Ondertussen bij de Buren (bèta/AI-testfase)

Ondertussen bij de Buren is een experimentele website met focus op Duits nieuws. Via artificiële intelligentie (AI) wordt geprobeerd het nieuws van Duitsland te selecteren. Er wordt veel geëxperimenteerd, waardoor deze site regelmatig nogal veranderd. Zo wordt getracht consistente vertalingen te realiseren. Ook de kwaliteit van de afbeeldingen wisselt door experimenten. Als bronnen dienen geselecteerde RSS-feeds van diverse Duitse nieuwsbronnen. RSS-feeds worden door de bronnen zelf beschikbaar gesteld en bevatten nooit het gehele artikel, maar in kop, introductietekst of samenvatting en waar mogelijk een afbeelding. Hierdoor is het risico op rechtenschending nagenoeg nihil.

„Ondertussen bij de Buren“ (Mitlerweile bei den Nachbarn) ist eine experimentelle Website, die sich auf deutsche Nachrichten konzentriert. Sie nutzt künstliche Intelligenz (KI), um Nachrichten aus Deutschland auszuwählen. Aufgrund laufender Experimente – etwa bei dem Versuch, konsistente Übersetzungen zu erzielen – unterliegt die Seite häufigen Änderungen; auch die Bildqualität variiert infolge dieser Versuche. Als Quellen dienen ausgewählte RSS-Feeds verschiedener deutscher Nachrichtenanbieter. Diese Feeds werden von den Anbietern selbst bereitgestellt und enthalten niemals den vollständigen Artikel, sondern lediglich eine Überschrift, einen Einleitungstext oder eine Zusammenfassung sowie – sofern verfügbar – ein Bild. Der vollständige Artikel lässt sich über einen Link bei der jeweiligen Quelle abrufen, wodurch das Risiko einer Urheberrechtsverletzung praktisch ausgeschlossen ist.



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  • »Tatort«-Trauerspiel über Influencerin In welchem Sarg würden Sie Ihr Kind beerdigen? »Er

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Categorie: Nieuws

  • Theatertreffen Berlin: Da schau her, die Münchner Kammerspiele sind ein Hotspot

    Theatertreffen Berlin: Da schau her, die Münchner Kammerspiele sind ein Hotspot

    Die Münchner hegen einen nicht allzu zimperlichen Umgang mit den Berühmtheiten ihrer Stadt. Da muss man nur auf die Eisbachwelle blicken. Sie ist regelrecht heruntergeputzt worden, und jetzt türmt sich nur die Empörung, aber eben kein Wasser mehr auf. Eine andere Berühmtheit dieser Stadt, die Münchner Kammerspiele, kennt das mit dem Herunterputzen und der Empörung auch. Zudem wird zwar nicht der Wasser-, aber doch der Geldhahn stets weiter zugedreht. Trotzdem, liebes München, haben die Kammerspiele nichts von ihrem Flow verloren, sie haben sogar zugelegt, sie reißen einen mit.

    Das mag jetzt in den Ohren all derjenigen seltsam klingen, die sich mit Beginn der Intendanz von Barbara Mundel über das Theater an der Maximilianstraße aufgeregt haben. Zu wenig bekannte Stoffe, Titel, mit denen man nichts anfangen kann, didaktische Produktionen. Aber diese Rüffel kamen zuletzt nur noch von Menschen, die jahrelang nicht mehr in den Kammerspielen waren. Sie sind ja auch Unsinn. Wenngleich der Münchner Dynamisches wie Wasserläufe liebt, ist er in seiner Meinung oft beharrlich. Hat ihn die erste Welle nicht gepackt, versucht er es an selber Stelle lange nicht noch einmal.

    Was läuft in der Literatur

    :Welche Lesungen in die Zukunft weisen

    Das Münchner Literaturjahr beginnt mit einer Fülle an Möglichkeiten, mit Lesungen von Ursula Krechel bis Peter Licht. Und mit einem neuen Comicladen im Herzen der Stadt.

    Von Antje Weber

    Da ist es natürlich umso besser, wenn eine Nachricht zu den Kammerspielen die bayerische Landeshauptstadt quasi von nächsthöherer Stelle erreicht. Also aus der Hauptstadt. Die unabhängige Jury des Berliner Theatertreffens hat entschieden, die Münchner Kammerspiele erneut einzuladen – aber doppelt. Diesmal sind zwei Produktionen beim wichtigsten Treffen der Branche dabei, sozusagen bei der deutschsprachigen Theater-Oscarverleihung. Wobei die Einladung schon der Oscar ist. Die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen aus 739 gesichteten Arbeiten reisen an. „Mephisto“ und „Wallenstein“ sind zwei davon.

