Leipzig (Sachsen) – Mehr als 1000 Polizisten sollen das Szeneviertel Connewitz schützen, wenn die pro-palästinensische Migrantifa am 17. Januar 2026 (Samstag) gegen die pro-israelische Antifa auf die Straße geht. Sicherheitsbehörden fürchten Krawalle. Nun kommt heraus: Die Anmelderin der Anti-Antifa-Demo ist BSW-Mitarbeiterin.
Katja Janssen (42) hat die Migrantifa-Demo „Antifa means: Free Palestine“ bei der Versammlungsbehörde angezeigt. Bemerkenswert: „Frau Janssen ist seit Juli 2025 als stellvertretende Geschäftsführerin bei der BSW-Fraktion im Leipziger Stadtrat beschäftigt“, bestätigt ihre Fraktion auf BILD-Anfrage.
Angst vor Krawallen bei Migrantifa-Demo in Leipzig
Demo-Anmelderin Katja Janssen (42) ist Vize-Geschäftsführerin der BSW-Fraktion im Leipziger Stadtrat
Weiter heißt es von der Wagenknecht-Partei: „Die Anmeldung durch Frau Janssen war uns nicht bekannt. Die BSW-Fraktion im Leipziger Stadtrat unterstützt weder die Demonstration noch die Kundgebung und nimmt generell keine Bewertungen der Freizeitaktivitäten ihrer Angestellten vor, da wir als Arbeitgeber diese nicht überwachen wollen.“
Verfassungsschutz beobachtet Demo-Anmelderin
Was das BSW als „Freizeitaktivitäten“ abtut, formuliert das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) so: „Katja Janssen wird in ihrer Funktion als Vorsitzende des extremistischen Vereins ‚Handala Leipzig‘ nachrichtendienstlich durch das LfV Sachsen beobachtet“, sagt Geheimdienst-Sprecherin Patrica Vernhold (47) zu BILD.
Der Handala ist ein „extremistisches Beobachtungsobjekt“. Im Verfassungsschutzbericht 2024 heißt es: „Über das Berichtsjahr zeigte der Verein regelmäßig seine Sympathien gegenüber der Hamas, Distanzierungen blieben aus.“
–>
BSW wusste von Handala-Aktivitäten
Probleme hat das BSW (heißt künftig: „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“) mit dem extremistischen Umtreiben ihrer Vize-Geschäftsführerin offenbar nicht. Die Leipziger Fraktion schreibt BILD, dass „ein Engagement von Frau Janssen mit Bezug zu einer Gruppe Handala bekannt“ sei.
[–>Anlass für die Migrantifa-Demo in der Linken-Hochburg Leipzig-Connewitz: Dort dominiert die pro-israelische Antifa. Daher bezeichnet das Migrantifa-Bündnis aus „Handala“ (benannt nach einer antisemitischen Comicfigur), das „Palästina Aktionsbündnis“ und „Anarchists for Palestine“ das Viertel als „rassistische No-Go-Area“ und nimmt speziell eine Linken-Politikerin ins Visier.
Linke in Leipzig will sich verteidigen
Feindbild der pro-palästinensischen Migrantifa: Linke-Politikerin Juliane Nagel (47) vor ihrem Abgeordnetenbüro in Connewitz
Wichtigstes Ziel des Migrantifa-Aufzuges ist das Abgeordnetenbüro von Juliane Nagel (47, Die Linke), die sich gegen Antisemitismus stellt. Sie sagte zu BILD: „Die Initiatoren verbreiten Lügen und konstruieren Feindbilder. So spalten sie und machen eine solidarische Diskussion unmöglich.“ Gegendemos sollen die Migrantifa bei ihrem Aufzug stoppen.
Auf Anfrage wollte sich die Linke zum BSW-Job der Demo-Anmelderin nicht äußern. In einer Mitteilung der sächsischen Linke-Landtagsfraktion heißt es aber: „Gegen Angriffe, Eskalation und Denunziation verteidigen wir uns als Linke gemeinsam.“ BILD bat über die BSW-Fraktion auch Katja Janssen um eine Stellungnahme. Eine Antwort blieb bislang aus.
Sachsens BSW-Chef Ronny Kupke (49) zu BILD: „Politisches Engagement außerhalb des Arbeitsverhältnisses ist eine Privatangelegenheit. Relevant wird es, wenn ein Bezug zu extremistischen Bestrebungen oder verfassungsfeindlichen Positionen im Raum steht. Hinweise in diese Richtung werden intern geprüft.“

