Dingolfing (Bayern) – Gut einen Monat nach den vereitelten Anschlagsplänen auf einen Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing-Landau sind drei der fünf Tatverdächtigen in ihr Heimatland abgeschoben worden. Das bestätigte Oberstaatsanwältin Dr. Martina Mayer von der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus gegenüber BILD.
Nach BILD-Informationen handelt es sich bei den Abgeschobenen um drei Marokkaner (22, 28, 30), die direkt von der Untersuchungshaft aus den Rückflug in das nordafrikanische Land antreten mussten.
Autohändler Moustafa M. (56) sitzt weiter in U-Haft
Am 12. Dezember 2025 hatte die Polizei die mutmaßlichen Terroristen an der deutsch-österreichischen Grenze festgenommen. Sie sollen geplant haben, mit einem Lastwagen in einen Weihnachtsmarkt in Niederbayern zu rasen. Ein konkretes Ziel hatten die Männer demnach noch nicht ausgesucht. Gegen vier Tatverdächtige erging Haftbefehl. Ein Syrer (37), der sie in ihrem Vorhaben „bestärkt“ haben soll, kam in Präventivgewahrsam. Dieser kann in Bayern zur Verhinderung einer Straftat richterlich angeordnet werden.
Ein Verdächtiger nach zwei Wochen wieder frei
Doch obwohl das Gewahrsam bis zu zwei Monate dauern kann, wurde der 37-Jährige bereits am 27. Dezember wieder entlassen, teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München Anfang Januar mit. Bei einem weiteren Verdächtigen (56) war die Untersuchungshaft Mitte Januar gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Die Ermittlungen der Münchner Generalstaatsanwaltschaft, die in Bayern die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus ist, dauern an.
Mounir A. saß wegen Terrorverdachts in U-Haft und ist in sein Heimatland abgeschoben worden
Die Ermittler gehen von einem islamistischen Motiv für die Anschlagspläne aus. Als Kopf der mutmaßlichen Terrorbande gilt der Autohändler Moustafa M. (56) aus Wallersdorf. Laut BILD-Informationen war er der Polizei bereits wegen radikal-islamistischer Äußerungen bekannt. Der Ägypter soll am 5. Dezember während eines Freitagsgebets in einer Moschee in Niederbayern zu einem Lkw-Anschlag aufgerufen haben.
Terrorverdächtige kamen als Fachkräfte
Für den Terroranschlag soll Moustafa M. die drei nun abgeschobenen Marokkaner angeheuert haben. Offiziell waren sie offenbar bei ihm als Lkw-Fahrer für seinen Autohandel angemeldet und per Fachkräfte-Visum eingereist. Nach Angaben des Innenministeriums hielten sie sich rechtmäßig in Deutschland auf.

