35 Meter lange Höhle
Forscher sammeln Teile bedrohter Alpengletscher in der Antarktis
Die Gletscher der Alpen schmelzen. Damit zumindest Teile von ihnen erhalten bleiben, bringen Experten Proben des Eises in die Antarktis. Einer der ersten Eiskerne stammt vom Mont Blanc.
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Das Ice Memory Sanctuary an der Forschungsstation Concordia
Foto: Rocco Ascione / PNRA / ENEA
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In der Antarktis ist eine Schutzhöhle für Eisbohrkerne eröffnet worden. Dort sollen Proben von Eis eingelagert werden, das durch die Erderwärmung zu schmelzen droht. Zwei Proben von Alpengletschern seien in dem Schutzraum angekommen, teilte die Ice Memory Foundation mit
. »Wie eine Zeitkapsel enthalten diese Bohrkerne die Atmosphäre der Vergangenheit«, schreibt die Organisation in einer Mitteilung.
Bei dem Ice Memory Sanctuary handelt es sich um eine eigens in das Eis gegrabene Höhle an der französisch-italienischen Forschungsstation Concordia. Die Höhle liegt in neun Meter Tiefe und ist etwa 35 Meter lang. Die Temperaturen an dem Ort würden konstant bei minus 50 bis minus 54 Grad Celsius liegen, heißt es weiter. Weil im Gegensatz zu anderen Klimaarchiven keine zusätzliche Kühlung nötig sei, seien die Proben vor Temperaturschwankungen und Stromausfällen geschützt.
Ankunft mit SonderflugDie beiden ersten Eiskerne waren an Alpengletschern des Mont Blanc und des Grand Combin entnommen worden. An Bord eines Forschungsschiffs wurden sie in die Antarktis verfrachtet, auf einer 50 Tage langen Reise. Mit einem Sonderflug, bei dem der Frachtraum nicht geheizt wurde, erreichten sie schließlich die Concordia-Station.
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Forscher mit Eisbohrkern
Foto: Riccardo Selvatico / ENEA / IPEV / Ice Memory Foundation
In den kommenden Jahren sollen in der Höhle Dutzende Proben eingelagert werden, unter anderem aus den Anden und dem Kaukasus. Die Eiskerne seien in dem Raum auf Jahrhunderte sicher, schreibt die Ice Memory Foundation. Sollten die Gletscher eines Tages verschwunden sein, würden die Bohrkerne ein »unschätzbares Vermächtnis für kommende Generationen« darstellen.
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Mithilfe von Eisbohrkernen rekonstruieren Forschende beispielsweise das Erdklima der Vergangenheit und untersuchen, wie stark Treibhausgase in der Atmosphäre die Erderwärmung vorantreiben. Sie machen sich dabei zunutze, dass Gase wie CO₂ und Methan in dem Eis eingeschlossen sind.
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