Meiningen (Thüringen) – Es ist ein grausamer Mord, der Susanne G. (50), einer gelernten Hotelfachfrau aus Brotterode-Trusetal, vorgeworfen wird. Sie soll ihre Nachbarin Heidemarie S. (78) in den Keller gelockt, mit einer Wäscheleine gewürgt und dann mit einem Messer erstochen haben. Und das alles wegen 5500 Euro.
Seit Freitag steht die Angeklagte vor dem Landgericht Meiningen. Staatsanwältin Julia Krannich: „Am 21. Juni 2025 um 21.02 Uhr erhielt Heidemarie S. auf ihrem Festnetz den Anruf einer unterdrückten Handynummer. Sie wurde in den Keller gelockt, dort schlug ihr die Angeklagte mit einer Glasflasche auf den Kopf, danach mit der Faust ins Gesicht; es begann ein Kampf, bei dem Heidemarie S. zu Boden ging.“
Hinter einem Aktendeckel verbarg Susanne G. (50) ihr Gesicht – sie soll ihre Nachbarin Heidemarie S. (†78) aus Habgier ermordet haben
Kopf gegen Waschmaschine geschlagen
Danach habe Susanne G. ihre Nachbarin mit bloßen Händen und einer Wäscheleine gewürgt und mit dem Kopf gegen eine Waschmaschine geschlagen – ehe sie schließlich nach einem Messer gegriffen habe, mit dem sie offenbar zustach. „Heidemarie S. erlitt mehrere schwere Stichverletzungen an Kopf, Hals und Körper.“
Nach der furchtbaren Tat im Keller habe sich Susanne G. in die Wohnung von Heidemarie S. begeben, um zwei EC-Karten zu klauen. „Damit hob sie am 13., 14., 15. und 16. Juni von drei Konten insgesamt 5500 Euro ab“, so Staatsanwältin Krannich.
Zeuge: „Das kam uns komisch vor“
Beim zuständigen Pflegedienst kam eine Mail an, in der behauptet wurde, Heidemarie S. sei in den Urlaub gefahren, eine weitere Mail ging an die Firma, die täglich Essen an Heidemarie S. lieferte. Darin hieß es, sie läge im Krankenhaus. Gegenüber einem Mitarbeiter des Pflegedienstes soll Susanne G. gesagt haben, dass die alte Dame in ein Auto gestiegen und davongefahren sei. Der Zeuge: „Das kam uns komisch vor, wir verständigten die Polizei.“
Staatsanwältin Julia Krannich verlas die Anklage mit den schweren Vorwürfen
Regina W. (64), Fußpflegerin, brach vor Gericht in Tränen aus: „Heidemarie hatte zuletzt Angst vor Susanne G., die sich zu ihrer inoffiziellen Betreuerin erklärte und dafür monatlich 600 Euro erhielt.“ Aufgeschreckt habe sie ein Überweisungsträger vom 1. April 2025, wonach Susanne G.s Sohn plötzlich 2400 Euro von ihrem Konto erhalten sollte.
„Meine Mandantin macht keine Angaben“, erklärt Susanne G.s Pflichtverteidiger Alexander Held am Freitag. Doch die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Meiningen in Thüringen wiegen schwer. Susanne G. machte sich während des ersten Verhandlungstages Notizen, schüttelte gelegentlich den Kopf. Der Prozess wird fortgesetzt.

