Der frühere CDU-Politiker Michel Friedman hat vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern um Stimmen für die Grünen geworben. Er selbst sei kein Grüner, sagte der Publizist bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rostock. Doch seien bei den Grünen Menschen, die sich für die Demokratie »den Hintern aufrissen«. Wörtlich sagte er: »Ich bin hier, dass auch die Grünen es schaffen.«
Die Grünen liegen in jüngsten Umfragen vor der Wahl am Sonntag bei etwa fünf Prozent. Ihr Einzug in den Schweriner Landtag steht damit auf der Kippe.
Friedman, Sohn einer Familie von jüdischen Holocaust-Überlebenden, war jahrzehntelang Mitglied der CDU, ehe er 2025 aus Verärgerung aus der Partei austrat. Auslöser war eine Abstimmung im Bundestag, bei der ein von Friedrich Merz vorgelegter Fünf-Punkte-Plan für eine schärfere Migrationspolitik auch mit Stimmen der AfD beschlossen wurde – erstmals verschaffte die AfD dabei der Union im Bundestag einer Mehrheit. Friedman trat seitdem bereits mehrfach bei Grünen-Veranstaltungen als Redner auf.
»Die Situation in unserem Land ist schwer, sie ist ernst, und was die Demokratie angeht, hochgefährdet«, sagte Friedman in Rostock. Jede Landtagswahl sei Seismograph und Thermometer für die Bundestagswahl 2029. Aus seiner Sicht gebe es zwei Parteien, die nicht wählbar seien: die AfD und das Bündnis Sahra Wagenknecht.
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