Ondertussen bij de Buren (bèta/AI-testfase)

Ondertussen bij de Buren is een experimentele website met focus op Duits nieuws. Via artificiële intelligentie (AI) wordt geprobeerd het nieuws van Duitsland te selecteren. Er wordt veel geëxperimenteerd, waardoor deze site regelmatig nogal veranderd. Zo wordt getracht consistente vertalingen te realiseren. Ook de kwaliteit van de afbeeldingen wisselt door experimenten. Als bronnen dienen geselecteerde RSS-feeds van diverse Duitse nieuwsbronnen. RSS-feeds worden door de bronnen zelf beschikbaar gesteld en bevatten nooit het gehele artikel, maar in kop, introductietekst of samenvatting en waar mogelijk een afbeelding. Hierdoor is het risico op rechtenschending nagenoeg nihil.

„Ondertussen bij de Buren“ (Mitlerweile bei den Nachbarn) ist eine experimentelle Website, die sich auf deutsche Nachrichten konzentriert. Sie nutzt künstliche Intelligenz (KI), um Nachrichten aus Deutschland auszuwählen. Aufgrund laufender Experimente – etwa bei dem Versuch, konsistente Übersetzungen zu erzielen – unterliegt die Seite häufigen Änderungen; auch die Bildqualität variiert infolge dieser Versuche. Als Quellen dienen ausgewählte RSS-Feeds verschiedener deutscher Nachrichtenanbieter. Diese Feeds werden von den Anbietern selbst bereitgestellt und enthalten niemals den vollständigen Artikel, sondern lediglich eine Überschrift, einen Einleitungstext oder eine Zusammenfassung sowie – sofern verfügbar – ein Bild. Der vollständige Artikel lässt sich über einen Link bei der jeweiligen Quelle abrufen, wodurch das Risiko einer Urheberrechtsverletzung praktisch ausgeschlossen ist.



  • Protest gegen die AfD: Wenn die AfD ein Nachbar wird

    Protest gegen die AfD: Wenn die AfD ein Nachbar wird

    Celinas Sprengers Friseursalon war schon rosa, lange bevor die AfD eine Tür weiter einzog. Die Wände in Blassrosa, die Stühle in einem dunkleren Ton, die Pinsel für die Haarfarbe leuchten knallpink. Als Sprenger den Salon vor viereinhalb Jahren inmitten grauer Plattenbauten in der Berliner Gropiusstadt eröffnete, wollte sie eine Farbe, die ihr jeden Morgen gute…



  • Protest gegen die AfD: Wenn die AfD ein Nachbar wird

    Protest gegen die AfD: Wenn die AfD ein Nachbar wird

    Celinas Sprengers Friseursalon war schon rosa, lange bevor die AfD eine Tür weiter einzog. Die Wände in Blassrosa, die Stühle in einem dunkleren Ton, die Pinsel für die Haarfarbe leuchten knallpink. Als Sprenger den Salon vor viereinhalb Jahren inmitten grauer Plattenbauten in der Berliner Gropiusstadt eröffnete, wollte sie eine Farbe, die ihr jeden Morgen gute…

Protest gegen die AfD: Wenn die AfD ein Nachbar wird

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Celinas Sprengers Friseursalon war schon rosa, lange bevor die
AfD eine Tür weiter einzog. Die Wände in Blassrosa, die Stühle in einem
dunkleren Ton, die Pinsel für die Haarfarbe leuchten knallpink. Als Sprenger
den Salon vor viereinhalb Jahren inmitten grauer Plattenbauten in der Berliner
Gropiusstadt eröffnete, wollte sie eine Farbe, die ihr jeden Morgen gute Laune
macht, sagt sie.

Seit knapp drei Wochen teilt sich die 26-Jährige eine Wand
mit dem neuen Bürgerbüro des Berliner AfD-Abgeordneten Robert Eschricht. Fast
genauso lange hängen auch die rosafarbenen Plakate mit der Aufschrift »F*ck
AfD« in Sprengers Schaufenster. Das
Rosa ihres Ladens wirkt neben dem Blau der AfD auf einmal wie ein Protest. Ein passender Kontrast, wie Sprenger findet. »Wir lieben Demokratie« steht an der Tür des AfD-Büros. Das
Verb ›lieben‹ wurde durch blaue Herzen ersetzt. Daneben ein fast lebensgroßer Aufdruck
von Eschricht, hinter ihm der Berliner Bär, der Fernsehturm und die
Viktoria-Statue der Siegessäule. Drinnen hängen eingerahmte Wahlplakate, eine
Deutschland- und eine Berlinflagge.

Am Sonntag
wird in der Hauptstadt gewählt. Auch in Berlin darf die AfD auf ein gutes Ergebnis
hoffen. In den Umfragen steht sie bei 18 Prozent, im Vergleich zu 2023 würde sich
ihr Wert damit mehr als verdoppeln. Die Gropiusstadt, wo Sprenger ihren Salon allein führt, liegt im Süden von Berlin, im Bezirk Neukölln. Knapp 40.000 Menschen leben hier in Hochhäusern. Mehr als die Hälfte von ihnen hat einen Migrationshintergrund, jeder Vierte keinen deutschen Pass. Bei den vergangenen Bundestagswahlen haben hier etwa 20 Prozent der Wählerinnen und Wähler der AfD ihre Stimme gegeben. Sichtbar war die Partei in der Gropiusstadt dennoch nie. Bis jetzt. Die AfD zieht nun in die Nachbarschaft ein. Doch Menschen wie Celina Sprenger wollen das nicht hinnehmen.

