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Categorie: Nieuws

  • Kreismusikschule Erding: Benefizkonzert mit Uraufführung

    Kreismusikschule Erding: Benefizkonzert mit Uraufführung

    Herzstück des Benefizkonzertes des Erdinger Jugendkammerorchesters Violinissimo  ist die Uraufführung einer Komposition des 18-jährigen Fabio Estay-Heydner. Der junge Taufkirchener, der schon bei mehreren Kompositionswettbewerben erfolgreich war, hat ein Konzert für Marimbaphon und Streichorchester geschrieben, das an diesem Samstag, 24. Januar, erstmals öffentlich erklingen wird. Solist am Marimbaphon ist Alexander Fickel.

    Mit „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi kommt aber auch ein weltweit beleibter Klassiker zur Aufführung. Außerdem steht das viersätzige Werk„Cycle“ der jungen Komponistin Clara Büsel auf dem Programm. Der Erlös des Konzerts im Saal der Kreismusikschule (Beginn 19.30 Uhr) kommt sozialen Projekte des Rotary Clubs Erding zugute. Karten gibt es im Vorverkauf in der Stadtapotheke, im Buchladen Leseglück und im Vodafone-Shop Erding.

  • Naturphänomen: Wann wieder Polarlichter über München leuchten könnten

    Naturphänomen: Wann wieder Polarlichter über München leuchten könnten

    Wer in der Nacht von Montag auf Dienstag in den Himmel schaute, konnte Zeuge eines Naturphänomens werden, das nur selten in deutschen Breitengraden zu beobachten ist: Aurora borealis, auch bekannt als Polarlichter.

    Sie entstehen durch Sonneneruptionen, die Plasmaströme voller elektrisch geladener Teilchen in Richtung Erde auslösen können. Sobald diese Teilchen das die Erde schützende Magnetfeld erreichen, werden sie in Richtung Nord- und Südpol gelenkt. Dringen sie dann in die Erdatmosphäre ein, kommt es zu einem chemischen Prozess, der das bunte Leuchten hervorruft.

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    Dass die Lichtschwaden auch in München sichtbar waren, lag an einer besonders starken Eruption am Sonntagabend. „Ein so extremer Masseauswurf ist sehr selten“, sagt Marco Sproviero, Vorsitzender der Beobachtergruppe Sternwarte Deutsches Museum. Zuletzt war das Naturspektakel im Mai 2024 in Bayern zu sehen. „Das war damals schon beeindruckend, aber da war es nicht so stark wie diesmal“, sagt er.

    Wenn der Himmel so klar bleibt, könnten die Lichter auch Dienstagnacht wieder zu sehen sein. „Wahrscheinlich aber nicht mit der gleichen Intensität wie am Montag“, sagt Marco Sproviero. Denjenigen, die es am Dienstag noch einmal probieren wollen, empfiehlt er deswegen, eher aus der Stadt herauszufahren, weg vom Streulicht und der Lichtverschmutzung, an einen Ort mit möglichst freiem Blick nach Norden. Nur in den Süden sollte man nicht fahren: „Sonst hat man wieder die Stadt mit ihren Lichtern dazwischen.“ Von Mittwoch an wird es dann unwahrscheinlicher, in München noch Polarlichter zu sehen: „Das ebbt schnell wieder ab“, sagt Sproviero.

    Bis Polarlichter hier erneut zu sehen sein werden, könnte es dauern. „Das lässt sich schwer vorhersagen. Wir wissen aber, dass die Sonne etwa alle elf Jahre eine Umpolung durchläuft, bei der es vermehrt zu Sonneneruptionen kommen kann“, sagt Sproviero. Dieser Prozess habe aber bereits Ende 2024 seinen Höhepunkt erreicht, sodass die Zahl der Eruptionen erst einmal eher weniger werde.

