An der Schmücke (Thüringen) – Einer geht noch! Diese Rechnung ging für Utz Gäbel (66) bisher gut auf: Eines der Portionsfläschchen, die der Thüringer seit 30 Jahren sammelt, passte immer noch ins Regal. Doch nun steckt der „König der Klopfer“ in der Klemme: „Der Platz für neue Flachmänner wird knapp.“ Heißt es bald: Keiner geht noch, keiner geht noch rein?
Inventur im Schnapsschrank
Das stellte Gäbel bei seiner Inventur fest: Zum Jahreswechsel hat er seine kuriosen Klopfer mit Namen wie Ostseeschlamm, Bahama-Flirt oder Möwenschiss aus dem Schnapsschrank genommen und sie abgestaubt. „Dann erfreue ich mich an den Etiketten und schwelge in Erinnerungen.“
Jährliche Tradition des Thüringers: Schnäpschen abstauben und die Ruhe genießen. Er kennt übrigens niemanden, der sein ungewöhnliches Hobby mit ihm teilt
Beim Durchzählen fiel ihm auf: „Noch 19 Stück, dann hab’ ich 888 Flachmänner beisammen.“ Praktisch an seinem Hobby: Auch ohne Schnapszahl wird sich mal einer gegönnt. Nach 46 Jahren als Gleisbauer genießt Gäbel seit 2023 den Ruhestand – und hat nun Zeit zum Sammeln.
Klein und lecker: Auch ein Unicum-Mini – ein Magenbitter der Brennerei Zwack aus Ungarn – darf nicht fehlen
Vom Underberg zum Klopfer-König
Und zum Reisen: Nachdem die meisten hiesigen Mini-Schnäpse längst ihren Platz in seinem Haus in Bretleben (Thüringen) gefunden haben, faszinieren den Thüringer „Klopfer-König“ nun die Exemplare aus dem Ausland: Schnäpse aus Italien, Ungarn, Österreich bis hoch nach Dänemark und Norwegen. Auch einige edle Tröpfchen aus der Türkei brachte er schon aus dem Urlaub mit.
Mit dem Underberg Kräuter-Digestif (im originalen Strohpapier) begann 1995 seine Schnaps-Sammlung
„1995 brachte mir meine Mutter den ersten Klopfer von einer Busreise mit – einen Underberg, der bis heute im originalen Strohpapier steckt.“ Ab da wurden es immer mehr und mehr. Egal ob Obstbrand, Hubertustropfen, Sliwowitz oder Kümmerling: „Ein Kurzer ist das perfekte Souvenir“, schlussfolgert der Sammler.
Besonders dankbar ist er seiner Königin Manuela (61): „Wir sind 40 Jahre verheiratet, sie weiß, welcher Schlucki mir noch fehlt.“
Ein Magenbitter geht immer: Zwischendrin darf auch mal ein Klopfer vernichtet werden
Die nächste Ostseereise mit den Enkeln ist schon geplant. Auch dort wird Gäbels Geheimstrategie gelten: „Immer zwei Klopfer kaufen – damit einer verkostet werden kann.“ Für ihn steht fest: „Die 1111 Klopfer mache ich noch voll.“ Nur einen Platz muss er jetzt noch finden …

