(SZ) Es ist gut möglich, dass Soziologen, würden sie sich mit diesem Phänomen auseinandersetzen, zu folgendem Befund kämen: Je älter Menschen sind, desto deutlicher neigen sie zum Pöbeln. Der amerikanische Präsident wird im Sommer achtzig Jahre alt. Donald Trump mag nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sein, aber er ist zweifelsfrei auf der schwindelnden Höhe seines Pöblertums angekommen. Von dort oben rempelt er die Welt an. Er nennt Journalistinnen „Schweinchen“, Joe Biden „Autopen“, und den inzwischen nach New York verschleppten venezolanischen Staatspräsidenten Nicolás Maduro und dessen Hurensöhne nannte Trump „Hurensöhne“. Hier werden die Soziologen stutzen, denn der „Hurensohn“ ging kürzlich ausgerechnet dem Vorsitzenden der deutschen jungen Grünen, nein, nicht direkt über die Lippen, aber immerhin über seinen Instagram-Kanal. Luis Bobga hat zu einem Song des Rappers Haftbefehl eine Filmsequenz mit Markus Söder eingeblendet, just in dem Augenblick, da Haftbefehl das Wort „Hurensohn“ in einen noch unschöneren Zusammenhang als in den stellte, in dem es von Natur aus bereits steht.