    Zwei von zehn Top-Inszenierungen stammen 2026 also aus den Kammerspielen, eine Quote von 20 Prozent für ein Haus, das in den vergangenen Jahren so hartnäckig an einer Quote gemessen wurde. Allerdings an einer anderen, der Auslastungsquote. Die plätscherte einige Zeit zwischen 50 und 60 Prozent herum. Mittlerweile liegt sie deutlich höher. Seit Barbara Mundel Intendantin ist, waren die Kammerspiele nur 2025 nicht zum Theatertreffen eingeladen (2021 mit einer Koproduktion). Ergibt eine Quote von 83 Prozent.

    Natürlich sind die Entscheidungen der Theatertreffen-Jury nicht das Maß aller Dinge. Werden diese bekanntgegeben, werden sie sofort kritisiert. Kunst ist eben auch Geschmackssache. Aber diese Welle sollte München schon reiten. Mit schönen Grüßen nach Berlin: Die Kammerspiele sind gerade einer der geilsten Theater-Hotspots im deutschsprachigen Raum.

  • Kommunalwahl 2026: So tickt die Generation Tiktok

    Kommunalwahl 2026: So tickt die Generation Tiktok

    Es ist reichlich leer im Jugendzentrum. Kalt ist es auch in der ehemaligen Aula der stillgelegten Mittelschule in Vaterstetten. Jugendpflegerin Martha Golombek steht dick eingepackt in Mantel und Schal hinter dem Tresen. „Naja, wir sind hier in einem Abrisshaus“, sagt sie. Das Schulgebäude ist angezählt und war von jeher nur als Übergangslösung gedacht. Das mag die Temperatur erklären. Aber wo sind die Jugendlichen? Haben sie sich abschrecken lassen, weil ein Demokratietag anberaumt war an diesem Donnerstag?

  • Agartha-Verschwörung: Tirol als Tor zur Unterwelt

    Agartha-Verschwörung: Tirol als Tor zur Unterwelt

    Tirol ist wunderschön. Raue Berge, kristallklare Seen, verträumte Wiesen. Oder, wie Schlagerlegende und Tirol-Ureinwohner DJ Ötzi es formulierte: „De Berg so hoch und tiaf es Tal.“  Mit dem Song „Tirol“ von 2013 hat der Kinnbart-und-Beanie-Träger seiner Heimat eine Hymne in feinster Mundart gewidmet. Und es geht um so viel mehr: die vergebliche Suche nach ländlicher Herzlichkeit in der Großstadt, die Sehnsucht nach der Heimat, Verletzlichkeit und Hoffnung.

    Worum es nicht geht: merkwürdige Hohlerde-Theorien. Trotzdem tauchen seit einiger Zeit immer mehr Tiktok- und Instagram-Posts mit dem in die Jahre gekommenen Song im Hintergrund auf, und unter Skiurlauber und heimatverbundene Tiroler als Absender mischen sich überraschend viele Spinner der besonderen Art. Sie posten KI-generierte Bilder, Illustrationen von blonden, blauäugigen, Legolas-ähnlichen Typen und schlechte Fotocollagen von weißen Monster-Energydrinkdosen. Und immer wieder steht da irgendwo geschrieben: Agartha.

    Aga-was?

    Ähnlich wie Atlantis gilt Agartha als ein fiktiver, mysteriöser Ort, in diesem Fall soll er sich im Inneren der Erde verstecken. Wo genau der angebliche Eingang liegt, weiß natürlich niemand, vermutlich irgendwo im Himalaja. An diesem Ort soll es dann eine Art überlegene Zivilisation geben, ein kulturell, wissenschaftlich und gesellschaftlich hoch entwickeltes Königreich, das nur Auserwählte finden und betreten können. Die ersten Erwähnungen werden französischen Okkultisten und Autoren Ende des 19. Jahrhunderts zugeschrieben, die ihre Informationen wahlweise aus jahrtausendealten indischen Schriften, mongolischen Sagen oder übernatürlichen Eingebungen bezogen haben wollen, Quelle: Vertrau mir, Bruder. Sogar die Nationalsozialisten suchten in den 1930er-Jahren bei Expeditionen in Tibet neben kälteresistenten Getreidesorten nach Hinweisen auf arische Zivilisationen.

    Dabei ist man sich nicht mal bei der Schreibweise einig: Heißt es jetzt Agartha oder Agharta oder Aghartta oder Agharti? Auch popkulturell wurde der Mythos verarbeitet, etwa 1975 in der ARD-Mystery-Serie „Sie kommen aus Agarthi“ oder dem japanischen Animationsfilm „Die Reise nach Agartha“ von 2011.

