Grönland-Drohungen der USA
Tausende demonstrieren in Nuuk und Kopenhagen gegen Trump
Das Ringen um die Arktisinsel eskaliert: Angesichts der Drohungen aus den USA gehen die Menschen in Grönland auf die Straße – unterstützt von ihrem Premierminister. Auch in Dänemark wächst der Beistand.
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Regierungschef Nielsen: »Grönland steht nicht zum Verkauf«
Foto: Alessandro Rampazzo / AFP
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Tausende Menschen sind in Dänemark und auf Grönland gegen die Annexionspläne von US-Präsident Donald Trump auf die Straße gegangen.In der grönländischen Hauptstadt Nuuk schwenkten die Demonstranten Flaggen und sangen Lieder der einheimischen Inuit. Die Kundgebung stand unter dem Motto »Grönland steht nicht zum Verkauf«.
An der Demonstration nahm auch der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen teil. Ein Video zeigt, wie der 33-Jährige mit einer Fahne in der Hand ankommt. Bei eisiger Kälte zogen die Demonstranten vor das US-amerikanische Konsulat.
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Premier of Greenland 🇬🇱 arrives to the demonstration.January 17, 2026 pic.twitter.com/ovmjMRhR0z— Orla Joelsen (@OJoelsen) January 17, 2026
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Auch in Kopenhagen protestierten am Samstag Tausende gegen die USA. Sie versammelten sich vor dem Rathaus und skandierten »Kalaallit Nunaat!« – den Namen Grönlands auf Grönländisch.
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Demonstranten in Kopenhagen: »Kalaallit Nunaat!«
Foto: Emil Helms / Ritzau Scanpix Foto / AP / dpa
Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Militärische Gewalt schloss Trump dezidiert nicht aus.
Zuletzt kündigte er Strafzölle gegen Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland wegen der Grönland-Frage an. Diese würden zunächst ab dem 1. Februar zehn Prozent betragen, wie er am Samstag erklärte. Ab dem 1. Juni sollen sie demnach auf 25 Prozent steigen, wenn kein Abkommen für einen US-Kauf der Insel erzielt werde.
Senatoren gegen TrumpVor dem Start der Kopenhagener Demo hatten mehrere US-Parlamentarier bei einem Besuch ihren Widerstand gegen Trumps Pläne bekräftigt. »Grönland ist Teil Dänemarks, und Dänemark ist ein Nato-Verbündeter«, sagte der demokratische Senator Chris Coons während einer Pressekonferenz in der dänischen Hauptstadt. »Meiner Meinung nach sollte damit diese Diskussion beendet sein.«
Die derzeitige Behandlung Dänemarks könnte der Beziehung beider Länder nachhaltig schaden. Die Delegation, der auch zwei Republikaner angehörten, kündigte an, Kontakt mit US-Außenminister Marco Rubio aufnehmen zu wollen.
Auf Grönland waren am Freitagabend Soldaten und weitere Militärangehörige aus europäischen Nato-Staaten gelandet. Deutschland beteiligt sich mit 15 Soldaten an der Erkundungsmission. Sie sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen – mit dem Ziel, für mehr Sicherheit zu sorgen. Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande schicken Teams.
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