Dummer-Jungen-Streich, hier spielt ihr mit dem Leben von unbeteiligten Menschen!“