    Mammuts, die eine riesige Energydrink-Dose durch eine Eislandschaft ziehen, während im Hintergrund „Tirol“ von DJ Ötz läuft? In Agartha anscheinend ganz normal.
    Mammuts, die eine riesige Energydrink-Dose durch eine Eislandschaft ziehen, während im Hintergrund „Tirol“ von DJ Ötz läuft? In Agartha anscheinend ganz normal. (Foto: Screenshot: Tiktok/SuprimeFX)

    Was genau hat DJ Ötzi jetzt aber mit der ganzen Nummer zu tun? Nun, gesungen wird seine Bob-Ross-ige Beschreibung der Tiroler Alpenlandschaft auf den eingängigen Reggae-Rock-Beat von „Down Under“ der australischen Band Men at Work von 1981. Eigentlich passend, beschreibt das Original doch ebenfalls die Identifikation mit dem Heimatland, nur eben Australien, down under, und nicht Tirol, up high. Genau die Verknüpfung mit „Down Under“ dürfte ein Grund für das plötzlich wieder steigende Interesse am Song von DJ Ötzi sein. Denn „Down Under“ ist nicht nur ein australischer Kultsong, er hat sich auch zur inoffiziellen Hymne der Agartha-Verschwörungsgruppe gemausert. Und die liebt nun eben auch DJ Ötzis Version.

    Natürlich glauben längst nicht alle Agartha-Kommentatoren, dass es diesen Ort tatsächlich gibt, es dürfte ganz im Gegenteil eher ein Bruchteil sein. Agartha ist eine Hülle für klassisches Shitposting: Es werden mit Absicht sinnlose, absurde Inhalte geteilt; der Dadaismus des Internets. Oft sind solche Posts mit einer aggressiven Stimmung versehen: übersteuerte Musik, grelle Farben, überladene, pixelige Bildcollagen. Das an sich, könnte man sagen, ist eben das Internet. Die Idee, dass man eine Dose des weißen Monster-Energydrinks trinken muss, um den geheimen Ort betreten zu dürfen, klingt verrückt, aber nicht gefährlich. Allerdings mischen sich unter die klassischen Internettrolle auch Rechtsextreme. Überlappungen dieser zwei Gruppen sind keine Seltenheit, die Grenzen zwischen Satire und Ernst oft unklar. Dass es zufällig blonde Menschen mit blauen Augen sind, die Agartha bevölkern, und auch nur Menschen dieses Phänotyps Zugang gewährt werden soll, klingt dann eben doch nach Rassenideologie.

    Man könnte sich als Künstler auch von so einer Instrumentalisierung abgrenzen

    Wer durch die mit „Tirol“ unterlegten Videos scrollt, findet zwischen Tanzvideos im Schnee und Bergpanoramen auch Nazisymbole und knallharte Holocaustleugnung. Immer wieder taucht in den Bildern oder Kommentaren die Zahl 271 auf – stellvertretend für die antisemitische Lüge, beim Holocaust seien nicht sechs Millionen Juden systematisch ermordet worden, sondern „nur“ 271 000. Noch ekliger ist die darauf oft zu lesende Antwort „not enough“. Dass solche Aussagen sich im strafrechtlich relevanten Bereich bewegen, scheint Tiktok nicht zu interessieren – entweder die Plattform hat die Löschversuche aufgrund der schieren Menge an neuen Inhalten aufgegeben oder es gar nicht erst probiert.

    Natürlich ist DJ Ötzi nicht verantwortlich für das, was andere Menschen aus seiner Musik machen. Zwar protestierte Ariana Grande gegen die Vereinnahmung ihrer Musik durch die Trump-Administration, Herbert Grönemeyer verbot Politikern, seine Songs für Kampagnen zu verwenden. Doch der Fall „Tirol“ ist ein wenig anders gelagert. Hier geht es eben nicht um einzelne, virale Videos von prominenten Persönlichkeiten, gegen die man als Künstler geordnet vorgehen könnte. Mit einem Klick ist ein KI-Meme erzeugt, mit einem weiteren Klick ist der entsprechende Song hinterlegt. Oder einfach nur ein entsprechender Kommentar unter einem Video getippt. Alle „Tirol“-Videos zu finden und zu prüfen, kann nicht die Aufgabe des Künstlers sein.

    Was er natürlich dennoch tun kann: sich von der Instrumentalisierung der eigenen Kunst abgrenzen. Gern hätte man DJ Ötzi deshalb zu seiner neuen Zuhörerschaft befragt, erfahren, ob er die Memes gesehen hat und was er darüber denkt. Doch das Management des Musikers lässt mitteilen, aus Termingründen könne man leider nichts zu dem Thema sagen.

