Dieser Artikel stammt aus unserem Ressort Xund ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 36/2026.
Ich wollte diesen Text nicht schreiben. Die Ost-West-Debatte hat mich unglaublich gelangweilt in den vergangenen Jahren. Jedes Wort scheint dazu schon gesagt worden zu sein. Jedes Argument schon ausgetauscht. Das Sprechen über Ostdeutschland sei bis heute von Vorwürfen, Unsicherheit und Missverstehen geprägt, schreibt der Soziologe Steffen Mau in seinem Buch Ungleich vereint. »Auch deshalb haben sich viele Wohlmeinende aus diesen Diskussionen verabschiedet.« Genau. Ich dachte, ich kann mich anderen Gebieten und Themen dieser Welt zuwenden. Ich dachte, das ist nun wirklich alles lange her. Ich dachte, ich kann mich still aus meiner eigenen Geschichte zurückziehen.
Automatische Zusammenfassung
Diese Fragen beantwortet der Artikel:
- Woher kommt die ostdeutsche Wut mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung?
- Warum wirken die Erfahrungen der Nachwendezeit bis heute politisch und persönlich nach?

