Wer heute durch Iran reist, kann sich kaum vorstellen, dass dieses Land vor 50 Jahren noch ein ganz anderes Bild abgegeben hat: Paare liefen Hand in Hand durch die Straßen, die Röcke und Haare der Frauen flatterten im Wind. Auch deswegen neigen heute viele dazu, die Zeit unter Schah Mohammad Reza Pahlavi (1919–1980) zu verklären. Iran war westlich geprägt, der Pfauenthron beschäftigte deutsche Boulevardblätter. Und trotzdem waren die Menschen nicht frei. Der Schah herrschte in einer Diktatur. Es kam zu schweren Menschenrechtsverletzungen. Proteste wurden niedergeschlagen. Und das Volk verelendete, während sich sein Monarch bereicherte. Mitte der 70er-Jahre nahm der Widerstand gegen seine Herrschaft zu – angeführt von dem im Exil lebenden Geistlichen Ayatollah Chomeini. Als die Macht des Schahs im Zuge der Islamischen Revolution erodierte, verließ dieser am 16. Januar 1979 mit seiner Frau Farah Diba über den Flughafen Mehrabad in Teheran das Land. Er kehrte nie zurück. Chomeini landete am 1. Februar 1979 in der iranischen Hauptstadt und formte die Islamische Republik. Er starb zehn Jahre später, doch das Regime, das er aufgebaut hatte, blieb bestehen. Wie so oft seitdem versuchen die Iranerinnen und Iraner in diesen Tagen, es zu stürzen. Ein Gesicht, das vielen bekannt vorkommen dürfte, taucht dabei immer wieder auf: Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, ist seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. Auf ihn setzen nun manche ihre Hoffnungen.

