Bei der Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin gibt es erste Zahlen zur Wahlbeteiligung. In der Hauptstadt hatten bis 12 Uhr 27,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, teilte die Landeswahlleitung mit. Zum vergleichbaren Zeitpunkt bei der Wahl 2023 waren es 23,4 Prozent gewesen. Damit liegt die Wahlbeteiligung um 12 Uhr um 4,5 Prozentpunkte höher als zur Vorwahl 2023. Die höchste Wahlbeteiligung zur Mittagszeit wurde mit 30,5 Prozent im Bezirk Treptow-Köpenick verzeichnet. Am niedrigsten lag sie in Mitte mit 24,8 Prozent.
Die Wahllokale sind seit 8 Uhr geöffnet. In Berlin sind knapp 2,49 Millionen Menschen zur Wahl des Abgeordnetenhauses aufgerufen. Erstmals dürfen bei der Abgeordnetenhauswahl auch 16- und 17-Jährige abstimmen. Die Landeswahlleitung hatte bis zum Abschluss der Wahlverzeichnisse zudem mehr als 823.000 Wahlscheine ausgestellt – das entspricht knapp 34 Prozent der Wahlberechtigten.
Bei der Berliner Wahl zeichnet sich ein enges Rennen um die stärkste Kraft ab. In der letzten ARD-Vorwahlumfrage lag die Linke mit 21 Prozent knapp vor der CDU mit 20 Prozent. Dahinter folgten die AfD mit 18 und die Grünen mit 16 Prozent, die SPD kam auf zwölf Prozent. Berlin wird derzeit von CDU und SPD regiert. Der bisherige Regierende Bürgermeister Kai Wegner tritt nach seinem Rückzug als Spitzenkandidat nicht erneut für das Amt an; für die CDU geht Finanzsenator Stefan Evers ins Rennen. Spitzenkandidatin der Linken ist Elif Eralp.
Enge Rennen auch in Mecklenburg-Vorpommern
Auch in Mecklenburg-Vorpommern dürfen erstmals Menschen ab 16 Jahren an einer Landtagswahl teilnehmen. Rund 1,3 Millionen Menschen sind dort wahlberechtigt. Erste Zahlen zur Wahlbeteiligung dort, werden am Nachmittag erwartet.
Im Nordosten richtet sich der Blick vor allem auf das Rennen zwischen der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der AfD mit Spitzenkandidat Leif-Erik Holm. Die SPD, die derzeit gemeinsam mit der Linken regiert, hatte ihren Rückstand auf die AfD im Verlauf des Wahlkampfs deutlich verringert. In der letzten ARD-Vorwahlumfrage kam die AfD auf 38 Prozent, die SPD auf 33 Prozent. Ob die bisherige rot-rote Landesregierung ihre Mehrheit behalten kann, galt vor der Wahl als fraglich.
Besonders um ihren Wiedereinzug in den Schweriner Landtag kämpfen mehrere kleinere Parteien. Damit dürfte das Abschneiden von CDU und Grünen auch für die möglichen Mehrheiten nach der Wahl eine wichtige Rolle spielen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD haben die anderen im Landtag vertretenen Parteien ausgeschlossen.
Die Wahllokale in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern schließen um 18 Uhr. Anschließend werden die ersten Prognosen erwartet, später am Abend folgen Hochrechnungen und die vorläufigen Ergebnisse. In Mecklenburg-Vorpommern soll das vorläufige Ergebnis nach 18 Uhr festgestellt und bekannt gegeben werden; auch in Berlin wird um 18 Uhr die erste Wahlprognose veröffentlicht.