  • Satirische Jahresabrechnung im Lustspielhaus München: Hier wird Markus Söder zum Bismarckhering

    Satirische Jahresabrechnung im Lustspielhaus München: Hier wird Markus Söder zum Bismarckhering

    Schlachtplatte? Muss man mögen, diese maximale Deftigkeit, die es nur noch selten auf die Speisekarten der Nation schafft. Insofern schon mutig, ein satirisches Programm nach diesem eher gestrigen Gruß aus der Küche zu benennen. Doch der Kölner Kabarettist Robert Griess zieht das durch. Schon seit 20 Jahren bastelt er sich für ein paar Wochen im Januar ein immer wieder neues Ensemble zusammen, für das Projekt satirische Jahresendabrechnung. Oh weh, denkt da der geneigte Besucher, kann man dieses 2025 denn nicht da lassen, wo es ist: in der Vergangenheit?

  • Pop: Wenn die Drogen aufhören zu wirken

    Pop: Wenn die Drogen aufhören zu wirken

    Man kann als letztgültige These zur Welt vielleicht mal wieder dies festhalten: Es gibt immer einen größeren Fisch. Ganz egal, wie gigantisch und übermenschlich die Leute sind, irgendwem eifern sie alle nach. Vor mindestens einem (oder einer) zittert jeder. Für den zwischenzeitlich als Gott gepriesenen Gitarristen Eric Clapton, nur zum Beispiel, war es der von irgendwo weit hinterm Mars eingeflogene Jimi Hendrix. Der wiederum soll in Fragen des Songwritings, Textens und ganz allgemein der Wahrhaftigkeit einigermaßen schlotternd auf Bob Dylan geblickt haben. Und so weiter.

    Von Robbie Williams lässt sich recht fundiert behaupten, dass er während der bei ihm weithin übergangslos gedehnten Phase zwischen später Pubertät und früher Midlifecrisis, also etwa von den frühen Neunzigern bis heute, sehr gerne Liam Gallagher gewesen wäre. Der wiederum vor allem in jenen Momenten, in denen er wie ein in LSD-getränkter Spargel krumm und arschcool über die Bühnen der Welt lümmelt, dem Stone-Roses-Frontmann Ian Brown huldigt. Und in allen anderen John Lennon.

    Robbie Williams: „Britpop“.
    Robbie Williams: „Britpop“. (Foto: Columbia)

    Das ist hier nun deshalb interessant, weil Williams sich erstens (angeblich spontan) entschieden hat, die Veröffentlichung seines neuen Albums um drei Wochen vorzuziehen. Und weil er dieses Album (sorgfältig geplant und inhaltlich einigermaßen stimmig) „Britpop“ genannt hat. Was auf diversen Ebenen zunächst mal eine fantastische Nachricht ist.

    Mit etwas Glück bewahrt es die Welt vor allem anderen mal davor, dass Oasis selbst sich mit dem Versuch lächerlich machen müssen, den sogenannten Spirit von einst noch einmal auszugraben. Zum andere bringt es Williams aber auch endlich zurück zu neuer Musik.

    30 Jahre später also das Album, das „ich nach meinem Ausstieg bei „Take That“ im Jahr 1995 machen wollte“

    Der Sänger war in den vergangenen Jahren ja arg als Verwalter und altersgütiger Haupterzähler seiner eigenen Geschichte gebucht. Mit einer bemerkenswert langweiligen Netflix-Serie, in der er in sehr engen Unterhosen auf einem Bett lag und alte Videos von sich selbst kommentierte. Mit einem bemerkenswert kurzweiligen Blockbuster-Film, in dem er von einem computeranimierten Schimpansen verkörpert wurde. Und vorher und nachher mit Tourneen, die Hit-satt waren, bombastisch und gleichzeitig immer wieder pantomimenhaft schön und intim. Aber doch auch latent Gefahr liefen, zum Vorort-gefällig vertonten Wikipedia-Eintrag zu werden. Und jetzt, gleich zu Beginn, ein Song mit Tony Iommi.

    Der Gitarrist Iommi hat seine Greifhand Mitte der 60er-Jahre mal in einer Blechpresse versenkt und darüber die Kuppen von Ring- und Mittelfinger eingebüßt. Um weiterhin spielen zu können, setzte er Plastikprothesen auf, zog sehr dünne Saiten auf sein Instrument, stimmte die tiefer und erfand so, aus Versehen und mit einer Band namens Black Sabbath das Hippie-Verschrecker-Genre Heavy Metal. Auf „Rocket“, dem Opener von „Britpop“, schmiert er denn auch gleich mal ein paar ölig-schwarze Riffs in die Szenerie. Dazu gibt es drüber und drunter und drumherum tolles Up-Tempo-Rock-Gerüpel und einen Text, in dem Williams mit viel Nachdruck feststellt, er wäre für eine nicht exakt benannte Gruppe von Menschen gerne „die Rakete“. Eine Metapher vermutlich. Es muss enorm Spaß gemacht haben, das aufzunehmen.