Protest gegen die AfD: Celina Sprenger ist Friseurin und Inhaberin des Friseursalons »Cotton Hair« in der Berliner Gropiusstadt
Celina Sprenger ist Friseurin und Inhaberin des Friseursalons »Cotton Hair« in der Berliner Gropiusstadt© Martha Roschmann/​DIE ZEIT

An diesem
regnerischen Mittwochvormittag steht Sprenger in ihrem Salon. Ihre langen
braunen Haare trägt sie offen, den Pony hat sie nach hinten gesteckt. Eine Kundin sitzt auf einem der Stühle. Dass ihr Salon und das AfD-Büro direkt nebeneinanderliegen, ist für Sprenger ein Sinnbild für die Stimmung in der Gropiusstadt. Dort nimmt Sprenger
eine wachsende Polarisierung wahr – zwischen denen, die die AfD
unterstützen, und jenen, die sie fürchten oder zumindest nicht in der
Nachbarschaft haben wollen.

Für
Politik interessiert sich die Friseurmeisterin schon lange, hat auch bereits an Demonstrationen teilgenommen. Doch richtig aktiv sei sie erst, seit die
AfD nebenan ihr Büro hat. »Ich fand es
schlimm, dass die AfD einen Platz bekommen hat in der Nachbarschaft, in der ich
lebe, arbeite und so viele Menschen kenne. Ich musste zeigen, dass ich nicht
dazugehöre – und dass ich es nicht cool finde, dass sie hier sind.«

Auf
Instagram, wo sie Einblicke in ihren Alltag gibt, veröffentlicht
sie jetzt auch politische Inhalte. Auf einem Video tanzt sie vor den Plakaten
in ihrem Schaufenster, in einem anderen Post zeigt sie die Haarschnitte ihrer
Kundinnen und erklärt dabei, warum man die AfD nicht wählen sollte.

»Ich suche eigentlich immer das Gespräch«

Für ihren Protest
erhält sie viel Zuspruch. Die Plakate in den Schaufenstern locken fast täglich
Passanten in ihren Laden, die mit ihr über Politik sprechen und ihre Solidarität
bekunden wollen. Auch mit ihren Kundinnen redet sie öfter über Politik als zuvor.
»In meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass das eigentlich ein
No-Go ist«, sagt sie. »Dabei kommt man beim Friseur mit Menschen ins Gespräch,
die man sonst nicht treffen würde. Da muss man doch gerade über so etwas
Wichtiges wie Politik sprechen.«

Die meisten
ihrer Kundinnen – fast ausschließlich Frauen, sagt Sprenger – leben wie sie selbst
in der Gropiusstadt. Dass manche von ihnen AfD wählen, kann Sprenger
nicht ausschließen. Offen zugegeben habe es noch keine. Zu Diskussionen oder
eisigem Schweigen kommt es trotzdem nicht. Im Gegenteil: »Ich suche eigentlich
immer das Gespräch«, so Sprenger. »Wenn Kundinnen mit Vorurteilen kommen, frage ich nach, ob sie die Erfahrungen wirklich selbst gemacht haben
oder ob sie in den Medien etwas aufgeschnappt haben, was gar nicht der Realität
entspricht.« Sie sei neugierig auf die andere Perspektive. Nicht immer klappt
das auch. Einmal, erzählt sie, sei sie mit einem Kunden beim Thema Feminismus
dermaßen in Streit geraten, dass beide beschlossen hätten, getrennte
Wege zu gehen.

Protest gegen die AfD: Berlin, September 2026: Der Friseursalon »Cotton Hair« liegt direkt neben dem neuen AfD-Büro des Abgeordneten Robert Eschricht.
Berlin, September 2026: Der Friseursalon »Cotton Hair« liegt direkt neben dem neuen AfD-Büro des Abgeordneten Robert Eschricht. © Martha Roschmann/​DIE ZEIT

Dass AfD-Mann Eschricht hier sein Büro eröffnet hat, liegt am Wählerpotenzial,
das er in der Nachbarschaft vorzufinden glaubt. Auf Nachfrage spricht er von etwa 100.000
»konservativen« Wählern in der Umgebung. Unter einigen Bewohnern stieß das neue
AfD-Büro auf große Kritik. Parallel zur Eröffnungsfeier veranstaltete das Bündnis
Neukölln eine Kundgebung, an der auch Sprenger teilnahm.

Er wünsche sich gute Nachbarschaft, sagt der AfD-Mann

Nicht jeder
findet Sprengers Protestaktionen gut, im Netz habe sie auch Drohungen erhalten.
»Einer kommentierte, dass doch mal jemand im Auto in meinen Laden fahren sollte«,
sagt sie. Sprenger schließt seither ihre
Tür auch tagsüber oft ab und zieht im Laden die Vorhänge zu.

In Kontakt stehen Eschricht und Sprenger nicht, das
bestätigen beide. Eschricht sagt, er wolle im Kiez »ansprechbar sein und
Vorurteile abbauen«. Ihm persönlich machten die Plakate und Instagram-Posts
seiner Nachbarin nichts aus. Er spricht
von Meinungsfreiheit und dem Wunsch nach guter Nachbarschaft.

Die Hausverwaltung der Gropius Wohnen, die beide
Gewerbeflächen vermietet, sieht Sprengers Engagement kritisch. Vor zwei Wochen
forderte sie Sprenger schriftlich dazu auf, die Plakate zu entfernen. Sprenger
hat nach eigenen Aussagen ein Gespräch angeboten, aber keine Antwort erhalten.
Auch auf Anfrage der ZEIT meldete sich Gropius Wohnen nicht. Ihre rosafarbenen
Plakate hat Celina Sprenger bislang nicht abgenommen.