Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat vor einer steigenden Gefahr von Organisierter Kriminalität als »Crime as a service« in Deutschland gewarnt. Bei der Vorstellung der sogenannten Lagebilder zu Organisierter Kriminalität und Rauschgift sagte er: »Die organisierte Kriminalität in Deutschland, sie ist weiter auf dem Vormarsch.« Die Zahl der Verfahren steige genauso wie die Höhe der Schäden und die Bereitschaft zur Gewalt.
»Gewalt wird als Dienstleistung angeboten«, warnte Dobrindt weiter. »Besonders perfide ist dabei, dass auch Minderjährige zunehmend für Verbrechen missbraucht werden, dass Minderjährige auch zunehmend als sogenannte Wegwerftäter eingesetzt werden. Sie werden rekrutiert, verheizt, fallen gelassen, während die Hintermänner im Verborgenen bleiben.«
Einen wesentlichen Teil der organisierten Kriminalität nehme der Bereich Rauschgift in Deutschland ein, sagte Dobrindt. Im Jahr 2025 sei die Anzahl an Rauschgiftdelikten um fast fünf Prozent gestiegen. Dabei werde Cannabis nicht mehr mitgezählt. Zudem steige auch die Zahl der Drogentoten: Im Jahr 2025 habe es 2150 Todesfälle zu verzeichnen gegeben. »Und man muss davon ausgehen, dass sich diese Entwicklung leider verstetigen kann und möglicherweise auch wird«, sagte er.
»Wir erleben eine Kokainflut in Deutschland«, sagte Dobrindt zudem. Die Menge an Kokain, die sichergestellt werde, sei im vergangenen Jahr zwar gesunken, aber das sei ein trügerischer Befund. Ein eindeutiges Zeichen dafür sei, dass der Preis am Markt sinke, denn: »Das ist darauf zurückzuführen, dass es ein Überangebot an Kokain am Markt gibt.«
Er verwies auf den gemeinsamen Aktionsplan mit dem Finanzministerium und dem Justizministerium. »Wir wollen die organisierte Kriminalität austrocknen und da, wo es am empfindlichsten ist, treffen«, sagte er. »Es geht ums Geld.« Ziel sei es, das Geld abzuschöpfen. Das bedeute, »nicht nur die Kuriere festsetzen, sondern die Konten festnehmen, festhalten und dann auch einziehen«.
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