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Wenn auf der Platte für einen kurzen Moment Ruhe einkehrt! Wenn die deutsche Mannschaft bei der Handball-EM eine Auszeit nimmt, schauen und hören Millionen TV-Zuschauer ganz genau. Einige dürften sich im Anschluss fragen: Welche Begriffe benutzen die da? Was genau wird besprochen? Und warum reden neben dem Trainer auch die Spieler? BILD erklärt unsere Handball-Timeouts!
▶ Was schreien unsere Stars zum Schluss?
Der Schlachtruf unserer Handballer ist seit Jahren derselbe: „Adler, flieg!“
▶ Was bereden unsere Profis eigentlich?
Die Taktiken und Spielzüge tragen verschiedene Namen und sind etwa nach (ehemaligen) Ländern wie „Jugo“ oder Städten wie „Wetzlar“ benannt. Beim Spielzug „Jugo“ tauschen der Mittelmann und ein Rückraumspieler die Positionen, während der Ball auf der anderen Seite ist.
[–>Bundestrainer Alfred Gíslason (66) zu BILD: „Meistens geht es entweder um Abwehr oder Angriff oder beides. Es geht um die nächsten Taktiken, die gespielt werden. Oder, was allgemein gegen die gegnerische Abwehr zu tun ist. Dazu Auffälligkeiten beim Gegner. Ich sage manchmal nicht viel, gebe nur die Codenamen der Taktiken durch. Dann sind die Mittelleute dafür zuständig, es umzusetzen.“
▶ Wer redet hauptsächlich?
Neben dem Trainer sprechen sich auch die Spieler untereinander ab, teilen ihre Beobachtungen aus dem Spiel. Welche Profis dabei das Wort ergreifen, variiert von Spiel zu Spiel.
Linksaußen Rune Dahmke (32) zu BILD: „Es hängt viel vom Spiel ab, das ist auch eine unserer ausgemachten Stärken. Dass wir so eine Breite im Kader haben, dass sich da wie im Spanien-Spiel ganz andere Leute hervortun, als man das vorher vielleicht gedacht hätte.“
Handball-Europameisterschaft: Der deutsche Kader
Torwart Andreas Wolff (34, THW Kiel) wurde 2016 als Teil der „Bad Boys“ Europameister
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Quelle: WITTERS
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Gíslason spricht vor allem viel mit seinen Mittelleuten, die das Offensivspiel lenken: „Wir machen viel Videoarbeit, viel Vorbereitung zusammen. Dann hole ich sie oft zu mir und fordere sie dann auf, mir Dinge zu erklären. Dann sind alle wach, dann verstehen sie es auch. Ich versuche immer, die Köpfe meiner Spieler zu aktivieren.“
▶ Warum stehen die Torhüter abseits?
Bei den Auszeiten des DHB-Teams besprechen sich Andreas Wolff (34) und David Späth (23) mit Torwarttrainer Mattias Andersson (47) und sind nicht Teil der Spielertraube.
Handball-EM: Torhüter stehen bei Timeouts nicht im Kreis
Rückraumschütze Julian Köster (25) erklärt: „Wir besprechen häufig taktische Umstellungen, häufig auch auf den Angriff bezogen, und das ist ja für die Torhüter nicht so relevant. Da können die sich dann lieber zusammen besprechen und sich abstimmen, wer wie bei dem Gegner wirft.“
▶ Wie viel lässt der Trainer die Spieler entscheiden?
Deutlich mehr als andere Trainer. Dahmke: „Alfred ist glücklicherweise ein Trainer, der sagt, dass wir Spieler das tun müssen. Und wenn wir ein Gefühl haben, was in dem Moment besser passt, dann lässt er uns da auch relativ frei handeln.“
Gíslason wünscht sich den mündigen Spieler, der selbst Verantwortung übernimmt: „Natürlich sollen sie ihre Gedanken einbringen, das fordere ich auch. Sie müssen es am Ende ja auch umsetzen.“
▶ Wie nehmen die Trainer ein Timeout?
Dafür betätigen sie den roten Buzzer, der neben dem Zeitnehmertisch steht. Das sorgte beim Turnier schon für eine sehr ärgerliche Szene: Bei der Pleite gegen Serbien (27:30) drückte Gíslason den Knopf just in dem Moment, als Juri Knorr zum vermeintlich 26:26 traf. Der Treffer wurde in der Folge zurückgenommen.
▶ Wie viele Auszeiten darf ein Team nehmen?
In einem gesamten Spiel sind einer Mannschaft drei Auszeiten gestattet. Pro Halbzeit dürfen aber maximal zwei genommen werden.

