Streit über Abtreibungen und Sterbehilfe
Papst verweigert Macron angeblich seit Wochen einen Empfang
Papst Leo XIV. gilt vielen als zugängliches Kirchenoberhaupt. Für eine Audienz mit dem französischen Präsidenten hat er einem italienischen Medienbericht zufolge aber keine Zeit. Und zwar aus politischen Gründen.
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Papst Leo bei der wöchentlichen Generalaudienz an diesem Mittwoch
Foto: Vatican Media / Catholicpressphoto / IMAGO
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Papst Leo XIV. hat schon viele Staatsoberhäupter aus Europa im Vatikan empfangen. Einer fehlt bislang: Frankreichs Präsident Macron. Und das lag möglicherweise nicht an Terminproblemen.Laut einem italienischen Medienbericht hat Leo dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron bislang bewusst keinen Audienztermin gewährt. Wie die konservative Zeitung »Il Tempo« unter Berufung auf »zuverlässige Quellen im vatikanischen Staatssekretariat« berichtet
, sollen französische Diplomaten seit Wochen vergeblich versucht haben, einen ersten Audienztermin für Macron beim Papst zu ermöglichen.
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beim Weltwirtschaftsforum in Davos
Foto: Yoan Valat / REUTERS
Anders als für die Staatsoberhäupter Großbritanniens, Italiens, Deutschlands oder Spaniens habe Leo XIV. jedoch für Frankreichs Präsidenten keinen Termin eingeräumt. Der Papst persönlich habe angeordnet, die Anfrage abzulehnen. Es solle für Macron vorerst weder eine private Audienz noch eine Audienz im Range eines Staatsbesuchs geben.
Uneinigkeit um »Recht auf Abtreibung«Hauptgrund sei die Haltung des Franzosen bei den Themen Abtreibung und Sterbehilfe. Das französische Parlament hatte auf Betreiben Macrons im März 2024 ein »Recht auf Abtreibung« als Grundrecht in die französische Verfassung aufgenommen. Frankreich ist damit ein Vorreiter.
In der derzeit noch anhaltenden politischen Debatte über eine Legalisierung der Sterbehilfe setzt sich Macron massiv für eine Liberalisierung ein.
Papst nennt Schwangerschaftsabbrüche »Vernichtung von Leben«Zu beiden Themen hatte Papst Leo XIV. unlängst in seiner Neujahrsansprache eine entgegengesetzte Stellung bezogen.Er sagte, dass die Kirche die Abtreibung »kategorisch« ablehne und beklagte, »dass öffentliche Mittel für die Vernichtung von Leben verwendet werden, statt in die Unterstützung von Müttern und Familien investiert zu werden«. Die Sterbehilfe nannte er in derselben Rede »eine falsche Form des Mitgefühls«.
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Auch in Deutschland sorgte die katholische Kirche in dieser Woche für Schlagzeilen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, kündigt an, für keine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Bätzing gilt als beliebt an der Basis, aber wenig vernetzt in Rom.
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