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    Was auch für einen Schwung der anderen Songs gilt. Für das neongrelle, Papageien-zickige „Bite Your Tongue“, in dem die Sirenen heulen und die Gitarren glaskalt und bissig herumpicken. Für das breitbeinige, von Wuchtklavieren vorwärtsgehämmerte „Cocky“ („You get to talk to Jesus, I get to talk to god“). Für das von sehr unpeinlichen Streichern getragene Lied über das Abklingen der Drogen, über die miese Sonne, die die wohlige Dunkelheit vertreibt, und die verdammten Vögel, die daraufhin wieder ihre Unflätigkeiten zwitschern: „And it’s all good until the birds start chirping / The strangers leave and the drugs stop working“.

    Man hört, fühlt, weiß nahezu, mit welcher Schwerelosigkeit, Freude und Unbekümmertheit Williams diese Lieder eingesungen hat. Erahnt die wiedergewonnene Naivität, mit der er, endlich, das Album geschrieben und veröffentlicht hat, das „ich nach meinem Ausstieg bei Take That im Jahr 1995 machen wollte“ (er über das Werk). Und wem dieses einigermaßen bezaubernde Gefühl genügt, lese an dieser Stelle nicht weiter.

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    Wirklich gute Musik bringt das Ganze nämlich trotzdem kaum hervor. „Britpop“ will hymnisch sein, wuchtig, rotzig und unbekümmert. Und verwechselt das viel zu oft mit Streichersülz, Bombast und pseudofrechen Plattitüden, die leider auch noch hauptsächlich von früher künden („We used to stay up all night, thinking we were all spies“). Außerdem enthält es mit „Human“ und „Morrissey“, einer schwiemeligen, Spandex-blöden Synthie-Nummer über einen „exzentrischen“ Sänger, der von den Traurigen dieser Welt angehimmelt wird, zwei der erbärmlichsten Songs in Williams unbedingt beeindruckend langer Karriere. Zu viel kommt auch sonst nicht über Mimikry hinaus.

    „Britpop“ ist damit wie „Swing When You’re Winning“ – nur mit den Gallaghers anstelle von Frank Sinatra als Krafttiere. Was natürlich erst mal ein guter, wahrscheinlich sogar mutiger Gag ist. Ob dieser Gag allerdings albumlang werden musste, ist eine andere Frage.

  • Serie „Original aus Wien“, Folge 23: Die wilde Wanda

    Serie „Original aus Wien“, Folge 23: Die wilde Wanda

    Sie trug oft einen Pelzmantel oder einen schwarzen Herrenanzug, dazu ein weißes Hemd mit Stehkragen, Cowboymascherl, Stiefel und Schlapphut. Ihr Markenzeichen war eine ausziehbare Stahlrute. Damit schlug sie zu. Und sie schlug heftig zu, denn sie war furchtbar brutal, vor allem, wenn sie betrunken war. Sie zerschnitt das Gesicht ihrer Feinde, es waren Freier, die nicht bezahlten, oder Huren, die nicht gehorchten. Wanda Kuchwalek (vulgo: „Die wilde Wanda“) war Wiens erste und – soweit bekannt – bisher einzige Zuhälterin.

    Wanda Gertrude Kuchwalek wurde am 22. Jänner 1947 in Wien geboren – als uneheliche Tochter einer Schlangentänzerin und eines sowjetischen Besatzungsoffiziers, den sie nie sehen sollte. Sie wuchs zunächst im Zirkuswagen ihrer Mutter auf, später zog sie zur Oma nach Floridsdorf. Mit 14 Jahren wurde sie erstmals verurteilt, wegen Schuleschwänzen, Alkoholkonsum und einer Rauferei. Sie landete in Erziehungsheimen und sagte später, andere Frauen hätten sie dort vergewaltigt. Das alles trug dazu bei, dass sie wurde, wer sie war.

    Ende der 60er-Jahre tauchte Wanda Kuchwalek, die Technische Zeichnerin gelernt hatte, erstmals im Rotlichtmilieu auf. Kuchwalek war lesbisch, angeblich ekelte sie sich vor Männern, weshalb sie keine Prostituierte werden konnte. Sie ließ stattdessen Frauen für sich arbeiten; einige nahm sie als Geliebte. Ihr Revier war der 2. Bezirk rund um den Prater, Respekt verschaffte sie sich mit Gewalt. Die Welt schrieb: „Wanda‚ beschützte‘ mit Stahlrute, Totschläger, Messer und Pistole, sie zerschnitt die Gesichter ihrer Geliebten und Feinde gleichermaßen mit Rasierklingen oder verpasste ihnen ‚Zuckerfahrer ‘– Schnitte mit Würfelzuckerstücken quer über das Gesicht, die nur sehr schwer wieder heilten“. Natürlich wurde sie dafür verurteilt – sie verbrachte mehr als 20 Jahre im Gefängnis.

