Sie ist die stärkste Fraktion im Gemeinderat und stellt in der laufenden Wahlperiode den ersten und zweiten Bürgermeister, dennoch wird die Parteifreie Wählergemeinschaft Unterföhring (PWU) ohne einen Kandidaten für den Chefsessel im Rathaus zur Kommunalwahl antreten. Andreas Kemmelmeyer, der seit 2014 dort die Amtsgeschäfte führte, zieht sich aus der Politik zurück und auch sein erster Stellvertreter Manuel Prieler steht nicht mehr zur Verfügung. Gleichwohl mangelt es in der Gemeinde, die als einer der wichtigsten Medienstandorte Deutschlands gilt, nicht an Kandidaten und Kandidatinnen für das Bürgermeisteramt.
Neben dem SPD-Mann Florian Kietsch werfen drei Frauen ihren Hut in den Ring: die Grüne Saran Diané, Claudia Leitner (CSU) sowie Anette Westarp (FDP). Der dritte Bürgermeister Johannes Mecke, der nach seinem Austritt aus der Grünen-Fraktion 2024 für die Partei Volt antreten wollte, wurde nicht zur Wahl zugelassen, weil er zu wenig Unterstützerunterschriften bekommen hatte.

Florian Klietsch, SPD
Der 1983 geborene Florian Klietsch bezeichnet sich als „Unterföhringer Kindl“ und ist seit mehr als 25 Jahren SPD-Mitglied. Zudem gehört er seit Jahrzehnten der Unterföhringer Rathausverwaltung an, ist dort unter anderem stellvertretender Hauptamtsleiter. Für seine Heimatgemeinde wolle er eine „Paradigmenwechsel“ einleiten, den „sozialen Aspekt“ und die Werte der SPD stärker gewichten. Wichtige Themen sind für ihn der kommunale Wohnungsbau, die Sicherung des Wirtschaftsstandortes und der Erhalt seiner Attraktivität, der Schutz und die Sicherung der (kostenfreien) Kinderbetreuungsangebote sowie der Ausbau der Betreuung und Beratung von Familien und Senioren.

Claudia Leitner, CSU
Ähnlich wie ihr SPD-Konkurrent bezeichnet sich Claudia Leitner als in Unterföhring tief verwurzelt. 1973 geboren, ist sie hier aufgewachsen und engagiert in örtlichen Vereinen und Organisationen. Seit 2020 sitzt sie für die CSU im Gemeinderat sowie im Kreistag. Leitner sieht sich als „Macherin“ und nennt eine stabile Finanzlage als eines ihrer Hauptziele. Als gelernte Bankkauffrau bringt sie entsprechende berufliche Erfahrung mit, die Mediengemeinde gilt mit einem Gesamthaushalt von mehr als 200 Millionen Euro als eine der reichsten im Landkreis München, wobei in jüngerer Zeit die Rücklagen stärker beansprucht wurden. Zudem liege ihr der Zusammenhalt im Ort am Herzen. „Fraktionsübergreifende Arbeit ist ganz wichtig“, sagt Leitner. „Wenn ich Bürgermeisterin bin, bin ich für alle Bürgermeisterin.“

Saran Diané, Grüne
Wenn Saran Diané die Wahl im März gewönne, wäre sie mit 24 Jahren eine der jüngsten Bürgermeisterinnen in Deutschland. Die Kandidatin der Grünen, die seit 2020 im Gemeinderat sitzt, sieht ihr Alter freilich als Vorteil, weil ihre „Anliegen alles Zukunftsthemen“ seien und meint damit vor allem gesellschafts-, klima- und umweltpolitische Entwicklungen. So ist die Klimaanpassung der Gemeinde für sie ein wichtiges Thema. Diané ist ausgebildete Seelsorgerin, Psychologiestudentin und in der Gemeinde vielfach vernetzt: Unter anderem ist sie Trompeterin bei der Blaskapelle, Mitglied im Verein „Baum der Hoffnung“, war mehrere Jahre im Katholischen Pfarrgemeinderat aktiv und ist stellvertretende Mesnerin.

Anette Westarp, FDP
Anette Westarp lebt sei knapp 40 Jahren in Unterföhring. Die Mutter zweier Kinder ist Wirtschaftssoziologin, hat viele Jahre in der Hightech-Branche gearbeitet, ihr Schwerpunkt liegt in den Bereichen Personal, Geschäftsführung und Beratung. Die stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende für München-Land nimmt für sich eine „liberale Haltung“ in Anspruch – „egal, ob in Beruf, Politik oder Familie“ und konstatiert: „Politik bedeutet für mich: das Richtige tun – auch wenn es Mut braucht.“ Schwerpunktthemen sind für sie Wirtschaft, Ortskerngestaltung, Digitalisierung und eine transparente Gemeindepolitik.

