Am vergangenen Samstag hat US-Präsident Donald Trump im Streit um Grönland Strafzölle gegen mehrere europäische Staaten angekündigt und damit eine Krise im transatlantischen Verhältnis ausgelöst. Am gestrigen Mittwochabend dann nahm Trump seine Drohung unvermittelt zurück: Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er überraschend, er habe in einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte eine Rahmenvereinbarung für einen künftigen Deal zu Grönland erzielt. Unsere US-Korrespondentin Charlotte Walser erklärt in ihrer Analyse, wie diese neueste Wendung im Streit über Grönland zustande gekommen ist.
Trump entschärfte damit jedenfalls einen Konflikt, den manche schon für das sichere Ende der Nato und des transatlantischen Verhältnisses hielten. Am Nachmittag hatte er den Europäern beim Weltwirtschaftsforum in Davos wieder einmal vorgehalten, dass sie sich in die falsche Richtung entwickelten. Auch behauptete er, nur die USA hätten sich für die Nato eingesetzt. Nun sei es an der Zeit, etwas zurückzugeben – in Gestalt von Grönland. Es müssten sofort Verhandlungen beginnen für einen Verkauf Grönlands an die USA.
Angesichts dieses imperialistischen Gehabes müssen die Europäer auf der Weltbühne geschlossener und unabhängiger auftreten. Allerdings tun sie sich schwer. Kürzlich noch schien es, als hätten sie sich endlich zu einem Abkommen für freien Handel mit den Mercosur-Staaten in Südamerika durchgerungen. Am Mittwoch aber stellte das EU-Parlament wieder alles infrage, indem es das Mercosur-Abkommen zur Überprüfung an den Europäischen Gerichtshof überwies. Der Handelspakt dürfte sich damit abermals verzögern, die südamerikanischen Partner könnten die Geduld verlieren, berichtet SZ-Korrespondent Josef Kelnberger aus Straßburg.
Offensichtlich können die Europäer nicht mehr so richtig mit den USA, aber auch nicht so richtig mit sich selbst.
Was heute wichtig ist
US-Präsident Trump verkündet Einigung im Grönland-Streit. Nato-Generalsekretär Mark Rutte und er hätten sich auf einen Deal geeinigt. Die Einigung scheint zusätzlich zum Aufbau einer Militärpräsenz Versprechen zu enthalten. Genauere Details sind noch nicht bekannt. Welche Faktoren zu Trumps Umdenken beigetragen haben könnten. Zum Artikel
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Putin will eingefrorenes Staatsvermögen in den USA für Ukraine-Wiederaufbau und Friedensrat verwenden. Nach einem Friedensvertrag will Russlands Präsident Wladimir Putin angeblich russisches Staatsvermögen, das in den USA lagert und auf das er derzeit keinen Zugriff hat, für den Wiederaufbau der Ukraine verwenden. In den USA liegen allerdings nur vier bis fünf Milliarden Dollar, von denen Putin eine Milliarde in Trumps Friedensrat investieren möchte. Heute soll er sich mit US-Chefunterhändler Steve Witkoff treffen. Zum Liveblog zum Krieg in der Ukraine
EXKLUSIV Afghanen wollen Schutz statt Geld. Die meisten der in Pakistan gestrandeten Afghanen mit deutscher Aufnahmezusage haben das Angebot der Bundesregierung abgelehnt, Geld zu bekommen, statt nach Deutschland kommen zu dürfen. Das zeigt, wie groß die Angst der Betroffenen ist, nach Afghanistan zurückzukehren. Zum Artikel
Gerichtsprozess: Le Pen sagt Sätze wie Honig. Jedes Wort kann einen Unterschied machen im Prozess gegen Marine Le Pen wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder. Die Schwere der Entscheidung schwebt über dem Gerichtssaal wie eine Wolke: Es geht um die Zukunft Frankreichs. Zum Artikel
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Dossier Digitalwende: Neustart bei der Verwaltungsdigitalisierung. Mit einem zentral finanzierten Generalunternehmer und regionalen Unterstützungsteams soll erstmals ein flächendeckender Rollout von digitalen Verwaltungsleistungen gelingen. Digitalminister Wildberger will die neue Methodik gemeinsam mit Bayern und Hessen umsetzen. Auch wichtig: Das Forschungsministerium will eine zentrale Datentreuhandstelle schaffen. Zum Briefing
Dossier Geoökonomie: „Wir brauchen ein sicherheitspolitisches Kerneuropa“, fordert Ischinger. Der langjährige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sagt: Trumps Drohungen gegen Grönland erschüttern das Vertrauen in die westliche Weltmacht. „Unser Verhältnis zu den USA ist dauerhaft beschädigt”, sagt Ischinger im Interview mit SZ Dossier. Europa müsse aktiver werden. Eine „Außenpolitik mit Einstimmigkeitserfordernis“ lähme die EU. Zum Briefing

