Forschungsministerin
Dorothee Bär sieht Deutschland bei Frauengesundheit als Entwicklungsland
Dorothee Bär prangert die Benachteiligung von Frauen bei der medizinischen Versorgung an. Die Bundesministerin sieht in den Ungleichheiten »Wahnsinn« und attestiert dem Land ein Mentalitätsproblem.
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Dorothee Bär
Foto: dts-Agentur / picture alliance
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Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) sieht deutlichen Aufholbedarf, was Frauengesundheit angeht. »Deutschland rühmt sich, weit voraus zu sein, hier sind wir Entwicklungsland«, sagte Bär der »Süddeutschen Zeitung«
. »Häufig ist die Medikation auf den männlichen Körper ausgerichtet.«
Es sei ein Wahnsinn, sagte Bär, dass bestimmte Frauenkrankheiten wie Endometriose und Lipödeme noch nicht ordentlich erforscht sind und Crashtest-Dummys erst seit Kurzem die Frauenkörper nachbilden. Sie sei überzeugt: »Wenn Krankheiten, die ausschließlich Frauen betreffen, Männer treffen würden, stünde die Forschung heute an einem ganz anderen Punkt.«Die 47-Jährige führt seit Mai das neu geordnete Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Am Dienstag eröffnet Bär in Berlin das Wissenschaftsjahr 2026, es soll unter dem Motto »Medizin der Zukunft« stehen. Unter anderem sollen bessere Präventionsstrategien im Fokus stehen.
Und für Prävention braucht es Forschung. Ein verschlepptes Problem bei Frauen, wie nicht nur Bär findet
. »Männer haben keinen Zyklus, sie können nicht schwanger werden – Forschung an Frauenkörpern ist komplexer. Genau deshalb müssen wir gerade hier aufholen und gezielt Lücken schließen.«Bär kündigt Forschungsgelder für Wechseljahre anIn dem Interview mit der »Süddeutschen Zeitung« kündigte Bär Fördermittel an, um die Ursachen der Wechseljahre und neue Behandlungsmöglichkeiten gezielt zu erforschen. Es gebe noch viele Hemmungen, über die Menopause zu sprechen.
»Eine Kollegin sagte mir einmal: ›Das ist doch Privatsache‹«, sagte Bär. »Aber genau das ist der Punkt – wir müssen offener darüber reden und handeln.«Bär äußerte sich auch zu Kommentaren über ihr Auftreten und über Kommentare, etwa dann, wenn sie ein Dirndl trägt . »Kritik an Frauen zielt oft zuerst auf Äußerlichkeiten«, sagte Bär. »Alle sagen, sie wollen ›echte Typen‹ in der Politik, aber sobald jemand nicht ins gewohnte Schema passt, heißt es schnell: zu laut, zu direkt, zu viel.«
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In dem Kontext wurde Bär auch auf Äußerungen ihres Parteichefs Markus Söder angesprochen, man erwarte nicht viel von ihr, nur viel Geld solle sie nach Bayern bringen. Sie habe gewusst, dass Söder es nicht so gemeint habe. »Er hat sich mittlerweile mehrfach dafür entschuldigt. Und jetzt ist auch mal wieder gut.«
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