Vier Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten bewerben sich um die Nachfolge des seit 2008 amtierenden Bürgermeisters Andreas Magg. Der SPD-Politiker tritt nicht mehr an, er will im März als Landrat gewählt werden. Bei einer Podiumsdiskussion auf Einladung des örtlichen Gewerbeverbandes ist das Olchinger Kandidaten-Quartett bereits im Oktober ein erstes Mal aufeinandergetroffen. Dabei gingen die Politikerinnen und Politiker wohltuend gesittet miteinander um. Gravierende Meinungsverschiedenheiten blieben die Ausnahme. Etwas kontroverser diskutiert wurde über den besten Weg, mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu schaffen, und über Parkplätze.
Stefan Eibl (Für Olching)

Der 49 Jahre alte Stadtrat, Politologe und Unternehmer ist Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft. Er wurde in München geboren und lebt seit vielen Jahren in Olching. Bei der Kommunalwahl 2020 war die Gruppierung „Für Olching“ (FO) noch als Freie Wähler angetreten. Eibl hat es sich zum Ziel gesetzt, in der Stadt Räume für ein gutes Miteinander zu schaffen –wie die Paulusgrube oder einen Generationentreff. Weitere Themen sind für ihn bezahlbarer Wohnraum, eine zukunftsfähige flexible Mobilität, eine Belebung der Hauptstraße, Olching als starker Wirtschaftsstandort sowie eine stärkere Bürgerbeteiligung.
Maximilian Gigl, CSU

Der 33 Jahre alte Betriebswirt und Elektroingenieur ist seit 2020 Zweiter Bürgermeister. Bei der damaligen Stichwahl hatte er 43 Prozent der Stimmen bekommen. Seit 1984 versucht die CSU, das Rathaus zurückzuerobern, nun soll es einen erneuten Anlauf geben. Besonders im Blick hat Gigl die Grundschulen. Jene in Olching müsse dringend erweitert werden, der offene Ganztag an allen drei Einrichtungen möglich sein, um gleichwertige Bedingungen für alle Kinder der Stadt zu schaffen. Auch Straßen und sonstige Infrastruktur gelte es in Schuss zu bringen. Den Einstieg der Stadt in den sozialen Wohnungsbau lehnt Gigl ab. Als Mittel gegen die Wohnungsnot schlägt er den Bau weiterer barrierefreier, seniorengerechter Immobilien vor. Die Hoffnung: Wenn ältere Menschen dorthin umziehen, könnten junge Familien in deren bisherige Häuser einziehen. Gigl schlägt als Standort für ein Senioren-Wohnprojekt das städtische Grundstück an der Heckenstraße, Ecke Buchfinkenstraße vor.
Laura Müller, Grüne

Die 38 Jahre alten Förderschullehrerin, die Germanistik und Geschichte studiert hat, ist verheiratet und Mutter von vier Kindern. Sie will sich für bezahlbaren Wohnraum, zentrale Geschäfte, Cafés, Kulturzentren und mehr Grün auch abseits der Amper einsetzen. Außerdem die Generationen verbinden, denn Begegnung sei die Basis für Gemeinschaft. Müller will Menschen vor allem besser an politischen Entscheidungen beteiligen – und nicht vor vollendete Tatsachen stellen. Brücken gelte es ebenfalls zu bauen zwischen den politischen Lagern, der Verwaltung und der Bürgerschaft. Und sie will in Olching stärker Klimaschutz und Lebensqualität verbinden. Müller lebt seit elf Jahren in Olching. Sie gehört dem Agenda-21-Projekt Frauensachen und der Initiative „Respekt und Toleranz im Viertel“ an, ist Elternsprecherin, Leseförderin sowie ehrenamtliche Legasthenie-Therapeutin. 2021 wechselte die damalige stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvorstands zu den Grünen.
Julia Worch, SPD

Die 34 Jahre alte Juristin ist bei der Wohnungsbaugesellschaft der Landeshauptstadt angestellt und nach einigen Jahren in München wieder in den Landkreis Fürstenfeldbruck zurückgekehrt. Sie möchte sich vor allem für bezahlbaren Wohnraum einsetzen. Zudem ist der verheirateten Mutter eines Kleinkinds die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtig. Ebenso wie die Themen bezahlbarer Wohnraum sowie die Nutzung der Hauptstraße als Einkaufsstraße. Ihr großer Wunsch: eine lebenswerte, lebendige Stadt ohne Leerstand. Um jenen zu verhindern, wäre für sie der Erlass einer Zweckentfremdungssatzung denkbar.