  • Ausstellung in München mit Werken von Wolfgang Tillmans: Die Welt im Blick eines Starfotografen

    Ausstellung in München mit Werken von Wolfgang Tillmans: Die Welt im Blick eines Starfotografen

    Man muss schon genau hinsehen, um den kleinen schwarzen Punkt vor der hellen Scheibe zu erkennen. Und man muss ein bisschen raten, dass es genau um diesen schwarzen Punkt hier geht. Dieser Punkt, das ist die Venus, die am 8. Juni 2004 die Sonne passierte. Wolfgang Tillmans hat den Venustransit damals durch ein Teleskop fotografiert. So wie auch andere Menschen. Und sieht man sich andere Aufnahmen von diesem Event im Internet an, so wirkt das Bild des weltweit bekannten deutschen Fotografen gar nicht mal so anders oder gar spektakulär. Aber das ist eine der Eigenheiten von Tillmans, wie man vom Ausstellungskoordinator im Espace Louis Vuitton in München, Leon-Vincent Löhe, erfährt. „Tillmans sucht den normalen Blick. Er will nachvollziehbare Erlebnisse schaffen.“

    Löhe erzählt das bei einem Rundgang durch die Ausstellung „Wolfgang Tillmans. Passages Silencieux. Selected Works from the Collection“, die Arbeiten des Fotografen aus mehr als 30 Jahren präsentiert. Die älteste stammt aus dem Jahr 1986, die neueste von 2020. Aber: Die Werke sind nicht chronologisch gehängt. Auch gibt es keine Hierarchie, keine eindeutige Ordnung. Ein paar Bilder haben einen Rahmen, die meisten aber nicht. Auch das ist alles typisch für den Fotografen, der Auswahl und Hängung selbst vorgenommen hat. Was vielleicht zufällig wirkt, ist also gewollt. Bei der Arbeit jeden Schritt zu kontrollieren, auch das ist, so Leon-Vincent Löhe, eine Tillmans’sche Eigenheit.

    Und das hat sich ausgezahlt, wie im vergangenen Jahr Ausstellungen von Tillmans im Pariser Centre Pompidou, im Albertinum in Dresden und im Haus Cleff in Remscheid zeigten. Tillmans ist ein Star. Seine Ausstellung in Paris wurde in dieser Zeitung als „das Kunstereignis des Sommers“ gefeiert. Und das, obwohl er in seiner Kunst meist auf das Kleine, Unspektakuläre setzt.

    Wobei es im Espace Louis Vuitton durchaus größere Formate gibt. Aber es gibt wie beim „Venus Transit“ Bilder, die sind 40 Zentimeter oder kleiner. Und das Unspektakuläre, das ist gleich auf dem ersten Bild „Still Life, Bourne Estate II“: ein Teil von einem Fensterbrett, auf dem ein Router, Muscheln und ein paar andere Dinge liegen.

    „Still Life, Bourne Estate II“ – das Unspektakuläre hat Methode.
    „Still Life, Bourne Estate II“ – das Unspektakuläre hat Methode. (Foto: © Courtesy Galerie Buchholz; Maureen Paley, London; David Zwirner, New York and Fondation Louis Vuitton, Paris)

    Bekannt wurde Tillmans in den Neunzigern aber mit anderen Bildern: denen einer queeren, lebens- und feierfreudigen Boheme in London, in die es in der Ausstellung nur einen kleinen Einblick gibt. Wie etwa auf dem Foto „Haselmaus“ von 1995, auf dem man Tillmans damaligen Freund Jochen Klein in Badehose vor einem Wasserfall sieht. Klein war ein bekannter Maler, der zwei Jahre später in München an Aids starb. Aids, für Tillmans ein wichtiges Thema, wie etwa die von ihm entworfene Aids-Memorial-Säule am Sendlinger Tor zeigt. Feiernde Menschen sieht man auch auf „Berlin“ von 2006, für das Tillmans eine alte Xerox-, eine Fotokopier-Arbeit aus den Achtzigern abfotografiert hat.

    Tatsächlich fing es bei Tillmans damit an, dass er Bilder aus Magazinen fotokopiert hat. Fotografiert hat er zunächst nur, um weiteres „Quellmaterial“ zum Kopieren zu haben, wie Leon-Vincent Löhe erzählt. Von da an hat sich der heute 57-Jährige immer neue Techniken erarbeitet. Bei der Serie „Einzelgänger“ von 2003  arbeitete Tillmans ebenfalls ohne Kamera. Stattdessen hat er fotosensitives Papier in ein Entwicklungsbad gelegt, das Ganze geschüttelt und belichtet. Das Ergebnis sind großformatige, abstrakte Werke mit den Farben Rot und Schwarz.

    „Hanging Tulip“ entstand 2020 im Studio.
    „Hanging Tulip“ entstand 2020 im Studio. (Foto: © Courtesy Galerie Buchholz; Maureen Paley, London; David Zwirner, New York and Fondation Louis Vuitton, Paris)

    Fotos wie „Stadium“ (2008) oder „Hanging Tulip“ (2020) sind in Tillmans’ Studio entstanden. Und sie belegen wie das Video „Peas“ von 2003, das für ihn alles bildwürdig ist. „Peas“ zeigt genau das: Erbsen, die in einem Topf kochen. Im Off hört man dabei aber einen Prediger aus einer christlichen Pfingstkirche gegenüber, dessen Worte zufällig in den Film geraten sind.

