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Der Auftakt ist geschafft. 30:27 gegen Österreich – kein Feuerwerk, aber erfolgreich. Vor zwei Jahren gab es bei der Heim-EM in Köln nur ein 22:22. Jetzt steht ein Punkt mehr auf dem Konto. Wichtig für den Kopf. Wichtig fürs Turnier. Es war kein Spiel, das hängenbleibt. Aber es war ein Spiel, das zeigt, was möglich ist – und was dringend besser werden muss.
Die Deckung hatte phasenweise Medaillen-Niveau. In diesen Minuten war zu sehen, wie schwer dieses Team zu knacken sein kann. Aggressiv, aufmerksam, kompakt. Vor allem in der ersten Hälfte stand die Abwehr stabil. Dahinter ein starker Rückhalt: Andreas Wolff (34/Kiel) ging mit einer Top-Leistung voran, hielt 36,63 Prozent aller Würfe, die auf sein Tor flogen.
Vorn lief es deutlich holpriger. Kapitän Johannes Golla (28/Flensburg) deutlich: „Die zweite Halbzeit war zu schlampig.“ Die Offensive kam nie wirklich in einen Rhythmus. Juri Knorr (25/Aalborg): „Der Angriff war die ganze Zeit so lala.“ Besonders die Überzahl war ein Problem für das DHB-Team. „Zu schlecht“, kritisierte Bundestrainer Alfred Gíslason (66). Dazu kam: Freie Chancen wurden zu oft liegen gelassen. Auch das Tempospiel funktionierte nicht so, wie man es zuletzt (gegen Kroatien) gesehen hatte.
Handball-Europameisterschaft: Der deutsche Kader
Torwart Andreas Wolff (34, THW Kiel) wurde 2016 als Teil der „Bad Boys“ Europameister
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Quelle: WITTERS
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Trotzdem gab es Lichtblicke beim EM-Start. Und die kamen vor allem von den Jüngsten. Miro Schluroff (25), Tom Kiesler (24) und Matthes Langhoff (23) spielten frisch, dynamisch, ohne Angst. Die EM-Youngster brachten Tempo und Mut auf die Platte. Und zeigten, dass ihre tollen Leistungen aus der Bundesliga kein Zufall sind. Der Nachweis der EM-Qualität gelang schon in Spiel eins.
Handball-EM: DHB-Debütanten beleben das Spiel
Diese Energie tat dem deutschen Spiel gut. Sie belebte den Angriff, auch wenn nicht alles funktionierte. Aber genau das macht Hoffnung. Diese Mannschaft hat Luft nach oben. Und das ist eine gute Nachricht. Es gibt Reserven. Es gibt Stellschrauben. Und es gibt die Gewissheit, dass es besser werden kann.
Vor allem im Rückraum. Dort müssen die Stars schneller ihre PS auf die Platte bringen. Juri Knorr und Marko Grgic (22/Flensburg) können deutlich mehr, als sie gegen Österreich gezeigt haben. Die Basis stimmt. Der Auftaktsieg gibt Sicherheit. Am Samstag (20.30 Uhr, ARD und Dyn live) geht es gegen Serbien weiter. Dann muss auf einen ordentlichen Start ein überzeugender Auftritt folgen.

