(SZ) Der Mensch ist keine Insel, so viel ist klar. Das ändert jedoch nichts daran, dass man bisweilen dieses heiße Sehnen verspürt, wenigstens auf einer Insel zu sein statt dort, wo man sich in Wahrheit gerade befindet, nämlich im Wartezimmer des örtlichen Orthopäden oder im Bewegungsraum der Kitagruppe Marienkäfer, beim ersten Elternabend des Jahres. Je wilder die Gegenwart sich gebärdet, umso dringender möchte man denken und fühlen können wie Hölderlins Hyperion: „Was kümmert mich der Schiffbruch der Welt, ich weiß von nichts, als meiner seligen Insel.“ Für den Traum von der Weltenflucht ist ein felsiges Schären-Eiland übrigens ebenso gut geeignet wie ein polynesisches Feinsand-Atoll. Ungeeignet ist hingegen Grönland, und schuld daran ist, wie könnte es sein, natürlich mal wieder Donald Trump.