    Und so ist es meist bei Tillmans: Man sieht oft nicht viel und davon auch nur einen Ausschnitt. Aber dazwischen, daneben, dahinter, da steckt die ganze Welt.

    Wolfgang Tillmans. Passages Silencieux, bis 14. März, Espace Louis Vuitton, Maximilianstraße 2a, de.louisvuitton.com

  • Ski alpin: Brignone rast beim Comeback auf Rang sechs

    Ski alpin: Brignone rast beim Comeback auf Rang sechs

    Weltmeisterin Federica Brignone hat kurz vor den Olympischen Winterspielen ein beeindruckendes Comeback gefeiert. Im ersten Riesenslalom nach ihrer schweren Knieverletzung fuhr die Italienerin am Kronplatz auf den sechsten Platz und nährte die Hoffnungen auf einen Heim-Coup bei den Heimspielen.

    Anfang April 2025 war Brignone schwer gestürzt und hatte eine mehrfache Fraktur des Schienbeinplateaus und des Wadenbeinkopfes sowie einen Kreuzbandriss erlitten – ein Olympia-Start in Cortina schien ausgeschlossen. Den Härtetest für den großen Saisonhöhepunkt aber schaffte die 35-Jährige nun mit Bravour.Der Comeback-Hype um die zweimalige Weltcup-Gesamtsiegerin überstrahlte sogar etwas den Tagessieg von Julia Scheib. Die Weltcup-Führende aus Österreich setzte sich vor der Schweizerin Camille Rast und der Halbzeit-Führenden Sara Hector aus Schweden durch. Auf Rang vier fuhr Mikaela Shiffrin, die Slalom-Dominatorin in diesem Winter.

    Aus dem deutschen Team landete Lena Dürr auf dem 21. Platz – dabei rutschte sie nach Zwischenrang 15 aus dem ersten Lauf etwas zurück. „Es waren ein paar gute Schwünge dabei“, sagte sie danach im Bayerischen Rundfunk. Sie freut sich nun auf die anstehenden Technikrennen in Spindlermühle am Wochenende – in Tschechien hatte sie 2023 ihren bislang einzigen Weltcupsieg im Slalom gefeiert. Fabiana Dorigo wurde am Kronplatz 25., Deutschlands derzeit beste Alpin-Athletin Emma Aicher verzichtete auf einen Start.

  • Skispringen: Freitag bezwingt Prevc

    Skispringen: Freitag bezwingt Prevc

    Skispringerin Selina Freitag hat keine drei Wochen vor den Olympischen Spielen mit Platz drei im japanischen Zao ihre starke Form unter Beweis gestellt. Die 24-Jährige musste sich einzig Lokalmatadorin Nozomi Maruyama und Lisa Eder (Österreich) geschlagen geben. Für Weltmeisterin Nika Prevc aus Slowenien blieb nach sechs Siegen in Folge nur der vierte Rang.

    „Bei den stürmischen Bedingungen hatte ich ein bisschen das Glück auf meiner Seite. Es war sehr turbulent heute. Aber dennoch bin ich mega zufrieden“, sagte Freitag, die zum 20. Mal in ihrer Karriere und zum sechsten Mal in dieser Saison auf dem Podest landete. Auf den ersten Sieg muss sie aber weiter warten.

    Freitag kommt damit in ihrer Weltcup-Karriere auf elf zweite und neun dritte Plätze. Bei schwierigen Windverhältnissen flog die Vizeweltmeisterin auf der Normalschanze auf 88,0 und 97,5 m, nach dem ersten Durchgang hatte sie nur auf dem siebten Rang gelegen.Agnes Reisch, nach dem ersten Durchgang als Zweite noch mit Chancen auf ihren ersten Sieg, fiel auf den sechsten Platz zurück.

    „Im zweiten war ich zu spät. Es ist sauärgerlich, das Podest verschenkt zu haben“, sagte Reisch. Rekordweltmeisterin Katharina Schmid wurde bei widrigen Bedingungen sogar vom neunten auf den 29. Rang durchgereicht und war damit hinter Anna Hollandt (18.) nur viertbeste Deutsche.

