–>
Schwandorf (Bayern) – Der kleine Oberpfälzer hielt sich für oberschlau, wollte mit einem Trick um die Schule herumkommen. Jetzt dürfte sich der Neunjährige nichts sehnlicher wünschen, als doch im Unterricht zu sitzen.
Denn der Junge aus Schwandorf (Bayern) wollte am Dienstag daheimbleiben, hatte sich deshalb am Montagabend einen Trick ausgedacht. Er wollte seiner Mutter Fieber vortäuschen. Indem er das Fieberthermometer im Backofen auf Temperatur brachte.
Backofen viel zu heiß für Fieberthermometer
Dumm nur: Er stellte den Ofen nicht auf fiebrige 39 oder 40 Grad ein, sondern auf 200! Dabei verdampft das Quecksilber im Fieberthermometer schon bei Raumtemperatur. Auf dieser Eigenschaft beruht die Funktionsweise klassischer Thermometer. Bei 200 Grad dehnte sich das Element so sehr aus, dass es gegen 19 Uhr im Ofen einen Schlag tat. Das Thermometer war explodiert. Notruf, Polizei- und Feuerwehreinsatz.
Seit 2009 dürfen solche klassischen Quecksilber-Fieberthermometer in der EU nicht mehr verkauft werden
Zum Glück gab es keine Verletzten und auch keinen Brand. Aber die Einsatzkräfte mussten der Familie klarmachen, dass der äußerlich praktisch unbeschädigte Backofen wegen der Kontamination mit dem Gefahrstoff ausgetauscht werden muss. Es ist so toxisch, dass Quecksilber-Fieberthermometer seit 2009 nicht mehr in der EU vertrieben werden dürfen.

