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Sie hatte schon so gut wie verloren, kam aber doch nochmal zurück. Und wie!
Laura Siegemund (37) steht als einzige deutsche Frau bei den Australian Open in Melbourne in der 2. Runde. Die Stuttgarterin besiegt in einem hochdramatischen Match die Russin Ludmilla Samsonova (27) 0:6, 7:5, 6:4. Dabei muss sie im zweiten Satz zwei Matchbälle abwehren. Dazu liegt sie auch im dritten Durchgang schon nach einem frühen Break 1:3 zurück, bevor die große Aufholjagd beginnt. Und die endet mit einem Freudensprung in den Abendhimmel von Melbourne.
Die Nummer 48 der Welt geht als Außenseiterin in die Partie gegen die Nummer 18. Die Russin hat einen harten Aufschlag und zeigt im ersten Durchgang, dass sie nicht zu Unrecht so weit oben in der Weltrangliste steht. Siegemund hat keine Chance und muss ein 0:6 über sich ergehen lassen.
[–>„Gefühlt war es unlösbar und ich habe mich schon unter der Dusche gesehen. Ich habe da selbst nicht mehr dran geglaubt. Dafür habe ich zu schlecht gespielt und zu clever. Ich habe mich als alter Hase am letzten Grashalm in Minimini-Schritten versucht, noch ein paar gute Bälle zu spielen“, sagt die Siegerin. „Aber es ist Tennis, das ist erst rum, wenn es rum ist, und es war eben noch nicht rum.“
Dann aber spielt sie wie verwandelt. Der zweite Satz ist unfassbar spannend. Beide Spielerinnen schenken sich nichts und die Schwäbin ist endlich in der Partie angekommen. Dennoch wehrt sich Samsonova nach Kräften und scheint das bessere Ende für sich zu haben. Zwei Matchbälle geben ihr die Chance, die Doppel-Spezialisten nach Hause zu schicken. Doch Siegemunds Kampfgeist ist bekannt und den bekommt Samsonova zu spüren. Die deutsche BJK-Cup-Spielerin wehrt beide ab und kann den Satz drehen: 7:5.
Laura Siegemund gab nach ihrer Partie auf einem Außenplatz noch fleißig Autogramme
Doch Sicherheit gibt ihr das nicht. Samsonova gelingt eben jenes frühes Break. Doch erneut ist Siegemund die mit dem stärkeren Willen. Sie pusht sich zum 3:3 und hat dann die Nerven, ihrer Kontrahentin ein zweites Mal den Aufschlag abzunehmen. Nach 2:31 Stunden hat sie dann ihren Matchball verwandelt.
Damit ist sie vorerst Deutschlands Nummer 1. „Darauf lege ich es nicht an, aber ich bin schon ein bisschen stolz. Mit 37 Jahren ist es nicht mehr wie mit 27. Aber natürlich ist es mega schade, dass alle anderen raus sind“, so Siegemund. „Es fasziniert mich selbst, dass es mir so viel Spaß macht zu spielen, nach so vielen Jahren. Aber es ist auch schwierig mit Verletzungen und so.“
Eine Partie, die sie nicht so schnell vergessen wird.