    Am Mittwoch (8.15 Uhr MEZ) steht in Zao ein weiterer Einzel-Wettbewerb an, ehe der Tross auf seiner Asien-Tour nach Sapporo weiterzieht.

  • 184 200 Soldatinnen und Soldaten: Bundeswehr wächst wieder

    184 200 Soldatinnen und Soldaten: Bundeswehr wächst wieder

    Die Bundeswehr ist erstmals seit Jahren deutlich gewachsen und hat nun 184 200 Männer und Frauen in der aktiven Truppe. „Wir haben das beste Einstellungsergebnis seit Aussetzung der Wehrpflicht. Außerdem ist die aktive Truppe so groß wie seit 12 Jahren nicht mehr“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Die Zahl bedeutet einen Anstieg um rund 3000 Soldatinnen und Soldaten zum Stichtag 31. Dezember 2025. Die Zahl der freiwillig Wehrdienstleistenden stieg im vergangenen Jahr nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf 12 200, nach 10 300 Männern und Frauen im Jahr 2024. Dies ist ein Plus von gut 18 Prozent. Selbstgestecktes Ziel waren allerdings 15 000 freiwillig Wehrdienstleistende. Die Zahl soll in diesem Jahr auf 20 000 junge Männer und Frauen steigen. Um die neuen Nato-Ziele erfüllen zu können, muss die Bundeswehr noch kräftig wachsen.

  • Politik: Podiumsdiskussion zum Thema innere Sicherheit in Starnberg

    Politik: Podiumsdiskussion zum Thema innere Sicherheit in Starnberg

    Der Starnberger Verein „Gemeinsam demokratisch bunt“ lädt zu einer Podiumsdiskussion zum Thema innere Sicherheit am Mittwoch, 21. Januar, in die Schlossberghalle. Unter dem Titel: „Sorge der Bürger oder politischer Kampfbegriff?“, diskutieren von 19 Uhr an die Bundestagsabgeordnete Carmen Wegge (SPD) und Jan-Denis Wulff, Kriminaloberkommissar beim Bundeskriminalamt. Die Journalistin Lilian Boehme moderiert den Abend. Das Publikum hat die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mitzureden.

    „Die Sorge um die innere Sicherheit zählt laut Umfragen zu den größten Ängsten in der Bevölkerung“, heißt es in der Ankündigung. Gleichzeitig gehöre Deutschland „im internationalen Vergleich weiterhin zu den sichersten Ländern der Welt“. Diskussionsthemen sind, „wo reale Risiken liegen, wie Sicherheitslagen entstehen und welche Rolle politische Kommunikation dabei spielt“. Außerdem geht es um den Umgang mit organisierter Kriminalität und Menschenhandel, den Schutz kritischer Infrastruktur sowie polizeiliches Handeln bei Demonstrationen und Abschiebungen.

  • Deutsche Handballer: Die Achse der Zukunft

    Deutsche Handballer: Die Achse der Zukunft

    Juri Knorr sprach ruhig und überlegt, wie immer in druckreifen Sätzen, als er das EM-Spiel gegen die Spanier analysierte. Dabei hätte der Handball-Nationalspieler eigentlich vor Freude und Stolz bersten müssen, schließlich war er der Architekt dieses großen 34:32-Erfolgs gegen die Iberer, wohlgemerkt mit dem Turnier-Aus vor Augen. Nie zuvor war eine deutsche Nationalmannschaft in der Vorrunde einer Europameisterschaft gescheitert, die Spanier waren bis dahin sehr souverän durch die Vorrunde marschiert, das war die Ausgangslage.

    Knorr selbst hatte nach der ernüchternden 27:30-Niederlage gegen die Serben gezündelt, indem er seinen Chef in ungewöhnlicher Deutlichkeit kritisiert hatte. Und damit umgehend eine Trainerdebatte entfacht. Alles vergessen, in diesem Moment.

    „Das Beste ist das Gefühl, wenn man am nächsten Tag mit seinem Trainer spricht und dem das völlig egal ist“, beschrieb Knorr das Verhältnis zu Bundestrainer Alfred Gislason. Das sei keinesfalls selbstverständlich, „dass ein Trainer heutzutage kein Ego hat und das nicht persönlich nimmt. Er vertraut uns und weiß, dass wir auch Ahnung von Handball haben. Dann haben wir auch mal Sachen ausgesprochen.“ Alles ausgeräumt also, für Gislason sei die Sache „ein Null-Thema“ gewesen. „Das gibt mir in dem Fall, aber generell unseren Spielern auch ein gutes Gefühl“, sagte Knorr.

