Es kommt nicht so oft vor, dass ein Journalist auf der Straße von Menschen angehalten wird, weil sie Angst haben. Als im Fernsehen die ersten Hochrechnungen vom Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt bekannt werden, sind es Migranten, die mich ansprechen, aber nicht nur. Sie sagen: »Sie sind doch bei der Presse«, und fragen: »Kapieren die Deutschen nicht, was sie da tun?« Oder: »Ich arbeite hier und habe nie etwas falsch gemacht, soll ich jetzt weg?« Man darf annehmen, dass die radikalsten unter den AfD-Politikern und -Wählern das mit einer gewissen Genugtuung beobachten: Endlich fürchten sie uns! Zum Fürchten ist aber der Wahlerfolg nahe der absoluten Mehrheit – und die Aggressivität im Programm und während des Wahlkampfes der AfD, die im wohlorchestrierten Gegensatz zum freundlich-fröhlichen Auftritt ihres Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund stand.
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Diese Fragen beantwortet der Artikel:
- Warum löst der AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt bei vielen Menschen Angst aus?
- Welche Fehler der politischen Mitte haben den Aufstieg der AfD begünstigt?

