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Die Bayern bei den Niners Chemnitz – das Top-Spiel in der Easycredit Basketball Bundesliga am Sonntag (16.30 Uhr live auf WELT.TV und Dyn).
Der Meister kommt mit elf Siegen in Serie aus München und hat die letzten neun Spiele gegen Chemnitz gewonnen. Zählt für Kevin Yebo (29) alles nicht. Der Power Forward der Niners, der noch vor einem Jahr im Kader der Münchner stand: „Wenn wir gegen die Bayern unseren besten Basketball spielen, ist das die halbe Miete. In der Historie sind die Niners schon ein Bayern-Schreck. Ich kann mich da an einige Duelle erinnern, wo wir sie aus dem Pokal geworfen haben oder uns harte Schlachten in den Playoffs geliefert haben. Deshalb: Chemnitz muss sich am Sonntag auf keinen Fall verstecken.“
Mitten im Interview: BBL-Star völlig von der Rolle
Yebo, der im März 2025 nach nur acht Monaten in München nach Chemnitz zurückkehrte, misst dem Duell persönlich keine besondere Bedeutung mehr bei: „Das Spiel gegen die Bayern ist für mich nichts Besonderes, ehrlich. Ich habe in meiner Karriere so viel gesehen, so viel erlebt. Und ich versuche, in der Liga jedes Spiel gleich zu betrachten, egal, ob es gegen die Bayern oder gegen einen Aufsteiger geht. Natürlich ist die Aufmerksamkeit höher. Aber dann brauche ich halt ein größeres Schutzschild, um das nicht an mich heranzulassen.“
Bei den Bayern kam Yebo in der letzten Saison in 13 Spielen auf 3,2 Punkte im Schnitt
Für Yebo lief es in München nicht gut. Mit dem damaligen Coach Gordon Herbert (66), eigentlich als lockerer Trainer bekannt, der seinen Spielern viele Freiräume lässt, kam er nicht klar. Yebo: „Man kann vorher immer denken, dass es mit einem Trainer gut matcht. Und dann ist es eine Katastrophe. Das ist wie bei einem Date. Da weiß man vorher auch nie, wie es läuft.“
Chemnitz-Star Kevin Yebo: „Bin wie ein wildes Pferd, das manchmal gezügelt werden muss“
Und so kehrte im März 2025 zum harten Hund Rodrigo Pastore (53) zurück. Mit ihm fand Yebo zurück in die Spur. „Ich bin ja eher der lockere Typ. Oder wie ein wildes Pferd, das auch manchmal gezügelt werden muss“, versucht der Chemnitzer Top-Scorer (18,2 Punkte) zu erklären. „Das passt mit Rodrigo sehr gut zusammen. Und wenn ich merke, dass mir jemand sehr vertraut, dann fühle ich mich am wohlsten. Dann wird aus dem wilden Pferd plötzlich ein Pferd, das sehr gut in einen Wettkampf passt.“
Rodrigo Pastore ist seit 2015 Cheftrainer in Chemnitz
Damit es gegen die Bayern für einen Sieg reicht, braucht das Team die Fans in der Chemnitzer Messe-Hölle. Yebo: „Das Fundament sind wir, die Mannschaft und die Fans. Erstmal müssen wir auf dem Feld zeigen, dass wir alles geben wollen, uns vor niemandem verstecken. Diese Energie müssen wir rüberbringen. Dann können die Fans uns auch ihre Energie zurückgeben. Das ist ein Kreislauf.“ Und dann klappt es auch mit dem Sieg gegen die übermächtigen Bayern.
Doch auf dem Weg zum dritten Meistertitel in Folge kann niemand die Bayern stoppen, oder? Yebo lacht. „Wir werden sehen. Ich war letztes Jahr dort, als der MBC die Bayern im Pokal rausgehauen hat. Ich bin nicht mehr auf diesem Trip, dass Bayern das Nonplusultra ist.“

