Beim Gedanken an die Alpen freuen sich viele auf Skifahren, Wandern und gemütliche Hütten mit leckeren Getränken und gutem Essen. Doch oft fehlt es hier an Qualität – und werden trotzdem freche Preise aufgerufen. Das sagt zumindest ein Gastronom aus dem Allgäu, dem der Kragen geplatzt ist.
In einem Video im Netz rechnet Tom Waibel von der Fischerhütte Tannheim (Österreich) mit Teilen der Gastronomie in den bayerischen und österreichischen Alpen ab. „Was hier im Allgäu und in Tirol in einzelnen Hütten läuft, ist eine Verarschung.“ Damit wolle er sich nicht länger abfinden.
Tom Waibel von der Fischerhütte Tannheim
Wirt kritisiert zu hohe Preise
Der Wirt ärgert sich über die Preise einiger Kollegen. „Es kann nicht sein, dass Kaltgetränke, 0,4 Liter, über 5,90 Euro kosten.“ Ebenso wenig akzeptiert er, dass auf Websites mit Regionalität und Qualität geworben werde, aber dann Tiefkühlware auf den Tisch komme. „Und es kann auch nicht sein, dass das Bier über 6, teilweise sogar 7 Euro kostet.“ Besonders empört ihn ein Fund: ein Schmalzbrot für 14,90 Euro. Auch Tiefkühl-Kaiserschmarrn für 15 Euro habe er bereits gesehen.
Gastronom: Schwarze Schafe schaden allen
Im Gespräch mit BILD stellt Tom Waibel klar: Die meisten Restaurants in der Region arbeiteten seriös und verlangten faire Preise. Doch einzelne schwarze Schafe schadeten dem Ruf aller. Sein Appell ist deutlich: „Hört auf, die Leute zu verarschen, und kommt wieder zu den Basics zurück.“ Damit meint der Gastronom gute, regionale Produkte und ehrlich kalkulierte Preise.
Ihm sei bewusst, dass es im Winter nicht einfach ist, frisches Essen auf eine Hütte zu bringen. Schon die Anfahrt mit dem Auto könne bei Schnee zur Herausforderung werden. Aber: „Hört auf mit dieser völlig überzogenen Kalkulation“, sagt Waibel. Darunter litten alle Wirte, die fair blieben – und vor allem die Gäste.
Die Hütte von Tom Waibel liegt an einem kleinen See im Allgäu
Gastro-Obmann verteidigt Preise
Alois Rainer, Obmann des Fachverbands Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich, verteidigt die hohen Preise in der „Tiroler Tageszeitung“. Seine Begründung: „An den besonders schönen Plätzen in Rom, Venedig oder bei uns in den Bergen auf einer Terrasse, wird eben auch die Aussicht verrechnet.“ Eine Aussage, die Waibel nicht verstehen kann. „Wenn das Bier jetzt schon 7 Euro kostet – wo führt das hin? Was ist in 5 Jahren? Können die Leute das dann noch bezahlen?“ Diese Entwicklung bereite ihm Sorgen.
[–>Schon in seinem Video sagte Waibel: „Alpenkultur ist für alle da.“ Für junge Familien, für junge Menschen und für alle, „bei denen der Geldbeutel nicht so dick ist“. Sein Aufruf ist eindeutig: Gäste sollen Hütten mit überzogenen Preisen boykottieren.

