Der Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak hat in der Debatte um die Berliner Linke »verschobene Maßstäbe« kritisiert. Nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werde inzwischen fast ausschließlich über Berlin gesprochen, während die AfD in zwei Ländern in Folge stärkste Kraft geworden sei, sagte Banaszak im Deutschlandfunk. Es bereite ihm Sorge, dass diese Wahlerfolge inzwischen »schulterzuckend« zur Kenntnis genommen würden. »Da sind schon auch ein bisschen die Maßstäbe verschoben«, sagte Banaszak.
Zwar hätten die Sondierungen für eine mögliche rot-grün-rote Koalition in Berlin eine Bedeutung, die weit über die Landespolitik hinausreiche. Allerdings sei die öffentliche Debatte zuletzt zu einseitig auf die Berliner Linke fokussiert gewesen. Diese steht unter anderem wegen Antisemitismusvorwürfen in der Kritik.
Banaszak nimmt Eralp gegen Antisemitismusvorwürfe in Schutz
Banaszak bekräftigte die Bereitschaft seiner Partei zu einer Regierungsbildung mit Linken und SPD. Für ein Bündnis müssten jedoch Bedingungen erfüllt werden. Die Diskussionen über Antisemitismus, Islamismus und organisierte Kriminalität müssten glaubwürdig geklärt werden, sagte Banaszak. Insbesondere mit Blick auf den Neuköllner Bezirksverband sprach der Grünen-Chef von offenen Konflikten. Dort fühlten sich auch Leute zu Hause, »mit denen wir große Probleme haben«.
Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp nahm Banszak ausdrücklich gegen Antisemitismusvorwürfe in Schutz. Sie stehe für ihn »außerhalb jedes Verdachtes«. Die Behauptung von Bundesinnenminister Dobrindt (CSU), Eralp sei Antisemitin, bezeichnete Banaszak als »Unverschämtheit«.

