An einem Sonntag im August steht Hannes Kreschel vor einer Festwiese in Quedlinburg und ist nervös. Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wird hier heute sprechen, Hunderte Menschen sind schon gekommen, die Wiese ist voll, es gibt Bratwurst und Bier. Später soll es noch eine von der AfD organisierte Simson-Ausfahrt durch den Harz geben. Auch die internationale Presse ist da. Noch zwei Wochen sind es an diesem Tag bis zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Aber daran liegt es nicht. »Aufgeregt bin ich eigentlich nicht mehr, nach gestern aber schon.« Gestern, das war, als ein Reporter von Spiegel TV von einem rechtsextremen Streamer angegriffen wurde, während dieser Reporter Kreschel bei der Arbeit begleitet hatte. Und jetzt steht Kreschel hier mit einer Reporterin der ZEIT und weiß nicht, ob das wieder passieren könnte. Er schraubt an seiner Colaflasche rum und fragt sein Kamerateam: »Wie sehe ich aus?« Er spricht mit der Polizei, die ihn warnt, dass es auch hier und heute zu »Unmutsbekundungen« kommen könne. Dann läuft er auf die Festwiese.
Automatische Zusammenfassung
Diese Fragen beantwortet der Artikel:
- Wie prägt Hannes Kreschel als Politikinfluencer den AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt?
- Warum sucht Kreschel die Konfrontation mit AfD-Anhängern und was zeigt er davon im Netz?