    Trotzdem waren Menschen fasziniert von ihr: Sie lebte offen homosexuell, als das noch geächtet war; sie war in der Halbwelt unterwegs; sie zeigte sich vor Gericht respektlos und frech – das klang, nun ja, nicht langweilig. Ihre Brutalität blendeten manche offenbar aus. Auch heute wird Wanda Kuchwalek teilweise verklärt. So hat sich die Wiener Indie-Rockband Wanda nach ihr benannt.

    In den 80er- und 90er-Jahren liefen ihre Geschäfte schlechter. Wanda Kuchwalek saß immer öfter mit ihrem Hund im Café „Amigo“ in der Brigittenau, trank und stritt sich. 1991 starb ihr Lebensmensch, die Großmutter. Am Ende lebte Kuchwalek von einer kleinen Sozialrente. Sie starb am 4. September 2004 mit nur 57 Jahren.

  • Seltener Bergbewohner: Wanted: Der weiße Hase

    Seltener Bergbewohner: Wanted: Der weiße Hase

    Jetzt nicht, dass es gleich wieder heißt: die Bayern und ihre ewigen Extratouren! Schließlich können die Bayern in dem Fall wirklich nichts dafür. Da ist der Schneehase schon ganz allein selber schuld, dass er sich ausgerechnet im Hochgebirge ab 1300 Metern aufwärts ansiedelt, also deutschlandweit halt wieder ausschließlich in Bayern. Und der Freistaat kümmert sich ja und nimmt seine naturgegebenen Sonderaufgaben an. Gerade hat das Bayerische Landesamt für Umwelt mitgeteilt, dass es den Alpenschneehasen „im Fokus“ habe.

    Das muss jetzt für das betreffende Tier zwar nicht immer gut ausgehen, wenn es von jemandem in den Fokus genommen wird. Und auch das Landesamt für Umwelt richtet seinen verschärften Blick vorrangig dann auf eine Art, wenn sie entweder bedroht ist oder als Bedrohung erscheint.

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    Aber all die Biologen und Zoologen dort wollen ihren – Achtung Akkusativ! – leporem timidum, den furchtsamen Hasen, ja nicht jagen, sondern nur erforschen. Sie haben ihn deswegen jetzt zur Fahndung ausgeschrieben. Und so extrem selten er auch sein mag: Der Schneehase trägt zu seiner Erforschung bei, was er eben kann. Gerade jetzt im Winter.

    Denn wenn es kälter wird und die Tage kürzer, dann färbt sich sein Fell schneeweiß – und das ganz unabhängig davon, ob um ihn herum tatsächlich Schnee liegt oder nicht. Auf die ganzen Schneilanzen und Schneekanonen in den Skigebieten kann sich der Alpenschneehase in der fortschreitenden Klimakrise aber auch nicht verlassen. Der Skibetrieb ist nämlich insgesamt nicht so seins, Schnee hin oder her.

    Und so täuscht sich der Schneehase mit seiner Tarnung immer öfter selbst. Dass ein weißer Hase im Grünen ganz gut zu sehen ist, das haben jedenfalls der Steinadler, der Uhu, der Fuchs und der Marder auch schon überrissen. Erfahrungsgemäß ignorieren die aber alle Aufrufe des Landesamts und der „Deutschen Wildtier Stiftung“ und melden ihnen weder ihre Schneehasen-Sichtungen noch stellen sie Fotos oder Aufnahmen von Wildtierkameras zur Verfügung.

    Dabei würde so ein Beitrag sehr dabei helfen, in zwei Jahren erstmals verlässliche Daten zu Bestand und Verbreitung des Schneehasen in Bayerns Bergen vorzulegen. Und mal davon abgesehen, dass die Stiftung ihn ja schon zum Tier des Jahres 2025 erklärt und für heuer längst den Rothirsch ausgerufen hat: Für den Schneehasen könnte es auch in anderer Hinsicht bald zu spät sein. Wenn sich sein Fell im Frühjahr wieder graubraun färbt, ist er nämlich leicht mit dem Feldhasen zu verwechseln, der zunehmend Haken in den Fels schlägt und von drunten im Flachland nach oben ins Alpine drängelt.

    Aber dieser Feldhase, der Adler, der Uhu, der Fuchs und der Marder werden schon sehen, was sie davon haben. Denn im Schnee ist der Feldhase dann wirklich gut zu sehen.

  • Industrie: US-Konzern kauft Traditionsfirma von der Ruhr

    Industrie: US-Konzern kauft Traditionsfirma von der Ruhr

    Ein Traditionsunternehmen von Rhein und Ruhr ist wohl bald amerikanisch: Der 1906 gegründete Stahlhändler Klöckner & Co. (Klöco) wird an den Metallverarbeiter Worthington Steel aus Ohio verkauft. Beide Firmen hätten eine Zusammenschlussvereinbarung unterzeichnet, heißt es in einer Mitteilung, die in der Nacht zum Freitag veröffentlicht wurde. Worthington Steel wird den Klöco-Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten und elf Euro je Anteilsschein zahlen. Das ist eine üppige Prämie von 80 Prozent verglichen mit dem Kurs von Anfang Dezember, bevor das S-Dax-Mitglied über Gespräche mit den Amerikanern informiert hat. Die Notierung legte am Freitagmorgen rasant zu.

