Das Gehirn altert leise. Lange bleibt das ohne Folgen. Doch eine neue Studie zeigt jetzt: Ab einer bestimmten Altersschwelle wirkt sich der Abbau im Gehirn deutlich häufiger auf das Gedächtnis aus.
Ein internationales Forscherteam wertete mehr als 10 000 MRT-Hirnscans und über 13 000 Gedächtnistests von mehr als 3700 geistig gesunden Erwachsenen aus, wie FITBOOK berichtete. Das Ergebnis ist eindeutig: Ab dem 60. Lebensjahr steigt das Risiko, dass Hirnveränderungen mit Gedächtnisverlust zusammenhängen.
Ab 60 wird eine Schwelle überschritten
Vor dem 60. Geburtstag kann das Gehirn vieles ausgleichen. Auch wenn Hirnsubstanz schrumpft, bleibt das Erinnerungsvermögen oft stabil. Doch ab diesem Alter verändert sich etwas Grundlegendes. Erstmals zeigt sich ein messbarer Zusammenhang zwischen Hirnabbau und Gedächtnisleistung. Die Studie untersucht vorwiegend das episodische Gedächtnis – also die Fähigkeit, sich an Wörter, Begriffe oder kürzlich Erlebtes zu erinnern.
Der Hippocampus steht im Zentrum
Besonders betroffen ist der Hippocampus. Diese Hirnregion gilt als zentrale Schaltstelle des Erinnerns. Ab 60 zeigt sich dort immer häufiger: Nimmt die Hirnsubstanz ab, lässt auch das Gedächtnis nach.
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Was ab 70 Jahren passiert
Ab etwa 70 Jahren wird der Effekt deutlich stärker. Der gleiche Grad an Hirnveränderung geht nun häufiger mit Gedächtnisverlust einher. Die Ausgleichsmechanismen des Gehirns lassen weiter nach und können Verluste immer schlechter kompensieren.
Selbst bei fitten Senioren, deren Gehirn kaum schrumpft, zeigt sich ab 70 der Zusammenhang zwischen Hirnstruktur und Gedächtnisleistung. Ab 80 Jahren reichen schon kleine strukturelle Veränderungen, um das Erinnerungsvermögen spürbar zu beeinträchtigen. Entscheidend bleibt, welche Hirnregionen betroffen sind und wie gut das Gehirn Verluste noch ausgleichen kann.
Aber: Obwohl die Studie großangelegt ist, fanden die Forscher nur einen statistischen Zusammenhang, konnten aber keine direkte Ursache belegen.

