Der Hotelriese REVO wackelt – doch die Zimmer bleiben offen. Einer der größten europäischen Hotelbetreiber steht vor einer umfassenden Sanierung.
Rund 140 Gesellschaften der REVO Hospitality Group haben am Freitag beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind Hotels in Deutschland und Österreich. Die gute Nachricht: Alle rund 5500 Mitarbeiter bleiben an Bord. Der Betrieb von rund 125 Häusern läuft weiter.
Konkret betroffen sind u. a. das Hyperion Hotel in Leipzig, das Pullman Hotel Berlin Schweizerhof und das Ibis Styles Kiel.
Insolvenz in Eigenverwaltung bei REVO Hospitality Group
Die REVO Hospitality Group betreibt unter eigenen Marken und als Franchisenehmer insgesamt 250 Hotels. Sie liegen in 12 europäischen Ländern und 135 Städten. Zu der Gruppe gehören namhafte Marken wie Hilton, Accor, Wyndham und Marriott.
Zu den Gründen für die wirtschaftliche Schieflage schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung: „Mit der Wirtschaftskrise gerieten davon 140 Gesellschaften inklusive der Verwaltungs- und Holdinggesellschaft in Schwierigkeiten. Insbesondere die gestiegenen Lohnkosten und die starke Anhebung der Mindestlöhne, aber auch erhöhte Kosten für Mieten, Energie und Lebensmittel belasten das Geschäft.“ Ein weiteres Problem: die schnelle Expansion der vergangenen Jahre. Sie habe zu Doppelstrukturen und Integrationsproblemen geführt.
[–>Schnelle Sanierung bis zum Sommer geplant
Trotz der Lage zeigt sich die Geschäftsführung zuversichtlich. Rechtsanwalt Dr. Gordon Geiser erklärt: „Mit den überwiegend in Eigenverwaltung beantragten Verfahren für die rund 140 Gesellschaften bestehen gute Aussichten für eine zügige Sanierung und eine langfristige Fortführung. Wir werden den Geschäftsbetrieb umgehend stabilisieren und erste Sanierungsmaßnahmen in Absprache mit den wesentlichen Stakeholdern umsetzen.“
Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Benedikt de Bruyn wurde Geiser für die Dauer der Eigenverwaltungsverfahren zum Geschäftsführer der betroffenen Gesellschaften berufen.