    Deutsche Handballer

    :Der Groll des Juri Knorr

    Die deutschen Handballer stehen bei der EM vor dem Aus, weil Bundestrainer Gislason beim 27:30 gegen Serbien seltsame Entscheidungen trifft – und der Spielmacher in der entscheidenden Phase nur auf der Bank sitzt.

    Von Ralf Tögel

    Gislason zeigte ebenfalls Größe, indem er seine Fehler eingestand und korrigierte. Es war gegen den zweimaligen Europameister allerdings auch dringend angezeigt, das Personalmanagement effektiver zu gestalten, Spanien war nicht zu Unrecht deutlich stärker einzuschätzen als die Serben.

    Die Spanier befinden sich in einem ähnlichen Prozess wie die Deutschen, die alten Helden um Joan Cañellas oder Raúl Entrerríos sind altersbedingt gewichen, nun gilt es für Trainer Jordi Ribera, einen ähnlich erfahrenen Fachmann wie Gislason, den Umbruch zu gestalten. Der Isländer ist augenscheinlich einen Schritt weiter. Während die spanischen Hochtalentierten wie der 18-jährige Marcos Fis kaum internationale Erfahrung haben, sind die Akteure im Kader des Deutschen Handballbunds (DHB) vergleichsweise alte Hasen. Knorr und Julian Köster sind 25 Jahre alt, Köster spielt sein sechstes großes Turnier, Renars Uscins ist gerade mal 23. Das ist die Achse der Zukunft, das hat Gislason spätestens am Montagabend in der Jyske Bank Boxen vor 9625 meist deutschen Zuschauern, die die Partie zum nächsten deutschen Heimspiel in Dänemark machten, deutlich gesehen. In den ersten EM-Partien hatte er dieses Gefüge durcheinander gebracht, mit Marko Grgic und Miro Schluroff experimentiert, ein nachvollziehbarer Ansatz, der aber ohne den gewünschten Erfolg blieb.

    Der Bundestrainer hatte zudem erkannt, dass es ohne Knorr nicht funktionieren wird. Der Flensburger, der seinen Reifeprozess mittlerweile beim dänischen Serienmeister Aalborg fortsetzt, hat sich sehr zielgerichtet zum sportlichen Anführer der Mannschaft entwickelt: Jugendakademie beim FC Barcelona, erste Gehversuche in der Bundesliga bei GWD Minden, 2021 der Wechsel zum Spitzenteam Rhein-Neckar Löwen, Pokalsieg inklusive. Und nun der Konkurrenzkampf beim dänischen Champions-League-Vertreter.

    Entsprechend selbstbewusst erfüllte Knorr die Hauptrolle gegen die Spanier, die er höchstselbst eingefordert hatte. Gegen die Serben hatte ihn Trainer Gislason in der entscheidenden Phase auf der Bank sitzen lassen. Nun gestaltete der Regisseur den Rhythmus im Spiel über die gesamte Spielzeit, hielt das Tempo hoch, setzte die Nebenleute ein oder traf selbst. In einem Satz: Er übernahm die Verantwortung des Anführers.

    Gislason versteht dieses Mal die Breite des Kaders gewinnbringend einzusetzen

    Knorr hat zwei Kollegen, die ihm die Aufgabe erleichtern. Uscins ist der Vollstrecker, der im optimalen Moment seine Olympiaform wiedergefunden hat. In Paris 2024 war ihm im Viertelfinale gegen Gastgeber Frankreich mit einer Weltklasseleistung der Durchbruch gelungen, Uscins trug die Mannschaft durch das Turnier, fiel aber danach in ein Leistungsloch, musste den Wirbel um seine Person erst verarbeiten. Mit Erfolg, wie er nun wissen ließ: „Wir sind noch eine junge Mannschaft, standen noch nie vor so einer Situation, dass ein Debakel droht“, sagte Uscins am Dienstag. Aber man habe es gemanagt: „Jeder war sich dessen bewusst, die Energie war wieder da, das Gefühl wird auch immer besser“. Auch dank der Aufbauarbeit von Gislason, erklärte Uscins, „der uns Selbstvertrauen gegeben hat“.

