Wiesbaden – Gute Nachrichten für alle Verbraucher: Die Inflation in Deutschland ist im Dezember auf 1,8 Prozent gesunken und damit so niedrig wie seit September 2024 nicht mehr. Günstigere Energie und sinkende Preise bei Nahrungsmitteln sorgten für die Entspannung. Damit rutschte die Inflationsrate unter die psychologisch wichtige Marke von zwei Prozent.
Im September 2024 war die Teuerung mit 1,6 Prozent noch niedriger gewesen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Monatsvergleich stagnierten die Preise von November auf Dezember. Aufs ganze Jahr 2025 gesehen lag die Inflation genauso hoch wie im Vorjahr, nämlich bei 2,2 Prozent.
Sprit und Strom deutlich günstiger
Besonders erfreulich: Sprit, Strom und Gas wurden im Dezember um 1,3 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Im Jahresdurchschnitt 2025 sanken die Energiepreise sogar um 2,4 Prozent gegenüber 2024. Auch bei Lebensmitteln entspannte sich die Lage, sie lagen nur noch 0,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Butter und Olivenöl wurden billiger.
Allerdings ist nicht alles günstiger geworden: Viele Nahrungsmittel kosten deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Rindfleisch verteuerte sich um 14,1 Prozent, Geflügel um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Und Dienstleistungen wie Personenbeförderung, soziale Dienste oder Versicherungen legten überdurchschnittlich um 3,5 Prozent zu.
Experten erwarten weiter Preisdruck
Experten gehen davon aus, dass die Inflationsrate 2026 über zwei Prozent liegen wird. Das Ifo-Institut prognostiziert für 2026 eine Rate von 2,2 Prozent, für 2027 dann 2,3 Prozent. Einen Preisschock wie 2022 und 2023 nach Kriegsbeginn in der Ukraine befürchten sie aber nicht. Damals waren Energie und Lebensmittel sprunghaft teurer geworden.
Die Kerninflation, also die Teuerung ohne schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise, sank im Dezember auf 2,4 Prozent, bleibt damit aber leicht erhöht. Das teurere Deutschlandticket und der höhere Mindestlohn bremsen eine stärkere Entspannung vor allem bei Dienstleistungen. Ohne die gesunkenen Energiepreise hätte die Jahresinflation 2025 sogar bei 2,6 Prozent gelegen.