  • Streit um Grönland Weißes Haus sieht Arbeitsgruppe offenbar als Kaufverhandlung Führen die

    Streit um Grönland Weißes Haus sieht Arbeitsgruppe offenbar als Kaufverhandlung Führen die

    Streit um Grönland

    Weißes Haus sieht Arbeitsgruppe offenbar als Kaufverhandlung

    Führen die USA nun »technische Gespräche« mit Dänemark über den Kauf Grönlands? Laut der US-Regierungssprecherin: Ja. Der dänische Außenminister widerspricht.

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    US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt im Weißen Haus

    Foto: Li Yuanqing Xinhua / eyevine / l / laif

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    Zwischen der US-Regierung und Dänemark gibt es offenbar unterschiedliche Sichtweisen auf die Arbeitsgruppe infolge des inoffiziellen Grönlandgipfels: Man habe sich geeinigt, dass dort »technische Gespräche über den Kauf Grönlands« geführt werden sollen, sagte Trumps Regierungssprecherin Karoline Leavitt im Weißen Haus. Alle zwei bis drei Wochen wolle man sich treffen.

    Anders sieht es der dänische Außenminister: Es werde sich um »eine sehr, sehr kurze Reihe von Treffen« handeln, sollten die USA andere Absichten haben als besprochen. Das sagte er dem dänischen Fernsehsender TV2 

    . Es gehe in der Arbeitsgruppe darum, ob man amerikanischen Sicherheitsinteressen in der Arktis besser gerecht werden könne.US-Präsident Donald Trump hatte unmittelbar vor dem Treffen sein Interesse an Grönland erneut betont – und verwies auf die strategischen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten. Trump schloss bislang einen Einsatz des US-Militärs nicht aus, um Kontrolle über Grönland zu erlangen.

    Mehrere Nato-Verbündete Dänemarks senden nun Soldaten für eine Erkundungsmission auf die Arktisinsel. Die Bundeswehr schickt 13 Soldaten, auch Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und Niederlande beteiligen sich. Ziel sei es, zu sondieren, wie andere europäische Nationen das Königreich bei der »Gewährleistung der Sicherheit in der Region« unterstützen können, hieß es aus dem Bundesverteidigungsministerium.

    Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet Dänemarks. Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten, Kaja Kallas, sagte: Im Fall eines gewaltsamen Konflikts um Grönland müssten Deutschland und die anderen EU-Staaten auf Antrag Dänemarks wohl Beistand leisten. Es würde die Beistandsklausel in Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags greifen, sagte die Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Derzeit sei das jedoch kein Thema. Grundsätzlich gilt eine militärische Konfrontation als sehr unwahrscheinlich.

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    Arktisinsel im Fokus der Weltöffentlichkeit: Warum Trump Grönland haben will

    Von Oliver Imhof und Anna-Lena Kornfeld

    Die US-Regierung zeigt sich von der Ankunft von Soldaten aus Nato-Staaten in Grönland unbeeindruckt. US-Regierungssprecherin Leavitt sagte im Weißen Haus: »Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben.«

    Auf Grönland gibt es große Vorkommen von Bodenschätzen. Karten zeigen, warum die riesige Arktisinsel auch militärstrategisch wichtig ist. Hier lesen Sie, warum Trump Grönland haben will 

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  • »Tatort«-Trauerspiel über Influencerin In welchem Sarg würden Sie Ihr Kind beerdigen? »Er

    »Tatort«-Trauerspiel über Influencerin In welchem Sarg würden Sie Ihr Kind beerdigen? »Er

    »Tatort«-Trauerspiel über Influencerin

    In welchem Sarg würden Sie Ihr Kind beerdigen?

    »Er war mein Victor Frankenstein«: Im Stuttgart-»Tatort« geht es um ein trauerndes It-Girl und den Ehemann, der sie berühmt gemacht hat. Beziehungshorror mit kleinem Konstruktionsproblem.

    Christian Buß

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    Pony Hübner (Kim Riedle), Thorsten Lannert (Richy Müller): »Dann hat er mich klein gemacht«

    Foto: Benoît Linder / SWR

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    Die härteste Szene in diesem »Tatort« dauert nur wenige Sekunden und hallt doch lange nach. Eine Frau scrollt sich durch einen Onlinekatalog mit Kindersärgen. Einer der Särge ist gestaltet wie ein Hühnchen, ein anderer wie ein Entlein. Einer ist rosa gestrichen, ein weiterer hellblau mit Schäfchenwolken.