    Bleibt Julian Köster, Führungsspieler beim VfL Gummersbach, der von der kommenden Saison an beim THW Kiel den finalen Schritt zum Weltklassespieler gehen will. Köster bringt Wurfgewalt aus dem Rückraum, sucht aber in kniffligen Situationen mit Wucht den Weg ins Eins-gegen-eins. Und er ist ein erstklassiger Abwehrspieler, der die neuralgische Position im Innenblock bekleidet. Zusammen steuerte dieses Trio 19 Treffer zum Sieg bei, erfüllte zudem wichtige Abwehraufgaben.

    Im Fall von Köster war dies jedoch oft die Achillesferse, Gislason erachtete seine Fähigkeiten als Abwehrchef als unersetzbar, doch weil Köster defensiv meist die gesamte Spielzeit durchackerte, fehlte ihm im Angriff zum Schluss einer Partie bisweilen die Kraft. Auch in dieser Hinsicht hat der Bundestrainer dazugelernt. Er hat in Tom Kiesler (VfL Gummersbach) und Matthes Langhoff (Füchse Berlin) zwei Abwehrspezialisten nominiert, die den bis dahin gesetzten Köster und Johannes Golla nicht nur notwendige Pausen ermöglichen, sondern die wichtige Schaltzentrale in der Defensive verbessert haben.

    Golla war der strapazierte Vielspieler im Team, der seinen Premium-Ersatzmann nun praktischerweise selbst einarbeiten kann: Justus Fischer, der wie Uscins in der Bundesliga für die TSV Hannover-Burgdorf aufläuft. „Justus steht Golla in nichts nach“, sagte Abwehrkollege Kiesler, „er kann genauso gut Innenblock spielen.“ Was auch für die Position vorn am Kreis gilt, Fischer war kaum zu halten, traf gegen Spanien fünfmal.

    Die Verteilung der Ressourcen ist der Schlüssel zum Erfolg – auch offensiv. In Schluroff, Grgic und Nils Lichtlein hat das DHB-Team auch dort wertvolle Alternativen. Gerade Lichtlein, der gegen Spanien nach einer Blessur seinen Turniereinstand gab, bringt mit seiner Schnelligkeit und Ballsicherheit Schwung und Ideen in den Angriff. Schluroff hat enorme Sprungkraft und einen extrem harten Wurf, sucht aber auch erfolgreich die Nahdistanz. So ist diese deutsche Mannschaft für jeden Gegner schwer auszurechnen.

    Gleichwohl bleibt der Montagabend eine schöne Momentaufnahme. Die wirklich starken Gegner kommen erst in der Hauptrunde, Weltmeister und Olympiasieger Dänemark etwa. Dann muss der Beweis erbracht werden, ob die hochgesteckten Ziele tatsächlich zu erreichen sind.

  • Klimaklage: Pakistanische Bauern fordern Schadenersatz von deutschen Konzernen

    Klimaklage: Pakistanische Bauern fordern Schadenersatz von deutschen Konzernen

    In den Fluten von Jacobabad war ein alter Mann umgekommen, eines von mindestens 1700 Todesopfern jener Katastrophe, die im September 2022 ein Drittel Pakistans unter Wasser gesetzt und viele Millionen Menschen obdachlos gemacht hatte. „Wir wussten nicht, wo wir ihn begraben sollten“, sagte Abdul Hafeez Khoso vor einiger Zeit in einem Video-Call. „Alles war unter Wasser.“ Der 42 Jahre alte Landwirt ist einer von 39 Bauern und Bäuerinnen aus der pakistanischen Provinz Sindh, die wegen der verheerenden Katastrophe in Deutschland vor Gericht ziehen. Vor dem Landgericht Heidelberg verklagen sie den Energiekonzern RWE und den Baustoffkonzern Heidenberg Materials – zwei der größten Emittenten von Kohlendioxid in Deutschland – auf mehr als eine Million Euro Schadenersatz.

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    Chagos-Archipel: Diese Inseln sind für Trump das Grönland der Tropen

    Schockierenderweise und ohne jeglichen Grund plane Großbritannien, die Insel Diego Garcia an Mauritius abzutreten, dies sei „ein Akt großer Dummheit“. Das schrieb US-Präsident Donald Trump am Dienstag auf seiner Plattform Truth Social – und platzierte die kleinen Chagos-Inseln, deren größtes Atoll Diego Garcia ist, mit einem Mal auf der Weltkarte internationaler Machtkämpfe. Argumentativ liegt der tropische Archipel im Indischen Ozean dabei ganz nah am eiskalten Grönland in der Arktis.