Bei der Bundestagswahl im Jahr 1976 holte die Union 48,6 Prozent der Stimmen und war damit die mit Abstand stärkste Kraft im Parlament. Bundeskanzler wurde aber nicht der Unionskandidat Helmut Kohl, sondern Helmut Schmidt, der seine sozialliberale Koalition mit der FDP fortsetzen konnte, obwohl die SPD nur auf 42,6 Prozent der Stimmen kam.
Weshalb das hier erzählt wird? Weil es zeigt, welchen Grad an Absurdität die Brandmauerdebatte inzwischen erreicht hat. Der Historiker Andreas Rödder diagnostiziert eine »Repräsentationslücke«, die dadurch entstehe, dass ein wachsender Anteil der Wählerinnen und Wähler ausgegrenzt werde. Für den Verfassungsrechtler Volker Boehme-Neßler ist die Brandmauer das »Gegenteil von Demokratie« und widerspricht dem Geist des Grundgesetzes.
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Diese Fragen beantwortet der Artikel:
- Warum ist es in einer parlamentarischen Demokratie nicht undemokratisch, wenn die stärkste Partei nicht regiert?
- Was spricht laut dem Text gegen ein Ende der Brandmauer zur AfD?