    In welchem Sarg würden Sie ihre kleine Tochter beerdigen, wenn sie bei einem Unfall ums Leben gekommen wäre?Die Frau, die sich durch den Katalog kämpft, ist am Anfang dieses Krimis in einer Regennacht durchnässt und verwirrt auf einer Polizeistation erschienen. Angeblich war ihr Auto geklaut worden, ihr Sohn und ihre Tochter saßen noch drin. Kurz darauf wurde der Wagen aus dem Neckar gezogen. Das Mädchen ist tot, der Junge verschwunden. Jetzt treffen Erpresserbriefe ein, in denen Lösegeld für ihn gefordert wird. Die Mutter muss also einerseits darüber nachdenken, wie sie mit den möglichen Kidnappern des Sohnes umgeht und andererseits die Beerdigung der Tochter organisieren.

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    Darsteller Klare, Müller: »Die Katze auf dem heißen Blechdach« in neureicher schwäbischer Influencerinnen-Kulisse

    Foto: Benoît Linder / SWR

    Das Trauerspiel um die Kinder – das ist ein gewisses Konstruktionsproblem – bildet in diesem »Tatort« aber nur den Rahmen für ein Beziehungsdrama: Pony Hübner (Kim Riedle) war früher mal eine Internet-Berühmtheit, die für nichts anderes prominent war, als prominent zu sein. Ihr Ehemann, der Medienunternehmer Stefan Hübner (Hans Löw), hatte sie mittels seiner Heftchen und Portale zu einem sogenannten It-Girl aufgebaut. Das war noch vor der Hochzeit von Instagram und TikTok.

    Es grüßt die Katze vom BlechdachJetzt leben die beiden in stiller Verachtung in ihrer 400-Quadratmeter-Villa im Neureichen-Dekor nebeneinander her. Oder wie die Frau die Beziehung zu ihrem Mann gegenüber einem der Ermittler definiert: »Er hat mich gemacht. Er war mein Victor Frankenstein. Dann hat er mich klein gemacht.«Die Dialoge und Monologe sind pointiert. Sie stammen aus der Feder von Wolfgang Stauch, der auch das Drehbuch für den Opern-»Tatort« aus Köln vom vergangenen Sonntag geliefert hatte. Große Teile des Krimis sind als Kammerspiel angelegt, bei dem das Paar misstrauisch umeinander herumschleicht und sich gegenseitig herabwürdigt. »Die Katze auf dem heißen Blechdach« in neobarocker schwäbischer Influencerinnen-Kulisse.

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    Kommissar-Karussell: Alle »Tatort«-Teams im Überblick

    Die Kommissare Bootz (Felix Klare) und Lannert (Richy Müller) müssen nur zuhören, da erschließt sich die unheilvolle Symbiose, die auch noch bei abnehmender Berühmtheit intakt scheint: Sie braucht ihn und seine Medien, um darin ihr Spiegelbild zu finden. Selbst wenn dieses Spiegelbild inzwischen wenig schmeichelhaft ist – um im Gespräch zu bleiben, hatte sich das It-Girl auch Schlägereien mit Konkurrentinnen geliefert. Der dabei entstandene Selbsthass wird mit Alkohol heruntergespült. Wege zum Ruhm sind oft auch Wege zum Rum.Ist es Hass oder Liebe?Das Ex-Promi-Drama (Regie: Friederike Jehn, »Tatort: Du allein«) ist auf einen engen Zeitraum verdichtet, hinter dem wohlstandssatten Zynismus tun sich schnell Ambivalenzen auf. Die Abhängigkeiten innerhalb des Ehepaars sind nicht so eindeutig gelagert, wie es am Anfang scheint. Im Beziehungskrieg blitzt plötzlich Liebe auf. Pony und ihr Mann können nicht miteinander. Aber noch viel weniger können sie ohneeinander. Irgendwann tanzen die Zankhälse zärtlich zu der Soulballade »Falling Leaf« von Bud Ross and The Asylum 

    , während im Pool traurig das Herbstlaub treibt.

    Aber genau hier zeigt sich das Problem mit der Erzählstatik: Schwer vorstellbar, dass sich das Paar unter dem frischen Eindruck des schrecklichen, gesicherten Verlustes zumindest eines seiner Kinder eine Nacht lang nur um die Achse ihrer eigenen kaputten Liebe dreht.Was von diesem »Tatort« in Erinnerung bleibt, sind deshalb nicht die ausladenden Fahrten durch die Beziehungs- und Möbellandschaften. Es sind die fünf Sekunden, in denen man den Hühnchen- und den Entensarg sieht.Bewertung: 6 von 10 Punkten»Tatort: Ex-It«, Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste

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