Bad Herrenalb (Baden-Württemberg) – Entsetzen im Nordschwarzwald. Unter den 7500 Seelen eines beschaulichen Kurorts lebt und agiert offenbar ein Mitglied eines gefürchteten Sadisten-Netzwerks. Aktuellen Ermittlungen zufolge ist ihm ein zur Tatzeit erst 13 Jahre altes Mädchen zum Opfer gefallen.
Polizei und Generalstaatsanwaltschaft ermitteln seit rund einem Jahr in Bad Herrenalb (Landkreis Calw) in Baden-Württemberg, nachdem dort zunächst Schmierereien aufgetaucht waren, die der sadistischen Onlinegruppierung „No Lives Matter“ (Leben zählen nicht) zugeschrieben werden.
Erpressung mittels Nacktaufnahmen
Angebracht hatte die Graffiti offenbar ein Jugendlicher – und laut den Beamten ging er noch viel weiter. 2025 soll er ein 13-jähriges Mädchen aus dem Ausland erst dazu gebracht haben, ihm kinderpornografische Inhalte zuzusenden. Damit soll er die Kleine dann erpresst haben, um weitere Aufnahmen zu bekommen. Außerdem soll der junge Verdächtige gegen das Waffengesetz verstoßen haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.
Polizei und Generalstaatsanwaltschaft ermitteln in dem idyllischen Kurort Bad Herrenalb
Sadisten rufen Opfer zu Selbstverletzungen auf
Das Sadisten-Netzwerk „No Lives Matter“ fordert seine Opfer unter anderem zu Selbstverletzungen und dem Missbrauch von Tieren auf. Nach früheren Angaben gehören die Täter zum weltweit operierenden „Com-Netzwerk“. Ähnlich wie beim Netzwerk „764“, dem auch „White Tiger“ angehörte, werden die Mitglieder mit Erpressung, Kinderpornografie und Gewaltexzessen in Verbindung gebracht.
Der Fall aus Bad Herrenalb erinnert an „White Tiger“ Shahriar J., dem derzeit der Prozess gemacht wird
Faszination für extreme Gewalt
Zuletzt hatten das Landeskriminalamt und Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) vor den Kanälen und Chat-Gruppen der sogenannten Terrorgram-Szene gewarnt. Ihr verbindendes Element sei die Faszination für extreme Gewalt, Terror und gesellschaftlichen Zusammenbruch. Laut LKA handelt es sich um ein jugendlich geprägtes, gewaltbereites, neofaschistisch und rechtsextremistisch beeinflusstes Netzwerk, das allein in Deutschland hunderte aktive Mitglieder haben soll – oftmals Einzelgänger.
[–>In Rotterdam läuft derzeit ein Verfahren gegen einen Niederländer, der eingeräumt hat, „No Lives Matter“ gegründet zu haben. Die Anklage spricht von einer terroristischen Vereinigung mit dem Ziel, Jugendliche zu schweren Gewalttaten und sogar Mord anzustacheln. Gegen das mutmaßliche Mitglied aus Bad Herrenalb wurde bislang kein Haftbefehl erlassen.

