Polizei über Ausweitung Organisierter Kriminalität
Berliner Banden lassen Täter offenbar aus dem Ausland einfliegen
Sie sprechen kaum Deutsch und sind nach der Tat gleich wieder verschwunden: Laut der Berliner Polizei rekrutiert die Organisierte Kriminalität für ihre Machenschaften in der Hauptstadt verstärkt Phantome aus dem Ausland.
Zur Merkliste hinzufügen
Artikel anhören (3 Minuten)
3 Min
Link kopieren
Weitere Optionen zum Teilen
Link kopieren
Bild vergrößern
Razzia in Berlin (Archiv)
Foto: Paul Zinken/ dpa
if (typeof(Event) === ‘function’) {window.dispatchEvent(new Event(‘POLYGON_DOM_LARGEST_CONTENTFUL_PAINT_READY’));}
Für bestimmte Straftaten wie gewaltsame Drohungen und »Schutzgeld«-Erpressungen lässt die Organisierte Kriminalität in Berlin laut Polizeiangaben Täter aus anderen Ländern einfliegen. »Dafür werden gezielt auch junge Männer im Ausland rekrutiert«, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel. »Sie reisen kurzfristig mit einem Touristenvisum ein und begehen dann hier Straftaten, für die sie Aufträge erhalten haben.«
Der Polizeipräsidentin zufolge sprechen die Täter teilweise kaum Deutsch, und sie verschwinden nach den Straftaten wieder schnell. »Die Auftraggeber sitzen entweder im Ausland und wollen so auf dem kriminellen Berliner Markt illegaler Geschäftspraktiken Raum gewinnen oder die Aufträge werden von Teilen der hier ansässigen OK-Strukturen erteilt«, erläuterte Slowik Meisel.Mehr Gewalt wegen Konkurrenz bei DrogenhandelDie Polizei habe im vergangenen Jahr zunehmend gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden erkannt. »Wir haben verstärkt Schussabgaben festgestellt. Im Dezember dann auch den Wurf einer Handgranate nachts in ein Lokal als Drohung«, sagte Slowik Meisel.
Es gehe zum einen um Revierkämpfe im Bereich der Drogenkriminalität. Und zum anderen um die sogenannten Schutzgelderpressungen – ein Begriff, der die Delikte allerdings verharmlose, sagte die Polizeipräsidentin. Zutreffender spreche man von der »gewaltbetonten Bedrohung und Erpressung erfolgreicher Geschäftsleute«. Den Erpressungen werde mit Schüssen auf Gebäude Nachdruck verliehen. »Letztlich geht es in beiden Fällen um die lukrativsten Einnahmequellen für die Organisierte Kriminalität.«
Polizei: Revierkämpfe werden nicht toleriertDie Polizei habe mit zahlreichen Razzien und Festnahmen geantwortet. »Wir sind dem mit starker Präsenz auf den Straßen und in Lokalitäten deutlich entgegengetreten. Wir arbeiten verdeckt und offen, regional, im Austausch mit anderen Bundesländern, aber auch international«, betonte Slowik Meisel. »Wir werden unsere Maßnahmen regelmäßig verändern, um nicht berechenbar zu sein. Und wir sind fest entschlossen, ganz klarzumachen: Berlin ist nicht das Pflaster für solche Auseinandersetzungen krimineller Strukturen.«
Podcast »Im Verhör« über Organisierte Kriminalität: »Eine gut geölte Tötungsmaschine«
Ein Podcast von Christina Pohl und Hendrik Vöhringer
Bandenkrieg im Ländle: Gangster-Rapper und Granaten
Ein SPIEGEL-TV-Film von Vanessa Nischik
Lagebild des BKA: Organisierte Kriminalität verursacht Milliardenschaden in Deutschland
In diesem Zusammenhang forderte sie dringend eine Verschärfung des Paragrafen 100 a, der die Telefonüberwachung und auch die Observation von Verdächtigen regelt. So sollte der Besitz einer Waffe ein Grund für mehr Überwachungsmöglichkeiten sein. »Der Fund einer illegal geführten Schusswaffe deutet nach unseren Erfahrungen immer auf eine Zugehörigkeit zur Organisierten Kriminalität hin. Er sollte der Polizei dann folgerichtig die Möglichkeit eröffnen, sofort Überwachungsmaßnahmen zu beantragen.«
= $appBridge.minAppNavigationHomepageVersion ? $publish(‘APP_NAVIGATION’, { targetId: ‘homepage’ }) : window.location.href = $el.href”>
= $appBridge.minAppNavigationHomepageVersion? $publish(‘APP_NAVIGATION’, { targetId: ‘homepage’ }) : window.location.href = $el.href”>
Startseite

